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Basketball: Zweitligist TG Neuss Tigers verpflichtet Jana Meyer.

Basketball : Aus Bergischer Löwin wird eine Tigerin

Mit einem Heimspiel gegen Rotenburg/Scheeßel starten die Basketballerinnen der TG Neuss am 24. Oktober in ihre elfte Saison in der 2. Bundesliga Nord. Mit dabei ist dann auch die vom Lokalrivalen RheinLand Lions gekommene Jana Meyer.

Zwar steht das erste Pflichtspiel coronabedingt erst in den Herbstferien (12. bis 24. Oktober) auf dem Programm, doch überbrücken die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss die ewig lange Wartezeit mit interessanten Personalgeschichten. Nach der Verpflichtung der in der vergangenen Spielzeit noch beim (inoffiziellen) Nord-Meister Eintracht Braunschweig tätigen US-Amerikanerin Toshua Leavitt, die am 14. September ins Mannschaftstraining einsteigen soll, hat Trainer John F. Bruhnke in Zusammenarbeit mit Abteilungsleiterin Angela Krings eine weitere Fachkraft an den Rhein geholt.

Warum sich ein zweiter Blick lohnt. Jana Meyer gehörte in der abgebrochenen Saison 2019/2020 beim Aufstiegskandidaten MSP Bergische Löwen zu den wenigen deutschen Spielerinnen mit wirklich bedeutenden Einsatzzeiten. Durchschnittlich rund 18 Minuten stand die 28-Jährige für die ursprünglich mal aus den Vereinen TV Bensberg, TV Herkenrath (beide Bergisch Gladbach) und TV Hoffnungsthal (Rösrath) bestehenden Spielgemeinschaft auf dem Feld. Dass sie dabei mit im Schnitt 3,7 Punkten und 4,9 Rebounds eher unspektakulär agierte, fällt für Bruhnke überhaupt nicht ins Gewicht. An der variabel einsetzbaren Flügelspielerin gefallen ihm gerade die Tugenden, die dem Betrachter nicht auf den ersten Blick ins Auge stechen: Rebounding, Defense – kurzum: „Automatismen, die einfach in ihr drin sind, die muss man nicht einfordern. Sie geht dahin, wo es wehtut. Gegen sie spielt keine gerne.“ Bei der 78:82-Niederlage der in der Rückrunde 2019/20 als Nummer eins nach Neuss gereisten Löwinnen markierte die 1,74 Meter große Kämpferin bis zu ihrem Ausscheiden (fünftes Foul) acht Punkte und acht Rebounds. Ihrem neuen Trainer imponiert, wie sich die in Köln wohnende und arbeitende Pädagogin im von Profis aus dem Ausland dominierten Team der Bergischen, die in der anstehenden Saison als äußerst potente RheinLand Lions einen weiteren Anlauf auf Liga 1 unternehmen, durchgesetzt hat. Dass sie sich im internen Ranking still und leise quasi von Null bis zur Stammkraft hochgearbeitet hat, entspräche genau ihrem Naturell, findet Bruhnke: „Sie ist auch abseits des Spielfelds eher ruhig, wird gerne unterschätzt. Aber wenn man sie kennenlernt, gewinnt sie mit jedem Wort. Sie ist eine Spielerin, die man gerne in seinem Team hat, ähnelt damit Leonie Prudent.“

Es wäre so schön gewesen ... Der Plan hatte was: Linda Brückner, die  sich mit einem „National Letter of Intent“ an die Huskies der Houston Baptist University gebunden hatte, sollte bis zur ihrem nur durch die Corona-Pandemie verzögerten Abflug nach Texas die Tigers verstärken. Die talentierte Meerbuscherin, deren Schwester Lea ebenfalls das TG-Trikot trug, trainierte seit ihrem Abschied bei den Dragons Rhöndorf in Neuss. „Da das NCAA Programm am College in Houston aber früher als erwartet startet, wird sie leider nicht für uns auflaufen können“, sagt der Coach traurig. Damit ist in seinem Kader weiterhin eine Position vakant. „Ob wir die auch tatsächlich besetzen, ist aber noch offen.“

Mit einem Hammer in die Pflichtspielsaison. Nach einem Freilos in Pokal-Runde eins wartet auf die Tigers in Runde zwei ein Hit: Am 17. Oktober kommt der turmhohe Aufstiegsfavorit RheinLand Lions in die Elmar-Frings-Sporthalle. Der neue Coach Mario Zurkowski, der zuvor die Girolive-Panthers Osnabrück als Zweitligist sensationell ins Pokalfinale und 2019 in die 1. Liga geführt hatte, durfte sich ein echtes Powerteam zusammenstellen. „Die erste Fünf ist schon jetzt auf Erstliga-Niveau“, weiß Bruhnke. Der aktuellste Coup: In der zuletzt als Profi in Australien und Frankreich beschäftigten Romy Bär hat das einstige Kellerkind nach Birte Thimm (TK Hannover) eine weitere langjährige Nationalspielerin unter Vertrag genommen. Eine Woche später (24. Oktober) empfangen die Neusserinnen um 17.30 Uhr die Avides Hurricanes aus Rotenburg/Scheeßel zum Liga-Auftakt. Die reguläre Saison endete am 3. April 2021 ebenfalls mit einem Heimspiel gegen den Neuling ASC Göttingen.