Jüchen : Bei ihm traf sich Hochneukirch

Gerd Reuter gehört seit 1951 zum Heimatverein. Bekannt wurde er als Musiker mit den "Vier von Gerd Schmitz" und als Gastwirt bei Plum. Dort tagten viele Vereine – kaum einer, der ihn nicht zum Ehrenmitglied machte.

Gerd Reuter gehört seit 1951 zum Heimatverein. Bekannt wurde er als Musiker mit den "Vier von Gerd Schmitz" und als Gastwirt bei Plum. Dort tagten viele Vereine — kaum einer, der ihn nicht zum Ehrenmitglied machte.

Das Leben von Gerd Reuter (84) ist auch ein wenig Geschichte von Hochneukirch. Sechs Jahrzehnte gehört der unverändert fitte Senior zum Heimatverein Hochneukirch. Er wurde in diesem Jahr dafür geehrt. "Ich bin ein Vereinsmensch und wollte etwas für Hochneukirch und die Vereine", sagt der ehemalige Gastwirt.

Geboren wurde Gerd Reuter in Jüchen. Aus Liebe kam er 1948 nach Hochneukirch, dort knüpfte er rasch Kontakte, trat dem "Theater- und Karnevalsverein" bei. "In den 1950er Jahren war ich einer derjenigen, die den Karneval im Ort als Büttenredner und Hoppediz mit Prolog wieder aufleben ließen", erzählt er. Bei Plum und auch bei Beiermann im Saal feierten damals bis zu 500 Leute. Wenig später gehörte Reuter zu den "Roten Funken".

Aus Liebe nach Hochneukirch

Diese Vereine existieren nicht mehr — anders als der Heimatverein, dem Reuter 1952 beitrat. Gern erinnert er sich an das Jahr 1979: Reuter war Mitglied im Generalstab, wurde Schützenkönig und repräsentierte mit Ehefrau Martha als Königspaar. "1979 war das Jahr des Kindes. Weil wir zum ersten Mal Großeltern geworden waren, haben wir viele Aktionen für unseren Kindergarten gestartet, vom Trödelmarkt bis hin zum Fußballturnier", erzählt Gerd Reuter. Acht Tage vor dem Schützenfest erhielt der Kindergarten Spielgeräte im Wert von 5000 Mark. "Die letzten Holzhäuschen sind kürzlich abgebaut worden", erzählt er.

1979 waren die Eheleute zudem als Prinzenpaar im Karneval unterwegs. Denn der Heimatverein verantwortete damals auch das Winterbrauchtum. Zusätzliche Bekanntheit erhielt Gerd Reuter als Musiker: Bereits 1946/47 hatte er in der Jüchener Musikkapelle "Die Vier mit Gerd Schmitz" begeistert Saxofon, Klarinette und Schlagzeug gespielt. Bald übernahm er diese Musikkapelle. Erst als er 1966 die Hochneukircher Gaststätte Plum führte, hatte er keine Zeit mehr, um Tanzmusik zu spielen.

Doch als Gastgeber im Vereinslokal Plum war er den Menschen auch so sehr nah. Bis 1994 ging er in dieser Aufgabe auf: "Es kamen viele Züge zu uns und resultierend aus dieser Zeit bin ich Ehrenmitglied im Heimatverein sowie im "Fahnenzug" und bei den "Blauen Husaren". Der Jungtischtennisclub (JTTC) ehrte ihn, das Tambourkorps, der Gartenbauverein, das Rote Kreuz, der Turnverein und auch der Fußballverein VfB Hochneukirch, wo Reuter als erster und zweiter Vorsitzender 14 Jahre Vorstandsarbeit leistete.

Dass der Heimatverein die Weichen für die Zukunft gestellt hat, das Schützenfest verlegt hat und es jetzt wieder mit "seinem" Heimatverein bergauf geht, das freut Gerd Reuter. Resolut sagt er: "Das wurde aber auch höchste Zeit."

(kvm)