Lokalsport : Bedburdyck siegt beim TuS

In Bezirksliga-Gruppe 4 schlägt der SV die Grevenbroicher unter schwierigen Bedingungen 1:0.

Hermann-Josef Otten haderte: "Total unnötig. Das ist ein Spiel, das du nicht verlieren musst", sagte der Trainer des TuS Grevenbroich nach der 0:1-Heimpleite (Halbzeit 0:0) gegen den SV Bedburdyck/Gierath, die den Saisonstart mit zehn Punkten aus sieben Spielen dann doch eher mittelprächtig aussehen lässt. "Uns fehlt im Moment einfach in vielen Situationen die nötige Portion Glück", befand Otten.

Schließlich gab es gestern viele Szenen, in denen dem TuS nur Zentimeter zum eigenen Führungstor fehlten, etwa in der 43. Minute, als Tim Allroggen eine scharfe Hereingabe von Martin Hermel zum sicheren Führungstor nur haarscharf verpasste. Auf der Gegenseite reichte den in der ersten Hälfte völlig harmlosen Bedburdyckern eine gute Viertelstunde, um die Partie zu gewinnen. Nachdem TuS-Torhüter Marvin Kiese einen satten Schuss von Ersin Deniz stark parierte (55.), verletzte sich kurz darauf Rechtsverteidiger Marco Bruno. "Diese paar Minuten, in denen wir umstellen mussten und etwas unsortiert waren, waren letztendlich ausschlaggebend", fand Otten. Kevin Mülfarth hatte bei zwei guten Abschlüssen im Strafraum noch Pech, nach einem rustikalen Zweikampf vor dem TuS-Strafraum war es nach 70 Minuten schließlich so weit: Marco Wenzek steckte auf Yannik Neumann durch, der Kiese zum Siegtor überlupfte. "Das war schön gemacht und in dieser Phase des Spiels auch verdient", fand SV-Coach Thomas Schumacher, der ansonsten aber kein gutes Spiel sah: "Uns fehlen in jedem Mannschaftsteil Stammspieler, das hat man heute gemerkt. Vor allem in der ersten Hälfte hatten wir keinen Zugriff, danach ist es aber deutlich besser geworden."

In der Schlussphase wurde der TuS allerdings vor allem durch eine ganze Batterie von Standardsituationen gefährlich, mehrmals guckte Torwart Dominik Lingweiler den Ball knapp am Bedburdycker Gehäuse vorbei, etwa bei den satten Freistößen von Luca Wünsche (76.) und Martin Hermel (81.). "Hier hat heute nicht die bessere Mannschaft gewonnen", meinte Otten daher. Wirklich zwingend wurde der TuS in der Schlussphase allerdings nicht mehr, weswegen Bedburdyck den Sieg nicht unverdient nach Hause brachte. "Unter dem Strich zählt ohnehin nur der Sieg", fand Schumacher. Bei nur zwei Zählern Rückstand auf Tabellenführer Viktoria Mennrath bezeichnet er den Saisonauftakt als gelungen.

Erneut auffällig: Der Hybridrasenplatz im Schlossstadion entwickelt sich bei Nässe zu einem extrem seifigen und kaum bespielbaren Geläuf. Dass bei den ungezählten Ausrutschern beider Mannschaften in der ersten Hälfte keine Tore fielen, war schon fast verwunderlich. "Ganz schlimm", fand Schumacher, Gegenüber Otten hat sich an die Problematik gewöhnt: "Wir kennen das jetzt mittlerweile schon seit einem Jahr und müssen damit auch im Training leben. Leider können wir es nicht ändern."

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE