Korschenbroich: Baupläne gestoppt

Korschenbroich: Baupläne gestoppt

Lange wussten die DJK-Mitglieder nicht, ob ihre Tennisplätze in Bauland umgewandelt werden. Jetzt ist es amtlich: Die Plätze bleiben an gewohnter Stelle. Was noch wichtiger ist: "Es gibt keine Gesundheitsgefährdung."

Die DJK Kleinenbroich ist mit ihren rund 1400 Mitgliedern der mitgliederstärkste Sportverein im Korschenbroicher Stadtgebiet. Nichtsdestotrotz plagten den DJK-Vorsitzenden gehörige Sorgen. Max Neumann (65) wusste lange nicht, ob der Verein sein idyllisches Domizil an der Rhedung zugunsten von 17 Doppelhaushälften aufgeben musste. Altlasten im Erdreich verhinderten allerdings das geplante Neubaugebiet.

Zwei der Schadstoffproben ergaben erhöhte Werte für Fluoride und eine dritte für PCB (Polychlorierte Biphenyle). "Es besteht für unsere Mitglieder aber keine Gesundheitsgefährdung", versicherte Neumann am Dienstag mit Nachdruck. "So lange der Untergrund nicht angetastet wird, ist alles okay.

"Nach den Schadstoffproben, die der Rhein-Kreis 2008 veranlasst hatte, hatte sich das von der Stadt geplante Neubaugebiet rasch erledigt. "Bei einer Bebauung hätte das komplette Erdreich ausgekoffert und teuer entsorgt werden müssen. Daran hätte die Stadt nichts mehr verdient", zieht Neumann gemeinsam mit Tennisabteilungsleiterin Gisela Mertens (65) einen Schlussstrich unter dieses für alle nicht erfreuliche Kapitel. "Jetzt haben wir endlich klare Verhältnisse", freut sich Neumann.

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Und mit der "guten Nachricht" wird auch auf dem Vereinsgelände kräftig gewerkelt: "Wir haben die Tennisplätze für die jetzt bevorstehende Freiluftsaison fit gemacht." Und damit nicht genug: Die Terrasse am vereinseigenen Klubhaus wird vergrößert und um einen Pavillon ergänzt. Größter Posten der Sanierung ist das Dach des Vereinsheims. "Das muss komplett erneuert werden", weiß Neumann. Er schätzt die DJK-Investition auf gut 45 000 Euro. Neben Eigenmitteln hofft er auf 20 000 Euro aus der Sportpauschale der Stadt.

Für Korschenbroichs Bürgermeister Heinz Josef Dick ist das geplante Bebauungsgebiet längst kein Thema mehr. Bereits im vergangenen Oktober teilte er Max Neumann und auch Gisela Mertens mit: "Aufgrund hoher Entsorgungskosten für das Material des damaligen Sportplatzes ist eine Wohnbebauung des Areals nicht wirtschaftlich." Auch wenn Dick bestätigt, dass vom jetzigen Tennisplatz-Unterbau keine gesundheitliche Gefährdung oder Umweltbelastung ausgeht, hat der Verwaltungschef das Gelände doch fest im Blick: Die Schadstoffe stammen von einem alten Sportplatz mit Schotterschicht und könnten im schlimmsten Fall mit dem Grundwasser in Berührung kommen.

Für diesen Fall werden – auf Anordnung des Kreisumweltamtes – vorsorglich drei Messbrunnen angelegt, die zur Grundwasser-Beobachtung dienen. Für Dick ist Kleinenbroich "kein Einzelfall": Viele Städte hätten vergleichbare Probleme. Allerdings will der Bürgermeister auf Nummer sicher gehen. Und so hat der Planungsausschuss jetzt vorsorglich einen Ersatzstandort für neue Tennisplätze durch eine Flächennutzungsplanänderung auf den Weg gebracht. Dick: "Wir haben durch den Beschluss für die DJK lediglich eine Ersatzfläche gesichert."

(NGZ)