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Basketball: TG Neuss Tigers verpflichten US-Girl Lydia Baxter

Basketball : Bearkats im Doppelpack für die Tigers

Gleich drei Baustellen konnte Basketball-Zweitligist TG Neuss in dieser Woche schließen: In Lydia Baxter steht die zweite Verstärkung aus Übersee unter Vertrag, zudem gibt es jetzt Ausweichhallen für den Trainings- und Spielbetrieb.

Nein, die schwierigen Umbrucharbeiten im Kader der Zweitliga-Frauen der TG Neuss sind noch längst nicht erledigt, aber ein kurzes Durchatmen ist schon erlaubt. Denn mit der Verpflichtung des zweiten US-Profis steht das personelle Grundgerüst. Wie die bereits Anfang des Monats unter Vertrag genommene Jaylonn Walker spielte auch Lydia Baxter an der Sam Houston State University im texanischen Huntsville College-Basketball. Beide gehören in der Saison 2018/2019 zum Team von Trainerin Ravon Justice in der Southland Conference.

Baxter, die wie Walker von der Agentur 610 Sports Management vertreten wird, trug vier Jahre das Trikot der Bearkats, kam dabei im Schnitt in 19,0 Minuten auf 7,4 Punkte und 6,6 Rebounds. In ihrer letzten und besten Spielzeit legte der 1,83 Meter große Power Forward in durchschnittlich 23,0 Minuten 10,7 Punkte und 8,4 Rebounds auf – und das mit einer Feldwurfquote von fast 50 Prozent. In diesem Jahr gelangen ihr zehn Double-Doubles (zweistellige Werte in zwei statistisch erfassten Kategorien), 14 Mal in den 29 Partien angelte sie sich mehr als zehn Rebounds. Am Sieg über McNeese war sie mit 27 Punkten beteiligt, gegen Northwestern State standen für sie satte 19 Rebounds zu Buche.

 Die neuen Tigers spielten schon an der Sam Houston State University in einem Team: (v.l.) Jaylonn Walker und Lydia Baxter.
Die neuen Tigers spielten schon an der Sam Houston State University in einem Team: (v.l.) Jaylonn Walker und Lydia Baxter. Foto: GoBearkats.com
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Nach ihrem Uni-Abschluss 2019 startete die inzwischen 24-Jährige ihre Profikarriere, lief in der 2020 aufgelösten Woman’s Minor League Basketball Association (WMLBA) für Dallas Lightning auf, kam 2020 in der Lockdown-Saison bei den Lobas Aguascalientes in Mexiko in sechs Spielen auf 12,5 Punkte und 4,8 Rebounds. Zuletzt spielte sie in den Farben von Carl A-Z Oruro in Bolivien, war dort für 7,7 Punkte und 10,7 Rebounds gut. Auftritte, die Tigers-Coach Rufin Kendall davon überzeugten, dass das in Austin/Texas geborene US-Girl seinem personell recht ausgedünnten Team auf Anhieb helfen kann. Seine Kurzbeschreibung: „Sie ist eine vielseitige Innenspielerin, kann selber punkten, aber auch Platz für andere schaffen.“ Apropos Platz: Den haben die Tigers nun in der Internationalen Schule am Konrad-Adenauer-Ring (ISR International School on the Rhine) gefunden, und zwar zum Training. Denn weil die gerade mit einem neuen Boden ausgestattete Elmar-Frings-Halle an der Bergheimer Straße wegen eines spät entdeckten Wasserschadens noch auf unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung steht, waren die Zweitliga-Basketballerinnen sozusagen heimatlos. Darum ist TG-Abteilungsleiterin Angela Krings mächtig froh, „dass die ISR bis Ende der Herbstferien in die Bresche springt.“

Weil noch ungewiss ist, wann das gewohnte Domizil am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Neuss wieder zu nutzen ist, hatten die Tigers die Spielleitung vorsorglich darum gebeten, das im Spielplan zu berücksichtigen. Die Folge: Kendalls Mädels starten mit drei Auswärtsspielen in die Meisterschaftssaison: Nach dem Match in der zweiten Pokalrunde beim Ligarivalen Hurricanes Rotenburg/Scheeßel (18./19. September) geht’s am 25. September zu den ChemCats nach Chemnitz. Eine Woche später wartet der Neuling USV VIMODROM Baskets Jena (2. Oktober) und am 10. Oktober steht das Duell mit dem ebenfalls aufgerückten VfL AstroLadies Bochum auf dem Programm. Und da nun mal aller guten Dinge drei sind, kommt zum ersten Heimspiel am 16. Oktober im SC Rist Wedel gleich auch noch der dritte Aufsteiger nach Neuss. Optimal ist das nicht unbedingt, zumal das Partien sind, die die Turngemeinde tunlichst gewinnen sollte, um der Musik nicht von Anfang an hinterherzulaufen.

Ob die Elmar-Frings-Halle dann tatsächlich spielbereit ist, steht allerdings noch in den Sternen. Als Ausweichquartier würde die Sporthalle Allerheiligen dienen. Dort machten die Neusser Zweitliga-Basketballerinnen das bislang letzte Mal in der Saison 2010/2011 Quartier, schlugen, damals nach anderthalb Jahrzehnten gerade in die 2. Liga zurückgekehrt, unter Trainer Mathias Gierth zur Premiere am 20. November 2010 den TuS Jena mit 56:53.