1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Bayer Dormagen nach der Niederlage in Coburg

2. Handball-Bundesliga : Für den TSV war in Coburg mehr drin

Beim Erstliga-Absteiger HSC Coburg waren die Zweitliga-Handballer des TSV Bayer Dormagen auf Augenhöhe. Dank eines erneut beherzten Auftritts hätten sie mindestens einen Punkt verdient gehabt, gingen aber letztlich leer aus.

Im Auswärtsspiel beim Erstliga-Absteiger HSC Coburg hatten die Zweitliga-Handballer des TSV Bayer Dormagen am Samstagabend ein Déjà-Vu, auf das sie gerne verzichtet hätten. Beim Saisonauftakt in Hamm gingen sie in der Schlussphase in Führung hatten plötzlich sogar eine realistische Siegchance. Jakub Sterba fing einen Ball ab und wollte gerade zum Gegenstoß ansetzen, da wurde die Partie wegen eine Hammer Auszeit unterbrochen. In Coburg war es Spielmacher Ian Hüter, der sich einen Pass schnappte und sich bei einem 27:28-Rückstand in der letzten Minute auf den Weg zum verdienten Ausgleich machen wollte. Doch auch er wurde wegen einer Auszeit zurückgepfiffen. Letztlich blieb es beim 28:27 (17:14) für Coburg, so dass die weiterhin personell arg gebeutelten Dormagener trotz einer starken Auswärtsvorstellung gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner wieder mit leeren Händen dastanden.

„Es war super hektisch. Deswegen ist es schwer zu sagen, ob die grüne Karte rechtzeitig auf dem Zeitnehmertisch lag. Aber es gab einige fragliche Entscheidungen gegen uns“, meinte TSV-Coach Dusko Bilanovic, „ich habe den Schiedsrichtern gesagt, dass es keinen Grund gab, die ohnehin favorisierten Coburger so zu unterstützen.“ Der Ärger des Trainers ist nachzuvollziehen, denn seine Mannschaft präsentierte sich trotz der unverändert schwierigen personellen Lage mit drei verletzten Halblinken über die komplette Spielzeit auf Augenhöhe, ließ sich auf Basis einer erneut extrem bissigen Abwehr nicht abschütteln und glaubte bis zum Schluss an seine Chance. Dass es dann doch nicht reichte, das war auch Dusko Bilanovic klar, lag allerdings nicht an den Unparteiischen. „Als wir den Big Point hätten setzen können, haben wir es nicht geschafft. Aber das ist der Preis, den eine junge Mannschaft zahlt. Da hat uns die Geduld gefehlt“, meinte der TSV-Coach auch mit Blick auf die spannende Schlussminute, als nach der besagten Auszeit Coburg den Sack hätte zumachen können, der bis dahin überragende Rechtsaußen Florian Billek aber an TSV-Keeper Martin Juzbasic scheiterte.

  • Patrick Hüter überraschte gegen Bietigheim phasenweise
    2. Handball-Bundesliga : Bayer steht vor dem nächsten Kraftakt
  • Trainertalk mit (v.l.) Iker Romero, Detlev
    2. Handball-Bundesliga : Dormagener erkämpfen sich mit viel Leidenschaft den Sieg
  • André Meuser traf bei der Auswärtsniederlage
    2. Handball-Bundesliga : Dormagen hofft auf Hilfe der Zuschauer

So blieben den Gästen noch 20 Sekunden zum Ausgleich, doch der bis dahin mit acht Toren aus zehn Versuchen starke Ian Hüter versuchte mit einem etwas zu voreiligen Pass vergeblich, den am Kreis postierten Youngster Aron Seesing (18) zu erreichen. Mangelnde Abgeklärtheit in mancher Situation kann auch der zweite Grund für die punktlose Rückkehr der Dormagener sein. Denn hätten sie nur einige ihrer klaren Torchancen mehr genutzt, wäre die Partie wohl anders ausgegangen. Zwanzig Fehlversuche sprechen eine deutliche Sprache. Und dass es dazu kam, lag nicht nur an Torhüter-Routinier Jan Kulthanek (40) und an seinem in der Schlussphase stark haltenden Kollegen Jan Jochens, sondern auch an einigen falschen Entscheidungen.

Davon betroffen war auch der Pole Patryk Biernacki, der aber weiter ansteigende Form zeigt und – hauptsächlich auf Halblinks eingesetzt – mit acht Toren seine Sache sehr gut machte. Zusammen mit Ian Hüter hatte er großen Anteil daran, dass die Dormagener im ersten Durchgang dranblieben, in der 10. Minute erzielte er das 10:10. Gegen Ende der ersten Hälfte war es dann eine taktische Finesse von Dusko Bilanovic, die die Gastgeber vor Probleme stellte. War es beim Sieg gegen Bietigheim noch Kapitän Patrick Hüter, der kurzzeitig als Spielmacher auftauchte, übernahmen diesen Part in Coburg die Außenspieler Tim Mast und Jakub Sterba. Zwei Tore von Ian Hüter von Halblinks in dieser Phase brachten Bayer auf 14:15 (28.) heran. Dass die Gastgeber dann doch mit einer klaren Führung in die Pause gingen, lag an zwei Toren von HSC-Shooter Karl Toom und einer vergebene Doppelchance von Mast und Sterba. Auch nach dem Seitenwechsel ließen sich die Gäste nicht abschütteln, stellten Coburg durch eine immer offensiver agierende Abwehr vor große Probleme und holten nach einem anfänglichen 14:18-Rückstand Tor um Tor auf. Nachdem Jakub Sterba nach Zuspiel von Ian Hüter (42.) mit einem spektakulären Kempa-Trick zum 20:20 ausgegelichen hatte, erzielte Aron Seesing kurz darauf die erste Führung seit der Anfangsphase des Spiels. Danach blieb es auch spannend, weil die Coburger weiterhin kaum zu ihren gefürchteten Gegenstößen kamen. „Nur sechs technische Fehler zeigen, dass wir sehr diszipliniert und konzentriert waren“, sagte Bilanovic. Schon nächsten Freitag daheim gegen Rimpar können die Dormagener dafür sorgen, dass ihr Aufwand mit zwei Punkten belohnt wird.