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Bayer Dormagen vor Heimspiel gegen den TuS Ferndorf

2. Handball-Bundesliga : Bayer will positiven Trend fortsetzen

Nach dem schwachen Start gegen Dessau haben sich Dormagens Zweitliga-Handballer klar gesteigert. Da passt es gut, dass das ausgefallene Spiel gegen den TuS Ferndorf auf Samstag gelegt wurde. So können sie im Rhythmus bleiben.

Ihre bislang stärkste Saisonleistung brachten am vergangenen Samstag die Zweitliga-Handballer des TSV Bayer Dormagen. Im ersten Geisterspiel am Höhenberg trotzten sie dem Titelkandidaten Tus N-Lübbecke ein Unentschieden ab. Noch mal eine Steigerung im Vergleich zu dem überraschenden Sieg bei der SG BBM Bietigheim, dem der schwache Auftakt mit der Heimniederlage gegen den Aufsteiger Dessau-Roßlauer HV vorausgegangen war. Der Trend geht also ganz klar aufwärts und soll auch im Heimspiel am Samstag (19.30 Uhr) gegen den TuS Ferndorf fortgesetzt werden.

Eine Partie, die so gar nicht auf dem Spielplan stand, denn eigentlich wäre am Wochenende wegen diverser Länderspiele frei gewesen. Doch weil es wegen der Corona-Krise zu etlichen Absagen kam, standen sowohl auf Dormagener als auch auf Ferndorfer Seite alle Spieler zur Verfügung, so dass sich beide Seiten darauf einigten, das Nachholspiel auf Samstag zu legen. Zunächst hatte die Begegnung schon am 25. Oktober über die Bühne gehen sollen, doch da befanden sich die Ferndorfer wegen eines positiven Corona-Falls in ihrem Team noch in Quarantäne. Als die Dormagener kurz nach dem Unentschieden gegen Nettelstedt die Zusage bekamen, genau eine Woche später gegen Ferndorf antreten zu können, war die Freude groß.

„Es ist jetzt einfach ganz wichtig, im Rhythmus zu bleiben“, sagt TSV-Coach Dusko Bilanovic. Wie schwer das ohne Wettkampfpraxis ist, davon können die Dormagener ein Liedchen singen. Schließlich lagen zwischen dem Sieg gegen Bietigheim und dem Unentschieden gegen Nettelstedt wegen der Corona-bedingten Spielabsagen gegen den HSV Hamburg und eben Ferndorf satte drei Wochen. Dennoch ist es Bilanovic gelungen, sich mit seiner Mannschaft trotz aller durch die Pandemie verursachten Störgeräusche auf das Wesentliche zu konzentrieren und die Form kontinuierlich zu steigern. „Nach dem Aussetzer gegen Dessau haben wir uns auf unsere Stärken konzentriert und weiter verfeinert. Natürlich haben wir aber auch Fehler angesprochen und weitere Varianten in unserem Spiel erarbeitet. So haben wir Sicherheit bekommen“, erklärt Bilanovic.

Einen richtigen Schub bekamen die Bemühungen der Dormagener noch mal durch den Auswärtssieg gegen die hoch gehandelten Bietigheimer. Dieses Hochgefühl gepaart mit konzentrierter Arbeit trug offenbar durch die folgenden drei Wochen und hatte gegen den TuS N-Lübbecke die bislang beste Saisonleistung zur Folge. Dass es keine weiteren größeren Pausen gibt, ist für Bilanovic auch langfristig wichtig. Das sei eine Voraussetzung, um das Verletzungsrisiko für die kommenden Wochen gering zu halten. Im November stehen noch fünf, im Dezember dann sieben Partien auf dem Programm. „Es ist besser regelmäßig zu spielen, als aus einer längeren Wettkampfpause in eine Phase mit hohen Belastungen zu gehen“, weiß Bilanovic.

Ihre Erfahrungen mit einer ausgedehnten Unterbrechung der Saison mussten unfreiwillig auch die Ferndorfer machen. Die Truppe aus der Stadt Kreuztal im nordrhein-westfälischen Kreis Siegen-Wittgenstein pausierte wegen der Corona-Quarantäne genau wie die Dormagener drei Wochen. Gegen den Aufsteiger TuS Fürstenfeldbruck gab es zwar einen Heimsieg, doch bei dem 30:29 taten sich die Ferndorfer sehr schwer. „Die suchen auch noch ihre Form“, weiß Dusko Bilanovic, der sich bislang alle drei Saisonspiele (zwei Siege, eine Niederlage) des TuS per Video angeschaut hat. Beim 26:24-Erfolg in der Vorbereitung konnte der TSV-Coach den nächsten Gegner sogar aus nächster Nähe beobachten, doch das hat für inzwischen keinen Wert mehr. „Die Lage hat sich komplett verändert. Ferndorf hat eine gute Mannschaft mit einigen sehr erfahrenen Spielern“, sagt Bilanovic. Er geht ähnlich wie gegen Nettelstedt von einer attraktiven Partie auf Augenhöhe aus. Unter normalen Umständen also ein schönes Spiel für die Zuschauer, die allerdings erneut nicht im TSV-Bayer-Sportcenter zugelassen sind. Das zweite Geisterspiel in Folge steht auf dem Programm. 

Eine Schwächung für die Gastgeber wäre es, wenn Ante Grbavac ausfiele. Genau wie die ganze Mannschaft hat sich der wurfgewaltige linke Rückraumspieler im bisherigen Saisonverlauf enorm gesteigert, mit acht Treffern war er gegen Nettetstedt der beste Schütze. Wegen einer Trainingsblessur steht hinter seinem Einsatz ein Fragezeichen. Doch Bilanovic bleibt zuversichtlich: „Wir haben auch bisher gezeigt, dass wir in der Lage sind, den Ausfall von Leistungsträgern zu kompensieren.“ Bestimmt auch ein Grund für den Aufwärtstrend.