Korschenbroich: Baustart für Demenz-Zentrum

Korschenbroich : Baustart für Demenz-Zentrum

Die Diakonie erweitert mit einem Demenz-Zentrum in Kleinenbroich ihren Standort: Neben "Tabita" soll im März 2012 der Neubau mit 44 Plätzen bezugsfertig sein. Gestern wurde der Baustart mit dem ersten Spatenstich besiegelt.

Rund 3,8 Millionen Euro investiert die Diakonie in ein Seniorenwohnheim für Demenz-Kranke. Das Haus nach den neuesten Erkenntnissen von dem Architekten Walter Maier konzipiert, soll 44 Bewohner ab März 2012 eine neue Heimat bieten. Das eigenständige Wohn- und Pflegezentrum für Demenz-Patienten wird in direkter Nachbarschaft von Seniorenheim "Haus Tabita" errichtet. Nach dem Plan- und Genehmigungsverfahren konnten die Verantwortlichen gestern – gemeinsam mit Bürgermeister Heinz Josef Dick – mit dem ersten Spatenstich den offiziellen Baustart besiegeln.

Demenz – eine Diagnose, bei der Betroffene und Angehörige gleichermaßen erschrecken. Eine nachvollziehbare Reaktion, denn die Krankheit berührt den Menschen in seinem tiefsten Inneren. An Demenz – im Volksmund auch als Altersverwirrtheit oder Alzheimer bekannt – leiden bundesweit mehr als 1,3 Millionen Menschen. "Und die Tendenz ist steigend", weiß Tabita-Leiter Rainer Gerdau. "Es gibt immer mehr ältere Menschen." Bereits heute erkranken 30 bis 40 Prozent der über 80-Jährigen an Demenz.

Auch wenn im Rhein-Kreis weitere Seniorenzentren geplant werden – auch in Korschenbroich an der Friedrich-Ebert-Straße soll eines gebaut werden – ist Diakonie-Vorstand Bernd Gellrich in Sachen Auslastung zuversichtlich. "Für Anmeldungen ist es noch zu früh", so Gerdau. Allerdings liegt ihm für "Tabita" eine Warteliste vor. "Die Anfragen können wir dann bedienen."

Bürgermeister Heinz Josef Dick, der für den Spatenstich sogar sein Sakko ablegte, begrüßt das Vorhaben der Diakonie, sprach von einer "Stärkung der Infrastruktur" und beglückwünschte den Wohlfahrtsverband zu dem Mut, rund 3,8 Millionen Euro in ein Objekt im Kleinenbroicher Holzkamp-Gelände zu investieren. Gerne war auch Pfarrer Gernot Wehmeier der Diakonie-Einladung zum Baustart mit Spatenstich gefolgt. Sein Wunsch für das künftige Demenz-Zentrum ist, dass "der Glaube durch konkretes Handeln sichtbar wird".

Auch wenn sich der Diakonie-Vorstand erst in der kommenden Woche auf einen Namen einigen wird, so seht schon jetzt fest: Das neue, zweigeschossige Haus bildet im Grundriss eine liegende Acht. Das Gebäude ist für 44 Bewohner aller Pflegestufen konzipiert. Sie werden in Einzelappartements von jeweils 23 Quadratmetern untergebracht. "Jede Eingangstüre wird individuell gestaltet", spricht Gellrich den für die Bewohner wichtigen Wiedererkennungswert an. Neben einem durchdachten Wohnkonzept – unterteilt in vier Gruppen auf zwei Etagen – wird das Gebäude von einem "geschützten Garten" mit Hochbeeten, einem flachen Wasserlauf, kleinen und großen Sitzecken umgeben.

(NGZ)