Basketball: Tigers treffen in Opladen auf Ex-Kollegin Briana Williams

Basketball : Tigers sind im Derby auf der Suche nach dem verlorenen Spaß

Im Duell am Sonntag mit Opladen gibt es für Zweitliga-Basketballerinnen aus Neuss ein Wiedersehen mit ihrer ehemaligen Spielmacherin Bri Williams.

In Disneys Dschungelbuch singen Balu, der Bär, und Mogli: „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit jagst du den Alltag und die Sorgen weg.“

Genau diese Medizin hat Trainer Antoine Braibant sich und seinen Basketballerinnen vor dem Zweitliga-Derby der TG Neuss Tigers am Sonntagabend (18 Uhr, WHG-Halle an der Werner-Heisenberg-Straße in Leverkusen-Lützenkirchen) beim BBZ Opladen verschrieben. Die bislang so unbefriedigend verlaufende Saison (nur zwei Siege in sieben Partien) haben den Nachfolger von Janina Pils, die bei Citybasket Recklinghausen als Leiterin des frisch aufgelegten Talent-Programms „TOP“ inzwischen ein neues Betätigungsfeld gefunden hat, zwei Dinge gelehrt: „Geduld und Gelassenheit.“ Natürlich will er mit seinen Mädels nach wie vor erfolgreich Basketball spielen, nur mag er diesen Erfolg (vorerst) nicht mehr in erster Linie an Punkten messen. Damit nimmt er eine Menge Druck aus dem Kessel. „Wichtig ist, dass wir Spaß haben“, fügt er an: „Nur dann sind wir in der Lage, als Team korrekt zu spielen.“ Denn dass die Tigers personell immer noch gut ausgestattet sind, daran besteht kein Zweifel. Das bestätigt auch die Konkurrenz. So findet Opladens Trainerin Grit Schneider: „Neuss ist immer noch ziemlich stark besetzt – mit einer richtig guten und erfahrenen ersten Fünf. Natürlich hinken sie den eigenen Erwartungen etwas hinterher, aber sie sind weitaus stärker, als es der Tabellenplatz vermitteln mag.“

Das rheinische Derby lebt natürlich auch von den personellen Verflechtungen zwischen den Teams: Briana Williams – der Braibant Natalie Bastian vorgezogen hatte – lenkte in der vergangenen Saison noch das Spiel der Tigers. Unvergessen ist ihr Meisterstück zu Beginn des Jahres, als sie Neuss mit der Schlusssirene zum 62:61-Sieg über Opladen warf. Auch in neuer Umgebung kommt die zurückhaltende US-Amerikanerin bestens zurecht, tritt in ihrer zweiten Spielzeit in Deutschland sogar noch dominanter auf: In durchschnittlich 36:01 Minuten auf dem Feld (in Neuss waren es nur 27:57 Minuten) legt die 26-Jährige im Schnitt 18,0 Punkte (14,9) auf. Und das mit einer Wurfquote von 41 Prozent (42%). Unterstützung erhält sie dabei vor allem von der 1,90 Meter großen Kanadierin Heather Lindsay (14,4 Punkte), die ihrer Mannschaft zusätzlich noch 11,1 Rebounds sichert, und der trotz ihrer erst 20 Jahre in der Liga längst etablierten Leonie Schütter (13,1).

Auch im Kader der Tigers stehen am Sonntag in Leonie Prudent und Britta Worms zwei Spielerinnen mit langer Opladener Geschichte. Eigentlich macht Lotti Ellenrieder aus diesem Duo ein Trio, doch die junge Centerin hatte sich gegen Grünberg den Knöchel verstaucht und fällt wohl noch zwei weitere Wochen aus. Weil das nun mal nicht zu ändern sei, erspart sich Braibant jegliches  Lamento – und auch zum auf beiden Seiten aufgebotenen Personal mag er nicht allzu viel sagen. „Natürlich kenne ich den Gegner, habe ich meine Mannschaft auf Opladens Spielweise vorbereitet. Das ist ja mein Job. Aber noch mal: Wichtiger ist, dass wir uns auf uns konzentrieren, als Team auftreten und versuchen, ein bisschen Spaß zu haben.“

Auch wenn Opladen in dieser Saison mit einer Bilanz von 4:4-Siegen ebenfalls noch keine Bäume ausgerissen hat, gehen die Gastgeberinnen als leichter Favorit ins Match. Denn trotz aller Erfahrung, die vor zwei Wochen mit 56:64 verlorene Partie gegen Grünberg hat gezeigt, dass die Tigers selbst in Bestbesetzung noch lange nicht über’n Berg sind. Darum hält’s Braibant mit dem guten Balu: „Denn mit Gemütlichkeit kommt auch das Glück zu Dir.“ Das gilt hoffentlich auch für Tiger ...

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