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Basketball: TG Neuss Tigers verzagen trotz Corona-Krise nicht

Basketball : Tigers verzagen trotz Corona-Krise nicht

Die Basketballerinnen der Turngemeinde Neuss richten sich auf ihre elfte Saison in der Zweiten Bundesliga ein. Läuft es ganz dumm, beginnt die jedoch erst im Januar 2021. Jetzt muss der Umbruch geschafft werden.

Das letzte Spiel der TG Neuss Tigers in der 2. Basketball-Bundesliga Nord liegt fast zehn Wochen zurück. Am 29. Februar unterlagen die Mädels von Trainer John F. Bruhnke vor heimischem Publikum Alba Berlin mit 76:79. Weil kurz darauf das Corona-Virus das Kommando übernahm, fiel in der Folge der Abschluss der Punktspielrunde bei den Hurricanes in Rotenburg/Scheeßel aus, gleichzeitig sagte die Führung der DBBL (Damen-Basketball-Bundesliga) nicht nur die Play-offs, sondern auch die komplette Saison ab.

Basketball wird bei den Tigers damit vor allem im Home Office gespielt. Jana Heinrich, Lehrerin für Sport und Englisch, besorgte sich bei ihrem Schulleiter Achim Fischer die Erlaubnis, gemeinsam mit Teamkollegin Franziska Worthmann auf dem leeren Pausenhof der Janusz-Korczak-Gesamtschule auf den Korb zu werfen, schlug, begleitet von einem Fernsehteam der ARD sogar unter einer der Rheinbrücken ihr recht ungewöhnliches (Trainings-)Quartier auf. Kreativ zwar, aber natürlich kein Ersatz für Einheiten in der Gruppe. Nun. Seit Mittwoch darf in Mannschaftssportarten immerhin wieder individuell trainiert werden – mit Abstand und kontaktlos.

Obwohl an einen geregelten Spielbetrieb trotz der gestern in der Bund-Länder-Runde beschlossenen Lockerungen momentan nicht zu denken ist, hat die 2. Liga einen vorläufigen Fahrplan festgelegt: Den Auftakt bilden am 26./27. September und 3./4. Oktober die ersten Runden im DBBL-Pokal. Wieder um Punkte soll es ab dem 10. Oktober gehen. „Wir richten uns aber darauf ein, dass wir schlimmstenfalls erst im Januar 2021 wieder loslegen können“, versichert Abteilungsleiterin Angela Krings. Auf einer gemeinsamen Videokonferenz am 26. April habe man sich geeinigt, dass allen Mannschaften mindestens sechs Wochen zur Vorbereitung bleiben müssten. „Das ist nur fair, denn die Bestimmungen sind ja von Bundesland zu Bundesland verschieden.“

Nach wie vor offen ist auch die Zusammensetzung der beiden Staffeln: Während der Süden nach dem Rückzug des ehemaligen Erstligisten DJK Don Bosco Bamberg, der sich nach Prüfung der aktuellen sportlichen und wirtschaftlichen Lage vor dem Hintergrund der Corona-Krise außer Stande sieht, den für die 2. Liga benötigten Etat auf die Beine zu stellen, zurzeit mit zehn Teams an den Start geht, kommt der Norden auf elf Mannschaften. Geblieben sind Eintracht Braunschweig und die (MSP) Bergischen Löwen, die freilich auch ihre Bewerbungsunterlagen fürs Oberhaus eingereicht haben, die BG 89 Avides Hurricanes, BBZ Opladen, TG Neuss Tigers, Alba Berlin, Bender Baskets Grünberg, Panthers Academy Osnabrück und die ChemCats Chemnitz. Noch nicht offiziell, aber ziemlich sicher ist der Abgang der Krofdorf Knights, die über keine geeignete Halle mehr verfügen. Dazu stoßen aus der Regionalliga West die Capitol Bascats Düsseldorf, im Norden deutet alles auf den ASC 46 Göttingen hin.

Zum Personal: Kapitänin Franziska Worthmann hat beruflich bedingt schon ade gesagt. Dafür steigt Leonie Prudent nach einem Jahr als Standby-Spielerin wieder voll ein. Auch die Kanadierin Jill Stratton würde gerne bleiben, ihr ist TG-Geschäftsführer Klaus Ehren gerade bei der Job-Suche behilflich. Gemeinsam mit Britta Worms und Jana Heinrich, „die erst aufhören darf, wenn sie von mir eine schöne Abschiedsfeier bekommen hat“, stellt Angela Krings schmunzelnd klar, soll sie den Nachwuchs führen. Krings: „Wir müssen den Umbruch schaffen, so lange wir die erfahrenen Spielerinnen noch haben.“