1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Basketball: US-Girl Briana Williams erhält Besuch von ihren Eltern

Basketball : Trost für US-Girl Briana Williams

Scott und Sonya Williams besuchen ihre bei den Tigers unter Vertrag stehende Tochter in Neuss.

Komplett schlechtes Timing oder Glücksfall? Eigentlich hatten Scott und Sonya Williams das rund 65 Kilometer südwestlich von Chicago gelegene Joliet im US-amerikanischen Bundesstaat Illinois verlassen, um bei ihrem ersten Trip nach Europa das Match ihrer beim Basketball-Zweitligisten TG Neuss Tigers als Profi unter Vertrag stehenden Tochter Briana Williams gegen Alba Berlin zu sehen. Okay, die 28-Jahre alte Aufbauspielerin war am Samstagabend auch in der Halle, saß aber mit Krücken neben ihren ebenfalls nicht einsatzbereiten Teamkolleginnen Lotti Ellenrieder, Inga Krings und Leonie Prudent nur auf der Bank. Die Absolventin der Mercer University in Macon, Georgia hat sich nämlich vor zweieinhalb Wochen beim 82:78-Heimsieg ihrer Mannschaft über den Tabellenführer MSP Bergische Löwen einen Meniskusschaden am Knie zugezogen. Trotz des rasch vorgenommenen arthroskopischen Eingriffs ist die Saison für das US-Girl zu Ende, der Arzt sprach ein viermonatiges Sportverbot aus. Und damit zurück zu ihren Eltern: Mom Sonya hatte nach der knapp mit 76:79 verlorenen Partie gespaltene Gefühle: „Es war großartig, den Ladies zuzugucken, aber auch bittersüß, denn ich konnte mein kleines Mädchen Bri nicht spielen sehen.“ Allerdings ist sie vielleicht auch genau zur rechten Zeit gekommen. Zwar postete Briana Williams auf ihrer Facebook-Seite hoffnungsfroh: „Alles wird klappen, darum sollte es keiner wagen, mich abzuschreiben – die Reise geht weiter.“ Doch ein wenig Trost von der Mama kann nie schaden. Und darum ist Sonya Williams froh, bei ihrer Tochter in Neuss zu sein: „Ich genieße jede Minute, die ich mit ihr verbringen darf. Wir schätzen es sehr, wie sich hier alle um sie kümmern.“ Für Hallensprecher Eiko Pate bleibt das sympathische Girl aus Georgia trotz der bitteren Verletzung Teil des Teams. „Wir hoffen auf und brauchen ihre Unterstützung vom Spielfeldrand.“ Bis zu ihrem ärgerlichen Malheur hatte die im vergangenen Sommer aus Opladen nach Neuss zurückgekehrte Spielmacherin, die am College mit gerissenem vorderen Kreuzband im Knie die komplette Saison 2012/2013 ausgesetzt hatte, in 13 Partien durchschnittlich 32:05 Minuten auf dem Feld gestanden (Platz 1 im internen Teamranking) und dabei mit einer Wurfquote von soliden 40 Prozent 14,5 Punkte (2.), 2,9 Assists (1.), 1,2 Ballgewinne (2.) und 4,3 Rebounds (5.) aufgelegt. Ihre Dreierquote betrug 20 Prozent.