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Beim GC Hummelbachaue hat Erfolgscoach Günter Kessler übernommen.

Golf : Mit dem Meistermacher der Elite trotzen

Beim Rückkehrer in die Deutsche Golf Liga (DGL) hat Erfolgscoach Günter Kessler in schwieriger Lage das Traineramt übernommen. Am Wochenende ist der GC Hummelbachaue Gastgeber des zweiten Spieltages im nationalen Oberhaus.  

Am Sonntag hat Günter Kessler Geburtstag. Sich mit dann 65 Jahren aufs Altenteil zurückzuziehen, kommt für Deutschlands wohl besten Golfcoach, von der „PGA of Germany“ gleich sechs Mal zum „Trainer des Jahres“ gewählt, allerdings gar nicht in Frage. „Solange mir der Job Spaß macht und ich meinen Schützlingen helfen kann, mache ich weiter“, sagt der Meistermacher.

Und das ist auch gut so, denn der GC Hummelbachaue in Norf, wo er seit 1998 als Headcoach und Stützpunkttrainer fungiert, bedarf seines in einem halben Jahrhundert erworbenen Know-hows, mit dem er seinen Musterschüler Martin Kaymer im Frühjahr 2011 für acht Wochen auf Platz eins der Weltrangliste, zu zwei Majors (PGA Championship 2010 und US Open 2014) und die Players Championship (2014) führte. Nach der Rückkehr in die Bundesliga hatten die Damen des 1988 gegründeten Golfklubs nämlich einen gewaltigen Aderlass zu verkraften gehabt. Gleich fünf Leistungsträgerinnen folgten Aufstiegstrainer Fabian Hahn zum Erstliga-Absteiger GC Hösel und stellten den Neuling damit vor die Aufgabe, im Sauseschritt einen nahezu kompletten Umbruch zu stemmen. „Wir haben mit zwei Neuzugängen, Nachwuchsspielerinnen und reaktivierten Spielerinnen einen neuen Kader zusammengestellt“, sagt Kapitän Jürgen Ottmann. Für ihn ist daher nur wichtig, „dass wir den Kopf oben behalten und unser bestes Golf spielen. Für was das reicht, werden wir dann sehen.“

 Martin Kaymer gehört zu den Musterschülern Günter Kesslers.
Martin Kaymer gehört zu den Musterschülern Günter Kesslers. Foto: dpa/Sven Hoppe
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Günter Kessler, der auch schon Tourspieler wie Marcel Siem und Carolin Masson unter seinen Fittichen hatte, bringt neben der riesigen Erfahrung auch die nötige Gelassenheit für diesen diffizilen Job mit. Er weiß: „Aufsteiger haben es immer schwer.  Mit dem neu formierten Team haben wir nichts zu verlieren und können nur gewinnen.“ Zum Saisonauftakt zahlten seine Mädels aber erst mal Lehrgeld. Auf der majestätischen Meisterschaftsanlage Falkenstein in Hamburg gerieten sie schon am ersten der beiden Turniertage deutlich ins Hintertreffen. Ein Rückstand, der am Tag darauf sogar noch anwuchs.

Wirklich überraschend kam das nicht, die Konkurrenz im Norden ist wahrlich erlesen: Der G&LC Berlin-Wannsee ist amtierender Deutscher Mannschaftsmeister und mit hohen Ansprüchen in die Spielzeit gestartet. So sagt Sportdirektorin Miriam Hiller: „Wir wollen natürlich den Titel verteidigen und nach den Erfolgen der beiden Vorjahre das Triple perfekt machen.“ Der Hamburger GC, der die Berlinerinnen zum Auftakt mit nur einem Schlag Differenz auf Platz zwei verwies, besitzt als Vizemeister quasi ein Abonnement aufs Final-Four-Ticket.

 Der GC Hubbelrath ist bereits seit der Einführung der Deutschen Golf Liga dabei. Mit Blick auf die Zusammensetzung der Nord-Gruppe glaubt Coach Chris Webers, „dass es nicht zu unserem Nachteil ist, noch zwei weitere Bundesliga-Plätze vor der Haustür zu haben.“ Das NRW-Trio komplett macht der Düsseldorfer GC, der mit seiner Anlage auf dem Gelände des Rittergutes Rommeljans in Ratingen eine der ersten Adressen im deutschen Golfsport ist. Trotzdem bleibt Coach Max Alsmeyer vorsichtig: „Unser Saisonziel ist der Klassenerhalt.“

Die Action in der Hummelbachaue beginnt am Samstag (bei freiem Eintritt) schon um 8 Uhr in der Früh mit dem Einzelwettbewerb. Nach eher kurzer Mittagspause geht‘s in Zweierteams mit dem „Vierer“ weiter, womit also bis mindestens 19.30 Uhr Spitzengolf zu sehen ist. Am Sonntag geht es wiederum schon um 8 Uhr mit dem zweiten Einzelwettbewerb weiter. Gegen 14.30 Uhr sollten die Sieger und Platzierten schließlich feststehen. Vor heimischer Kulisse auf dem nicht besonders langen, aber relativ schwierig zu spielenden Turnierplatz in der Hummelbachaue ist Ottmann durchaus optimistisch: „Wir wollen mitspielen und beim Heimspieltag vielleicht auch für eine Überraschung sorgen. Die Spielerinnen wollen natürlich ihr Bestes geben und versuchen, den anderen Teams Paroli zu bieten. Zuschauer, die sie dabei anfeuern, sind gerne gesehen.“