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Bayer Dormagen nach hartem Kampf gegen Emsdetten

2. Handball-Bundesliga : TSV erkämpft sich immerhin einen Punkt

Trotz erneut gravierender Ausfälle vor dem Heimspiel gegen den TV Emsdetten wäre für die Zweitliga-Handballer aus Dormagen am Freitag durchaus ein Sieg drin gewesen. Am Ende verdiente sich Bayer mit großem Einsatz ein Remis.

Als der TV Emsdetten im Endspurt der Vorsaison der 2. Handball-Bundesliga im Mai Gast von Bayer Dormagen war, erkämpften sich die Münsteraner im Ausweichquartier des TSV in Leverkusen beim 30:30 einen Punkt. Ein Zähler, der entscheidenden Anteil am knappen Klassenverbleib haben sollte. Das neuerliche Aufeinandertreffen, dieses Mal am Höhenberg, endete am Freitagabend nach einer überaus torarmen Partie auf bescheidenem Niveau 18:18 (10:11). Ob das Unentschieden dieses Mal den inzwischen in die Abstiegszone abgerutschten Dormagenern hilft, ist angesichts von noch 28 ausstehenden Spielen noch völlig ungewiss.

Immerhin brachte das Unentschieden nach fünf Niederlagen in Folge und drei Spielabsagen wegen Corona-Fällen bei den Gegnern einen wichtigen Punkt für die Moral der Dormagener, die trotz erneuter personeller Hiobsbotschaften vor der Partie mit ihrem fast schon letzten Aufgebot den Abstiegskampf voll annahmen und eine kämpferisch starke Leistung ablieferten. Zu den Langzeitverletzten hatten sich vor der Partie – wie schon Mitte der Woche befürchtet – auch noch die wichtigen Rückraumspieler Ian Hüter (Mitte) und André Meuser (Halbrechts) gesellt, so dass von TSV-Coach Dusko Bilanovic jede Menge Kreativität gefordert war. Zumal auch noch der vor der Saison als Ersatz für Ian Hüter geholte Pole Patryk Biernacki vor allem in der Offensive einen schwachen Tag erwischte und weite Teile der zweiten Spielhälfte auf der Bank verbringen musste. So bekam der aus der zweiten Mannschaft (Oberliga) hochgezogene Janis Beckers mehr Spielzeit und machte seine Sache auch ordentlich, drei Tore (zwei schon vor der Pause) standen für ihn am Ende zu Buche.

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Ebenfalls viele Minuten bekam aus der Reserve Max Eugler in der Abwehr, der sich mit unbändigem Willen in der Abwehr in alles hineinwarf, was vom Emsdettener Angriff kam. Eine Einstellung, die beim gesamten TSV-Team zum Tragen kam. „Ich kann meine Jungs nur loben. Das war pure Leidenschaft und Kampf“, meinte TSV-Coach Dusko Bilanovic nach der Partie. Und das, obwohl er seinen Spielern teils viel abverlangte, im Rückraum viel rotierte und auf einigen Positionen überraschende Lösungen anbot. Am auffälligsten sicher Tim Mast, der lange Zeit als Spielmacher agierte und Jakub Sterba, der öfter nach innen zog und Halbrechts agierte. Auch dem beherzten Auftritt von Sterba sowie den Toren von Ante Grbabvac und Janis Beckers war es verdanken, dass die Dormagener nach einem schwachen Start (1:5, 7. Minute) auf 5:6 herankamen und auch nach einem 5:10-Rückstand (21.) wieder aufholten.

Ein weiterer entscheidender Faktor für die ganze Partie war, dass TSV-Keeper Martin Juzbasic rechtzeitig vor der Partie wieder fit geworden war. Er steigerte sich ins Spiel und wurde von Minute zu Minute besser. Nach der Pause brachte er die Gäste-Angreifer regelrecht zur Verzweiflung, so dass für ihn am Ende überragende 16 Paraden zu Buche standen. Gäste-Coach Sascha Bertow sah es so: „Wenn ich meinen Spielern einen Vorwurf machen kann, dann den, dass wir keine guten Abschlüsse hatten. Wir haben den Dormagener Torwart blau geworfen.“ So ging der TSV in Hälfte zwei durch ein Tor von Janis Beckers erstmals in Führung (14:13, 41.).

Dass sich auch der TSV anschließend schwer mit dem Torewerfen tat, lag auch daran, dass die Gäste mit der Einwechslung von Torwart Maurice Paske ein glückliches Händchen bewiesen. Dennoch blieb Dormagen bis zum 18:17 (56.) per Siebenmeter durch Grbavac vorne. Nach dem Ausgleich durch Yannick Terhaer (57.) hatten beide Teams noch die Chance auf den Sieg, ließen sie aber ungenutzt. Angesichts der leidenschaftlichen Vorstellung seines Teams meinte Bilanovic: „Ich bin mir 1000-prozentig, dass wir noch genug Punkte holen, um die Klasse zu halten.“ Schon am Mittwoch geht es daheim gegen den TV Hüttenberg weiter.