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Bei der Holzheimer SG Weichen für Zukunft gestellt

Fußball-Landesliga : Holzheim stellt Weichen für die Zukunft

Der Fußball-Landesligist aus Neuss ist deutlich später in die Rückrunden-Vorbereitung eingestiegen als so mancher Konkurrent. Die Zeit wurde auch genutzt, um mit wichtigen Spielern zu verlängern. Die Perspektiven stimmen.

Derzeit ist die Welt bei den Landesliga-Kickern der Holzheimer SG ziemlich in Ordnung. Und das hat nicht ursächlich damit zu tun, dass die beiden bisherigen Testspiele der Wintervorbereitung gewonnen werden konnten, die Erfolge sind allenfalls ein Nebenprodukt der guten Lage, in der sich die HSG befindet. „Uns war es wichtig, von möglichst vielen Spielern zeitig Zusagen für die nächste Saison zu bekommen, um Ruhe zu haben und den Fokus auf die Rückrunde legen zu können. Denn die wird noch ein harter Brocken“, sagt HSG-Coach Hamid Derakhshan.

Dass inzwischen 14 Zusagen inklusive aller Leistungsträger vorliegen, sorgt bei den HSG-Verantwortlichen für ein wohliges Gefühl. „Das ist einige riesige Anerkennung für die Arbeit, die im Verein geleistet wird. Dass die Spieler bleiben, obwohl sie teils Angebot aus höherklassigen Teams bekommen haben, wissen wir sehr zu schätzen“, betont Derakhshan. Den Weg in Holzheim weiter mitgehen werden Baran Bal, Stephan Wanneck, Nico Bayer, Dennis Brune, Steven Dyla, Pascal Schneider, Joel Trotzki, Moritz Nischmann, Fynn Reiß, Oscar Schwarz, Tom Nilgen, Leon Borkowski, Paul Wolf und Yannick Joosten. Gespräche mit den anderen Spielern werden noch geführt.

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Zu den Kickern, die auch bei anderen Klubs hoch im Kurs standen, gehört zum Beispiel Yannick Joosten. Dass er dennoch bleibt, begründet er so: „Ich fühle mich sehr wohl in Holzheim, der Zusammenhalt, die familiäre Atmosphäre gepaart mit dem sportlichen Ehrgeiz gefällt mir einfach sehr gut. Ich denke, die Entwicklung ist noch nicht am Ende.“ Erst vor der Saison kam Stephan Wanneck vom SC Kapellen, ihn hat die HSG schnell überzeugt: „Ich habe verlängert, weil ich mich von Beginn an wohlgefühlt habe, die Mannschaft über enormes Potenzial verfügt und ich gespannt bin, was wir in Holzheim in der nächsten Zeit schaffen können. Zudem ist der Verein in Sachen Menschlichkeit, Organisation und Struktur bestens aufgestellt.“

Ruhe haben die Holzheimer mit den Vertragsverlängerungen also geschaffen. Jetzt gilt es, sie zu nutzen, um sich ideal auf die Rückrunde vorzubereiten (Start am 6. März beim FSV Vohwinkel) und sich möglichst schnell entscheidend von der mit fünf Plätzen extrem großen Abstiegszone zu entfernen. Bislang ist Hamid Derakhshan sehr zufrieden mit dem Wiedereinstieg ins Training, auch wenn die Konkurrenz teils schon deutlich vorher mit der Vorbereitung begonnen hat. „Ob unsere Entscheidung richtig war, wird sich erst weiteren Saisonverlauf zeigen. Aber letztlich gab es für uns wegen der langen Vorbereitung im vergangenen Sommer und der WM-bedingt vermutlich kurzen Pause im nächsten Sommer keine Alternative, um den Spagat zwischen Leistungsanspruch und Amateuralltag hinzubekommen“, erklärt der HSG-Coach. Dass im bisherigen Verlauf der Vorbereitung der Fokus auf der Defensivarbeit lag, hat sich daraus ergeben, dass die Holzheimer in der Hinrunde zu viele Gegentore kassiert haben. Das lag allerdings auch den teils massiven Personalsorgen, die sich nicht komplett auflösen werden. Innenverteidiger Joel Trotzki fällt mit seinen Bauchmuskel- und Leistenbeschwerden noch auf unbestimmte Zeit aus.

Allerdings hat die HSG sich in der Winterpause personell so aufgestellt, dass sie diesen Ausfall besser kompensieren kann. Der bisherige Co-Trainer Patrick Becker (31), einst SC Kapellen, arbeitet intensiv an seinem Comeback. Er könnte ebenso im defensiven Mittelfeld spielen wie Neuzugang Paul Wolf (TuS Reuschenberg) und damit Kapitän Pascal Schneider ermöglichen. in die Abwehr zu rücken. Im weiteren Verlauf der Vorbereitung wird der Fokus auch noch auf die Offensive gelegt, weil es der HSG dort in der Hinrunde an Konsequenz mangelte. Auch in dieser Angelegenheit könnte neues Personal helfen. Kurz vor Abschluss der Wechselfrist verpflichtete die HSG den offensiven Mittelfeldspieler Milad Banashi, der in der Hinrunde immerhin sechs Partien in der Oberliga für den SC Düsseldorf-West bestritt. Gute Perspektiven also für Holzheim.