2. Handball-Bundesliga Dormagen wehrt sich gegen Favoritenrolle

Dormagen · Nach dem Start mit drei Partien gegen Aufstiegskandidaten treffen Dormagens Zweitliga-Handballer am Freitag daheim erstmals auf ein Team, das nicht so hoch gehandelt wird. Doch TSV-Coach Dusko Bilanovic warnt vor der DJK Rimpar.

 Als die Spieler des TSV Bayer Dormagen ihren Heimsieg gegen Bietigheim ausgelassen feierten, konnte Gäste­coach Iker Romero nur frustriert zuchauen.

Als die Spieler des TSV Bayer Dormagen ihren Heimsieg gegen Bietigheim ausgelassen feierten, konnte Gäste­coach Iker Romero nur frustriert zuchauen.

Foto: Heinz J. Zaunbrecher

Das bisherige Auftaktprogramm der 2. Handball-Bundesliga hatte es für den TSV Bayer Dormagen wahrlich in sich. Immerhin konnte die Mannschaft von Trainer Dusko Bilanovic aus den drei Partien gegen vor der Saison als Aufstiegskandidaten gehandelte Teams trotz anhaltend großer Personalsorgen gegen Bietigheim einen Sieg einfahren. Und gegen Hamm und Erstliga-Absteiger Coburg war seine Mannschaft ganz dicht dran an weiteren Überraschungen. Da mutet der nächste Gegner für das Heimspiel am Freitag (19.30 Uhr) fast schon auffällig unspektakulär an. Erstmals in der neuen Spielzeit geht’s in Gestalt der DJK Rimpar Wölfe gegen einen Gegner, der nicht so hoch gehandelt wird und in der Abschlusstabelle der vergangene Saison als Zwölfter deutlich hinter den Dormagenern (7.) stand.

Doch von der Favoritenrolle auf dem Papier will Dusko Bilanovic nichts wissen. Und das nicht nur, weil sich seine Mannen nachgewiesener Weise in dieser Rolle sehr schwer tun, auch die nach wie dürftige Personalsituation mit den drei Ausfällen im linken Rückraum lässt den Serben sehr zurückhaltend sein. Alexander Senden wird erst im neuen Jahr wieder eingreifen können, bei Lukas Rehfus dauert es auch noch länger und dass das Comeback von Ante Grbavac absehbar ist (noch bis Sonntag krankgeschrieben), bringt aktuell auch nichts. „Unter diesen Voraussetzungen sind wir nicht Favorit“, betont Bilanovic, der das allerdings nicht alleine an den Problemen auf Dormagener Seite festmachen will. Er ist auch überzeugt von der Qualität des Gegners: „Das ist eine sehr erfahrene Mannschaft, die schon lange zusammenspielt.“ Dass die Wölfe drei Spieler verloren und nur einen externen hinzubekommen sowie in Julian Thomann einen neuen Trainer haben, ficht ihn nicht an. Die wichtigsten Spieler wie Steffen Kaufmann, Patrick Schmidt und Benedikt Brielmeier im Rückraum sowie der robuste Kreisläufer David Kovacic sind jedenfalls noch da. Auch wenn sie bislang nur die Auftaktpartie in Dessau gewinnen konnten, haben sie den TSV-Coach im Rahmen seines Videostudiums weitgehend überzeugt. Im Vergleich zu dem eher rustikalen Handball, den Rimpar noch unter dem in der Rückrunde entlassenen Ceven Clatt spielte, wurde der schon unter Nachfolger Rolf Brack eingeschlagene Weg fortgesetzt. 

„Die spielen ein bisschen offensiver und schnelleren Handball“, hat Bilanovic beobachtet. Dem werden die Dormagener wieder ihre bislang so gut aufgelegte Abwehr entgegensetzen. In der Offensive wird der Trainer sich wieder etwas einfallen lassen müssen, um den angesichts der Ausfälle so stark beanspruchten Rückraum zu entlasten – auch wenn Neuzugang Patryk Biernacki seine Sache auf Halblinks immer besser macht und in Coburg mit acht Toren glänzte. Gegen Bietigheim tauchte Patrick Hüter im zentralen Rückraum auf, in Coburg waren es die Außenspieler Tim Mast und Jakub Sterba. „Da müssen wir basteln, wir werden uns wieder etwas Neues ausdenken“, verspricht Dusko Bilanovic.

Wobei sich der Trainer wünsche würde, dass sein Team zusätzlich noch mehr Unterstützung von der Fans bekommt. Beim Sieg gegen Bietigheim waren es 565 Zuschauer, die nach der langen Corona-Abstinenz eine tolle Stimmung verbreiteten. Doch Bilanovic sehnt sich danach, dass langsam die Zahlen von vor Corona zurückkehren. „So um die 1000 Zuschauer hätten sich die Jungs verdient“, betont Blanovic. Auch am Dienstag darauf könnten die Dormagener in der zweiten Runde des DHB-Pokal zusätzliche Unterstützung gebrauchen, um gegen den Erstligisten und Titelverteidiger TBV Lemgo-Lippe das vermeintlich Unmögliche möglich zu machen. Doch auch wenn diese Partie ein absolutes Highlight für die Dormagener wird, will Bilanovic daran jetzt noch keinen Gedanken verschwenden. Und schon gar keine Kraft sparen. Denn der Liga-Alltag genießt oberste Priorität, schließlich sollen gegen Rimpar wichtige Punkte her, um sich frühzeitig von der Abstiegszone abzusetzen. „So eine englische Woche ist normal für uns. Entsprechend haben wir in der Vorbereitung trainiert.“