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Bayer Dormagen nach dem Heimsieg gegen Empor Rostock

2. Handball-Bundesliga : Ein gelungener Samstag für Dormagen

Dank eines überzeugenden Heimsieges gegen den HC Empor Rostock haben die Zweitliga-Handballer des TSV Bayer wieder den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz geschafft. Auch in Sachen Sponsoring gab es gute Nachrichten.

Der Samstag war ein guter Tag für den Handballstandort Dormagen. Noch vor dem so wichtigen Heimspiel der Zweitliga-Truppe des TSV Bayer Dormagen gegen den HC Empor Rostock verkündete Christoph Buchbender aus dem Vorstand der Rheinland-Versicherung, dass das Unternehmen seinen Vertrag als wichtigster Sponsor um zwei weitere Jahre verlängert. Anschließend bezwangen die Dormagener zum Abschluss der dritten englischen Woche in Folge dank einer starken Vorstellung Rostock deutlich mit 31:23 (14:9), schafften wieder den Sprung auf den Nichtabstiegsplatz 17 und sendeten ein wichtiges Signal an die Konkurrenten im Tabellenkeller. Zumal die bis auf Aue in den parallelen Spielen auch nicht punkten konnten.

Gleichwohl lieferte der Samstag keinen Freifahrtschein in eine sorgenfreie Zukunft. Denn die positiven Wendungen brachten auch klare Arbeitsaufträge mit sich. Für die Geschäftsführung der TSV-Handballer den, dass sie sich die nächsten zwei Jahre nach einem potenten Sponsor umschauen muss, der ab 2024 das finanzielle Rückgrat bildet. Denn Buchbender kündigte auch an, dass die Rheinland nach Ablauf der zwei Jahre, dann wird die Versicherung zwei Dekaden als TSV-Sponsor vollgemacht haben, ihr Engagement deutlich reduzieren wird. Die Zweitliga-Mannschaft der Dormagener muss indes dafür sorgen, dass in den letzten vier Saisonspielen die noch nötigen Zähler zum Klassenverbleib eingefahren werden. Denn trotz aller berechtigter Euphorie angesichts des bislang höchsten Saisonsiegs am Samstag, die 25 Pluspunkte, die aktuell auf dem Konto sind, werden ganz sicher nicht reichen, um auch in der nächsten Saison zweitklassig zu sein.

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Dennoch, die Vorstellung nach den zuletzt sehr unglücklichen Spielverläufen in den Auswärtspartien gegen Hüttenberg (29:29) und Hagen (29:30) war ein echter Mutmacher. Bis auf das 0:1 in der ersten Minute lagen die Dormagener gegen den Aufsteiger, gegen den sie in der Hinrunde noch 27:32 verloren hatten, nie zurück. Im Gegenteil, nach dem 2:1 (4.) durch den wieder sehr umtriebigen Winterzugang Mislav Grgic bauten sie ihren Vorsprung schon in der ersten Hälfte kontinuierlich aus. Der Schlüssel dazu lag in einer starken Abwehrleistung in Kombination mit dem gut aufgelegten Torwart Martin Juzbasic, für den am Ende starke 13 Paraden zu Buche standen. TSV-Coach Peer Pütz hatte in der Vorbereitung den Fokus darauf gelegt, Mittel gegen die konsequent mit sieben Feldspielern inklusive dreier Kreisläufer agierende Offensive der Rostocker zu finden. Um diese Variante im Training zu simulieren, lud er sogar drei befreundete Spieler aus der Region ein.

Dass das etwas gebracht hat, bestätigte Empor-Coach Till Wiechers nach der Partie: „Wir haben weder im 7:6 mit zwei Kreisläufern, noch mit drei Kreisläufern, noch im Tempospiel, noch im 6:6 über einen längeren Zeitraum Lösungen gefunden – und das muss man sagen, das hat bisher keine einzige Mannschaft so herausragend verteidigt wie Dormagen. Deshalb geht der Sieg absolut in Ordnung.“ Schon in der Anfangsphase unterliefen den Gästen drei technische Fehler, die der TSV dazu nutzte auf 5:2 davonzuziehen, als Ian Hüter in der siebten Minute aus großer Distanz ins verwaiste Rostocker Tor traf. Wie unzufrieden Wiechers mit dem Auftritt seiner Mannschaft war, machte er dadurch deutlich, dass er schon in der 20. Minute beim Stand von 5:11 seine zweite Auszeit nahm. Die Umstellung auf nur noch sechs Spieler im Angriff schien zunächst zu fruchten, als Nicke Witte nach einem Fehlwurf von Alexander Senden per Tempogegenstoß auf 8:11 (26.) verkürzen konnte, doch bis zur Pause zogen die Gastgeber wieder auf fünf Tore davon.

Mit einem konzentrierten Start in die zweite Hälfte, in der Rostock wieder auf sieben Feldspieler umstellte, legte Dormagen die Grundlage für einen ungefährdeten Sieg. Spätestens als Youngster Sören Steinhaus nach einem eigenen Ballgewinn in der Abwehr alleine aufs leere Rostocker Tor zulief, zum 23:15 (43.) traf und der erneut ganz starke Jan Reimer das 24:15 (46.) folgen ließ, war eine Vorentscheidung gefallen. Zumal kurz darauf auch noch Dennis Mehler vom HC die Rote Karte sah. Da nutzten auch vier Tore des Ex-Dormageners Christian Wilhelm nichts. Klar, dass TSV-Coach Peer Pütz sehr zufrieden war mit dem Auftritt seiner Mannen, doch ausruhen will er sich darauf nicht: „Wir müssen auch in den ausstehenden Spielen so überzeugend auftreten.“ Am Freitag geht‘s zum Klassiker nach Essen.