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Basketball-Zweitligist TG Neuss Tigers geht Umbruch jetzt wirklich an.

Basketball : Tigers gehen Umbruch jetzt auch wirklich an

Trainer Rufin Kendall ist daran gelegen, den Basketball-Zweitligisten aus Neuss mit einem tragfähigen Gerüst für die Zukunft auszustatten.

Zurück auf Null – Klappe, die Zweite! Wie schon vor der Zittersaison 2021/22, nach zuvor neun Niederlagen in Folge erst am letzten Spieltag gekrönt vom kaum mehr für möglich gehaltenen Klassenverbleib, steht der Basketball-Zweitligist TG Neuss Tigers vor einem Neuanfang. Doch Trainer Rufin Kendall hat einen feinen, aber entscheidenden Unterschied ausgemacht. „Im vergangenen Jahr wurden wir zum Umbruch gezwungen, jetzt nehmen wir den Umbruch wahr.“

Als Kendall nach den Abgängen aller Leistungsträgerinnen – noch getoppt vom überraschenden Ausstieg seines Vorgängers John F. Bruhnke (ab August Headcoach des Erstliga-Absteigers Capitol Bascats Düsseldorf in der Regionalliga) – übernahm, blieb ihm keine Zeit mehr, den seit dem Abgang von Trainerin Janina Pils 2018 immer wieder aufgeschobenen Umbruch tatsächlich anzugehen. Umso dankbarer ist er darum Spielerinnen wie Centa Bockhorst (17 Spiele; 11,0 Punkte), Nicole Egert (19 Spiele; 9,9 Punkte) und Liza Arz (20 Spiele; 5,8 Punkte), die dem Liga-Dino (Aufstieg 2010) in seiner größten Not aus der Patsche halfen. Dass ausgerechnet dieses erfahrene Trio – genau wie Anke Ollig (zurück in die Zweitvertretung) und US-Girl Lydia Baxter, die als einzige Tigerin in allen 22 Partien auf dem Feld stand und für die am Ende mit 14,7 Punkten und 14,0 Rebounds im Schnitt ein Double-Double zu Buche stand – nun nicht mehr dem Kader angehört, möchte der Coach keineswegs als Qualitätsurteil verstanden wissen. Ganz im Gegenteil sogar: „Wir sind froh und glücklich, dass sie bei uns waren.“

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Doch in seiner zweiten Saison als Chefcoach der Neusser Zweitliga-Damen ist ihm in Absprache mit der Abteilungsleitung jetzt vor allem daran gelegen, ein Team zusammenzustellen, „das uns länger zur Verfügung steht, auch wenn du natürlich nie weißt, was noch passiert.“ Besonders wichtig ist ihm dabei, „dass der Kader deutlich größer ist als im letzten Jahr. Da hatten wir nur in drei Partien mehr als neun Spielerinnen.“ Absoluter Tiefpunkt war sicherlich die herbe 61:81-Niederlage im Saisonendspurt beim direkten Konkurrenten Rist Wedel, bei der die Tigers in Nicole Egert, Lydia Sy, Lisa Arz, Lydia Baxter, Anke Ollig und Karla Lukas (U18) gerade mal zu sechst antraten. Mit dem noch zu intensivierenden Engagement von Johanna Huppertz, die mit der U16-Nationalmannschaft gerade von einer Länderspielserie (zwei Siege, eine Niederlage) gegen die französiche U15-Auswahl aus Paris zurückgekehrt ist, Marija Ilic, Nafi Diaw und Jule Schillings aus der WNBL-Truppe (U18-Bundesliga) verbindet er die Hoffnung, Neuss wieder zu einer Top-Adresse für den talentierten und leistungsbereiten Nachwuchs im Lande zu machen. „Wir wollen unsere jungen Spielerinnen nicht mehr verlieren, sie sollen sich mit dem Verein identifizieren können.“

Für die nötige Stabilität müssen die neuen Profis Brooklynn McAlear-Fanus (Aufbau) und Megan Swords (Center) sorgen, zumal hinter der Belastbarkeit von ewig lange verletzten Leistungsträgerinnen wie Inga Krings (14 Spiele; 8,3 Punkte) und Jana Meyer (7 Spiele; 5,9 Punkte) noch Fragezeichen stehen. Und die fleißige Lydia Sy hatte zwar schon im März für eine weitere Saison zugesagt, doch könnte sie ihr Universitätsstudium noch zu einem Vereinswechsel zwingen. So gut wie einig ist sich Kendall darüber hinaus mit schon in der Vergangenheit für die Tigers in der Nachwuchs-Bundesliga tätigem Personal. Bestimmt werde seine Akquise allerdings von zwei Faktoren: „Etat und Verfügbarkeit. Die Pandemie hat einiges umgeworfen. Viele Mannschaften sind auf der Suche nach Spielerinnen.“