Landesliga-Derby zwischen Dormagen und Kapellen: Bayer schon mit einem Punkt zufrieden

Landesliga-Derby zwischen Dormagen und Kapellen : Bayer schon mit einem Punkt zufrieden

Von David Beineke

Von David Beineke

Nach einem Jahr Pause heißt es in der Fußball-Landesliga am Sonntag (14.30 Uhr) am Höhenberg wieder Bayer Dormagen gegen SC Kapellen. Drei Punkte aus dem Kreisderby täten beiden Teams gut: Dem Aufsteiger, um den Abstand zur Abstiegszone zu vergrößern; den Kapellenern, um den Kontakt zur Tabellenspitze nicht abreißen zu lassen. Das Problem: Gewinnen kann bekanntlich nur einer.

Und weil sich TSV-Trainer Ralf Frohs dieser Problematik durchaus bewusst ist, würde er sich auch vor eigenem Publikum schon mit einem Zähler zufrieden geben. "Der SC Kapellen ist immer noch ein Meisterschaftskandidat. Bei lediglich drei Punkten Rückstand auf den SV Wersten ist noch alles möglich", bringt Frohs klare Argumente für seine Bescheidenheit und fügt hinzu: "Wir sind der klare Außenseiter."

Diese Einschätzung gewinnt durch einen Blick auf die Tabelle an Gewicht. Doch aufgrund der zurückliegenden beiden Spieltage sind SCK-Coach Jörg Spillmann leichte Zweifel an der Aussagekraft des Tabellenbildes gekommen. Sein Team hat zwei wichtige Spiele in Folge verloren und dabei gegen den BV 04 nicht ein Tor zustande gebracht. "Der TSV hat vorigen Sonntag gleich vier Tore gegen die Düsseldorfer geschossen, da könnte man doch meinen, Dormagen sei besser als wir", rechnet Spillmann vor, wohlwissend, das die Fußball-Arithmetik so einfach nun doch nicht ist.

Dass die Chemiestädter aber eine starke Mannschaft beisammen haben, das musste Spillmann schon in der vorigen Saison an eigenem Leib erfahren. Da saß er in der Bezirksliga nämlich noch für Sparta Bilk auf der Bank und musste gleich zwei Mal die Überlegenheit des TSV anerkennen. "Damals war zwar noch Topstürmer Murat Aydin dabei, doch auch so war das eine sehr kompakte Mannschaft, und der bisherige Saisonverlauf hat bewiesen, dass wir uns gerade gegen defensivstarke Mannschaften sehr schwer tun", erklärt Spillmann, den es in dieser Hinsicht sicherlich doppelt schwer treffen dürfte, dass ihm sein Kapitän Ralf Bresser nach dem Achillessehnenriss im Match gegen TuS Grevenbroich nicht zur Verfügung steht.

Er ist es nämlich, der über die rechte Seite die Angriffe nach vorne treiben und die Flanken schlagen kann, nach denen das Sturmduo Fernandez/Rombey geradezu lechzt. Zu allem Unglück steht hinter dem Einsatz von Dirk Hirnstein, der diese Rolle auch übernehmen kann, ein Fragezeichen. Er plagte sich zuletzt mit einer Grippe herum. Zumindest fraglich ist auch der Einsatz von Toni Fernandez, der heftig unter einem Magen-Darm-Virus zu leiden hat.

Auf keinen Fall einsatzbereit ist Sven Scharfenberg, der wegen Leistenbeschwerden erst wieder ab der nächsten Woche ins Geschehen eingreifen wird. Spillmann: "Das Training war am Dienstag mit so wenig Leute wahrlich keine Freude. Um zu wissen, mit welcher Taktik wir am Höhenberg auflaufen werden, muss ich erst einmal wissen, welche Spieler mir überhaupt zur Verfügung stehen."

Von einer sattelfesten Abwehr will der TSV-Coach in Bezug auf seine Mannschaft allerdings nicht sprechen. "Wir sind einfach zu grün in der Defensive", sagt Frohs mit Blick auf die Partie gegen den BV 04, in der zwei Mal eine Führung verspielt wurde. Da fehlte allerdings auch Routinier Andreas Wincierz, dessen Rückkehr Frohs gegen Kapellen deswegen auch ersehnt. Fortschritte hat Frohs hingegen bei der Chancenverwertung ausgemacht, die seit dem Weggang von Topstürmer Murat Aydin zum Oberligisten Germania Ratingen sehr zu wünschen übrig ließ.

Aydin kommt unterdessen bei seinem neuen Arbeitgeber überhaupt nicht zurecht und wird schon als Fehleinkauf abgestempelt. Klar, dass bei Bayer schon über ein Rückholaktion nachgedacht wurde, doch Frohs stellt klar: "Murat will in Ratingen bleiben. Wie das in der Winterpause aussieht, muss man abwarten."