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Bayer Dormagen nach Heimniederlage gegen Eintracht Hagen

2. Handball-Bundesliga : Dormagen gehen gegen Hagen die Kräfte aus

Nach einer starken ersten Spielhälfte hatte der TSV gegen Aufsteiger Eintracht Hagen nach dem Seitenwechsel nichts mehr zuzusetzen. Die noch weiter verschärfte Personalsituation machte sich bemerkbar und mündete am Freitagabend in einer Niederlage.

Langsam, aber sicher gehen dem Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen die Spieler aus. Nach dem so gravierenden Ausfall von Mittelmann Ian Hüter vor dem Spiel gegen den VfL Gummersbach und der Hiobsbotschaft, dass der 23-Jährige auch im Heimspiel gegen den VfL Eintracht Hagen ausfallen würde, zog sich im Abschlusstraining vor der Hagen-Partie auch noch Rechtsaußen Jakub Sterba eine schwere Blessur zu. Er fällt wohl mit einem Bänderriss im Sprunggelenk auch länger aus. Dass die Dormagener den Substanzverlust der zahlreichen Ausfälle jetzt nicht mehr auffangen können, nachdem sie zuvor viele Wochen tapfer dagegen angekämpft hatten, zeigte sich nach der klaren Niederlage in Gummersbach nun auch in der Heimpartie gegen Hagen. Letztlich fehlten einfach die Kräfte, um dem in der Spitze und Breite stark besetzten Aufsteiger bis zum Schluss Paroli bieten zu können. Das Team von Trainer Dusko Bilanovic musste eine verdiente 25:30 (16:16)-Niederlage hinnehmen.

„Wären wir komplett gewesen, sieht es in diesem Spiel anders aus. Jetzt müssen wir noch ein Spiel in Dresden überleben und wenn Ian zurück ist, wieder angreifen. Wir müssen weiter an uns glauben“, meinte Bilanovic nach der zweiten Niederlage in Folge, die auch die zahlreichen TSV-Fans unter den 633 Zuschauern am Höhenberg mit ihrer Unterstützung nicht verhindern konnten. Dabei hatten die Dormagener in der ersten Hälfte noch auf Augenhöhe agiert und sich nicht abschütteln lassen. Weil beide Abwehrreihen den Laden nicht wirklich dicht bekamen, fielen auf beiden Seiten zahlreiche Tore aus dem Rückraum, bei Dormagen zeigten sich sowohl Ante Grbavac auf Halblinks als auch André Meuser auf Halbrechts treffsicher. In Kombination mit einem bärenstarken aufspielenden Christian Ole Simonsen im Tor, der Martin Juzbasic in der elften Minute abgelöst hatte, schaffte es der TSV einen 6:9-Rückstand nach einem Tor von Jan Reimer in eine 10:9-Führung zu verwandeln (18.). Anschließend gingen zwar die Gäste wieder in Front, doch Dormagen blieb dran.

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Zu Beginn der zweiten Hälfte konnte der TSV nur noch kurz mithalten (18:18, 33.), doch dann zeigten die Hagener, dass sie ihre Lehren aus der ersten Hälfte gezogen hatten. Im gleiche Maße, wie sie ihre Defensivarbeit verstärkten, baute der Dormagener Rückraum ab. Pouya Norouzinezhad rückte immer wieder raus, um die Wurfversuche von André Meuser schon im Keim zu ersticken. Das machte er so gut, dass Dormagens Halbrechter ziemlich entnervt war und nach der Pause nur noch eines seiner sieben Tore zustande brachte. Auch sein Rückraumkollege Patryk Biernacki baute auf der Mittelposition nach ordentlicher erster Hälfte mächtig ab und produzierte zahlreiche Fehler, von denen die Hagener profitierten. Und weil es auch Shooter Ante Grbavac überhaupt nicht mehr schaffte, Druck aufs gegnerische Tor zu erzeugen, mussten die Gastgeber immer härter für ihre Tore arbeiten, während die Angriffsmaschine des VfL weiter wie geschmiert lief.

Hatte bis zur 43. Minute noch TSV-Keeper Christian Ole Simonsen, der auf neun starke Paraden kam, die Gästeangreifer teils noch bremsen können, hatten sie mit der Rückkehr von Martin Juzbasic nahezu freie Bahn. Der sonst so starke Kroate bekam dauerhaft keine Hand an den Ball. Allerdings auch, weil die Bayer-Abwehr gegen die Königsposition der Hagener keine Mittel mehr fand. In der Schlussphase traf Pouya Norouzinezhad nach Belieben, so dass die Gäste zunächst auf 23:21 (46.) erhöhten und dann unaufhaltsam davonzogen. Während Bilanovic nur noch seine Youngster Sören Steinhaus und Lucas Rehfus im Köcher hatte und sie auch auf der Platte ließ, als die Partie verloren war, nutzte Kollege Stefan Neff alle Möglichkeiten seines üppigen Kaders, so dass der Sieg sicher nach Hause gebracht wurde.

Dormagen: Meuser (7), Reimer (5/3), Grbavac (5), Mast (2), Biernacki (2), Rehfus (1), P. Hüter (1), Seesing (1), Steinhaus (1)

Hagen: Norouzinezhad (6), Pröhl (6), Stefan (6), Mestrum (4), Vorlicek (3), Schmidt (2), Toromanovic (2), Athanassoglou (1)