2. Handball-Bundesliga : Motivationshilfen in Dormagen dringend gesucht

Eine lange Saison in der 2. Handball-Bundesliga hat auch beim TSV Bayer Dormagen Spuren hinterlassen. Zum Abschluss stehen noch die Partien am Mittwoch gegen den TuS Ferndorf und am Samstag daheim gegen den HC Elbflorenz aus Dresden an.

Es ist noch gar nicht so lange her, da sah es so aus, als könnten die Zweitliga-Handballer des TSV Bayer Domagen tatsächlich eine der ganz großen Überraschungen der Saison werden. Da lieferte sich die junge Mannschaft vom Höhenberg von Woche zu Woche einen heißen Kampf mit dem HC Elbflorenz um den vierten Tabellenplatz hinter dem enteilten Trio HSV, Nettelstedt und Gummersbach. Doch nach fünf Spielen mit vier Niederlagen und nur einem Sieg ist dieser Kampf bei vier Punkten Rückstand so gut wie verloren, auch wenn es im letzten Spiel daheim noch gegen die Dresdner geht. „Für unsere junge Mannschaft waren die letzten Wochen einfach zu viel. Die Spieler sind am Ende. Wir freuen uns alle auf den Urlaub“, sagt Trainer Dusko Bilanovic. Doch wer den Serben nur ein bisschen kennt, der weiß, dass er es überhaupt nicht leiden kann, zu verlieren. Deswegen sucht er nach Möglichkeiten, seine Truppe nach der unglücklichen 23:24-Niederlage am vergangenen Wochenende in Eisenach für den Saisonendspurt weitere Motivationshilfen an die Hand zu geben.

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Wobei es für ihn außer Frage steht, dass seine Spieler noch mal alles in die Waagschale werfen, selbst wenn es auf den ersten Blick tabellarisch nicht mehr um viel geht. „Egal, wo wir am Ende landen. Feststeht, dass wir die beste Saison seit vielen Jahren spielen. Und die wollen wir natürlich vernünftig abschließen“, betont Bilanovic, der vor diesem Hintergrund auch Rang fünf für eine Platzierung hält, für die es sich zu kämpfen lohnt. Als Siebter haben die Dormagener aktuell zwar drei Zähler Rückstand auf den EHV Aue, doch sie haben durch das Nachholspiel gegen Ferndorf auch noch eine Partie mehr in der Hinterhand.

Ein Sieg am Mittwoch (18.30 Uhr) ist also Pflicht, soll es tabellarisch noch ein wenig nach oben gehen. Aber auch, um mögliche Angriffe der Konkurrenten auf den Plätzen dahinter abzuwehren. „Wir haben gegen Ferndorf aber auch noch etwas gutzumachen“, packt Bilanovic noch einen zusätzlichen Motivationsfaktor aus. Schließlich verlor sein Team äußerst unglücklich mit 26:27, als das Hinspiel Corona-bedingt nach etlichen vergeblichen Versuchen vor rund zwei Monaten endlich im TSV-Bayer-Sportcenter über die Bühne gehen konnte. Geheimnisse dürfte es zwischen beiden Mannschaften nicht mehr geben. Schließlich hatten sie auch in der Saisonvorbereitung schon mal gegeneinander gespielt. „Ich sehe die Mannschaft so stark wie Eisenach“, sagt Bilanovic, was angesichts der Niederlage dort am vergangenen Samstag durchaus als Warnung an seine Spieler verstanden werden kann.

Steigerungsbedarf gibt es insbesondere im Angriff, wo den Dormagenern in der zweiten Hälfte auffällig viele technische Fehler unterliefen. In der Folge gelangen nur neun mickrige Tore. Auch der vor der Pause so starke Halbrechte André Meuser tauchte völlig ab. Er ließ sich offenbar davon aus der Fassung bringen, dass ihn die Heimfans nach einer aus ihrer Sicht ungebührlichen Aktion gegenüber einem Eisenacher Spieler bei jeder Ballberührung gnadenlos auspfiffen. „Daraus muss er lernen“, sagt Bilanovic, der seinen Rückraumschützen nach überstandener Verletzung aber weiter im Aufwind sieht. Das ist wichtig, denn auf der anderen Seite fehlt fehlt Ante Grbavac aus privaten Gründen. Zudem hat sich Torwart Sven Bartmann mit Fieber abgemeldet.