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Bayer Dormagen nach dem Sieg gegen die DJK Rimpar Wölfe

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Bayers Zweitliga-Handballer sind auch daheim gegen Rimpar wieder an ihre Grenzen gegangen, im Gegensatz zur Partie davor in Coburg dafür aber mit einem Sieg belohnt worden. Schon am Dienstag kommt im DHB-Pokal Lemgo.

Wenn es nach den Fans des TSV Bayer Dormagen geht, kann es so mit Sicherheit gerne weitergehen. War es nach dem ersten Heimspiel der Saison Kapitän Patrick Hüter, der nach dem überraschenden Sieg gegen die SG BBM Bietigheim die Humba anstimmte, um sich bei den Anhängern für die gute Unterstützung zu bedanken, übernahm diesen Part am Freitagabend Jan Reimer. Anlass war dieses Mal der wichtige 27:24 (13:9)-Heimerfolg gegen die DJK Rimpar Wölfe, der mit Blick auf die nach wie vor extrem angespannte Personalsituation und das schwere Auswärtsspiel nächsten Sonntag (16 Uhr) beim VfL Gummersbach enorm Druck aus dem Kessel nimmt.

Schön für die Dormagener: Nachdem es in der vergangenen Saison bis auf das erste Spiel gegen Dessau nicht möglich war, bei Heimspielen das TSV-Bayer-Sportcenter zu besuchen, scheint es sich nach den Lockerungen der Corona-Regeln jetzt langsam herumzusprechen, dass der Höhenberg wieder ein lohnenswertes Ziel ist. Immerhin kamen am Freitag schon 654 Zuschauer, knapp 100 mehr als gegen Bietigheim 14 Tage zuvor. Und sie bekamen wieder eine TSV-Mannschaft zu sehen, die allen personellen Widrigkeiten zum Trotz mit viel Leidenschaft, teils jugendlicher Begeisterungsfähigkeit und taktischen Finessen alles in die Waagschale warf und so letztlich einen verdienten Erfolg einfuhr. Allerdings sahen sie auch, dass die Rimparer mit einer eher unterdurchschnittlichen Leistung großen Anteil an ihrer Niederlage hatten und es die Dormagener durch etliche vergebene Möglichkeiten verpassten, schon früher für klare Verhältnisse zu sorgen.

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„Wir haben ein schweres Spiel erwartet. Fünf verletzte Spieler auf der linken Seite tun uns schon richtig weh. Da kann man nicht davon ausgehen, dass wir den Gegner aus der Halle schießen“, meinte TSV-Coach Dusko Bilanovic. Gerade in der Anfangsphase, als die Gäste irgendwie noch gar nicht anwesend zu sein schienen und fast neun Minuten kein Tor erzielten, hätte Bayer noch mehr Profit daraus schlagen können. Doch als sich bei den Wölfen technischer Fehler und Fehlwürfe aneinanderreihten, gingen die Gastgeber zwar 4:0 in Front, leisteten sich aber auch ein paar Fehler zu viel. Das zog sich auch durch den Rest der Partie. Es gab einige Situationen, in denen der TSV sich hätte deutlicher absetzen können, aber im Angriff gute Chancen liegenließ. Die Chancenverwertung war auch schon ein Problem bei der unglücklichen 27:28-Auswärtsniederlage in Coburg gewesen. Da leisteten sich die Dormagener 20 Fehlwürfe, gegen Rimpar waren es auch noch 18. Wobei Dusko Bilanovic eine plausible Erklärung dafür hat: „Wir müssen hinten richtig ackern. Das kostet Kraft. Wenn wir mehr Leute hätten, die Verantwortung übernehmen könnten, wäre vieles einfacher.“ Wobei die aktuelle Lage auch deutlich macht, welches Potenzial im Bayer-Kader schlummert. Trotz der Verletztenmisere ist die Mannschaft bislang voll konkurrenzfähig. 

Auch weil Bilanovic es immer wieder schafft, auf Basis einer extrem griffigen Abwehrarbeit mit taktischen Kniffen und überraschenden Personalrochaden den Gegner vor Aufgaben zu stellen. Zudem scheut er sich auch nicht davor, jungen Spielern aus dem eigene Nachwuchs Verantwortung zu übertragen. So feierte etwa der 17-jährige Sören Steinhaus auf Halblinks seine Saisonpremiere und erzielte in Hälfte eins nach einigen gelungenen Aktionen sogar den Treffer zum 13:8. Der 18-jährige Lennart Leitz durfte wie schon gegen Coburg von der Siebenmeterlinie ran. Erst als er mit seinem zweiten Versuch scheiterte, übernahm der ebenfalls noch junge Jan Reimer (20) und behielt auch die Nerven, nachdem er in der 51. Minute in einer wichtigen Phase einmal gescheitert war. Wichtige Phase deshalb, weil die Gäste in der zweiten Hälfte bis auf 17:18 (43.) herangekommen waren und plötzlich wieder daran glaubten, etwas mitnehmen zu können. Doch dann spielten die Dormagener wieder stabiler und setzten sich auch dank einiger starker Paraden von Martin Juzbasic erneut ab. Spätestens als Reimer seinen sechsten Siebenmeter zum 25:21 (55.) vollendete, war eine Vorentscheidung gefallen. Nach den Feierlichkeiten stand beim TSV Regeneration im Fokus, denn schon am Dienstag geht’s im DHB-Pokal gegen den Erstligisten Lemgo. Dusko Bilanovic strebt auch da nach dem Maximum: „Die sollen gucken, dass sie uns nach 60 Minuten schlagen. Ich mache die Jungs heiß und wir werden versuchen, das Ding zu rocken.“