Basketball: TG Neuss Tigers verlieren gegen Krofdorf

Basketball: Tigers enttäuschen bei der Heimpremiere auf der ganzen Linie

Nach erschreckend schwacher Leistung unterliegt der Basketball-Zweitligist aus Neuss den Krofdorf Knights 62:66. Am Samstag geht’s nach Rotenburg.

Was hatte Trainer Antoine Braibant nach der Niederlage zum Auftakt in Halle vor dem ersten Heimspiel der Saison gegen Krofdorf noch gesagt? „Grund zur Sorge besteht erst dann, wenn wir auch nach fünf Spielen noch ohne Sieg sind ...“ Nun, vielleicht wäre es eine gute Idee, sich schon jetzt ernsthafte Sorgen um die TG Neuss Tigers zu machen, denn, was der Basketball-Zweitligist bei der 62:66-Pleite (Halbzeit 36:35) gegen ans Limit gehende, aber kreuzbiedere Knights anbot, war erschreckend.

Im Hinblick auf die anstehenden Partien – am Samstag (18.30 Uhr) geht es zu den Hurricanes nach Rotenburg, eine Woche später kommen die mit zwei Siegen gestarteten Falcons Bad Homburg an den Rhein – sollte der Coach in der Kirche schnellstens ein Kerzchen anzünden, um damit die Genesung von Franziska Worthmann (Rippenbruch) zu beschleunigen.

Dabei hatten die Gastgeberinnen vor rund 250 Zuschauern auch ohne ihre beste Spielerin einen Traumstart in die Partie hingelegt: Mit Dreiern von Natalie Bastian (2), Jana Heinrich, Leonie Prudent und Ronja Spießbach (insgesamt 5/6 für 83 Prozent) waren sie von 4:3 (3.) auf 21:6 (6.) davongezogen. „Dass es uns danach nicht gelungen ist, das Spiel zu kontrollieren“, war für Braibant einer der Gründe für die unerwartete Niederlage. Den Angriffsaktionen ihrer Mannschaft Struktur zu verleihen, wäre eigentlich der Job von Natalie Bastian gewesen. Doch die kleine Amerikanerin, am Ende mit 23 Punkten (5/12 Dreier) Topscorerin der Tigers, ist noch viel zu sehr am eigenen Abschluss interessiert. Allerdings stellt die 24-Jährige, – deutlich weniger athletisch und fix als ihre jetzt in Opladen beschäftigte Vorgängerin Briana Williams – in Abwesenheit von Franziska Worthmann gemeinsam mit Jana Heinrich (und Britta Worms, 11 Punkte/8 Rebounds) so ziemlich die einzige Offensivoption der Neusserinnen dar.

Angeführt von der famosen Leslie Robinson – die Nichte des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama, die 19 ihrer am Ende 29 Punkte (dazu 17 Rebounds) vor der Halbzeitpause erzielte, „hat uns heute den A ... aufgerissen“ (Braibant) – arbeiteten sich die Gäste, die sich gegen die körperlich deutlich überlegenen, aber träge wirkenden Tigers schließlich sogar die Rebound-Hoheit erkämpften, in das Match zurück, gingen schon vor dem Seitenwechsel erstmals in Führung (30:29/16.). Als Jana Heinrich (bis dahin neun Punkte, 1/4 Dreier) kurz vor Ende der ersten Hälfte verärgert den Ball wegkickte und dafür ein (allerdings zu hartes) „Technisches Foul“ kassierte, „hat uns das noch mehr in Probleme gebracht“, sagte Braibant. Ohne ihre mit nun vier persönlichen Fouls auf der Bank schmorende Leitwölfin lief bei den Gastgeberinnen offensiv gar nichts mehr. Gelegenheit für Henrietta Wells, dringend nötige Werbung in eigener Sache zu betreiben. Doch die auch physisch kaum zweitligareife US-Amerikanerin zeigte so gut wie nichts, was eine Weiterbeschäftigung als professionelle Basketballerin in Neuss rechtfertigen würde.

Doch trotz rekordverdächtiger 30 Ballverluste (!) kehrte die TG nach zwischenzeitlichem 44:52-Rückstand (29.) noch einmal ins Spiel zurück. Die junge Centerin Carlotta Ellenrieder, auf deren Schultern dann doch zu viel Verantwortung lag (sieben Ballverlust), glich zum 55:55 (34.) aus. Doch die enge Schlussphase, in deren Verlauf der 18-jährigen Katharina Quapil für Krofdorf sogar ein Vier-Punkte-Spiel gelang (Foul bei ihrem erfolgreichen Dreier plus Bonusfreiwurf), interessierte Braibant bei seiner Analyse schon nicht mehr sonderlich. Er stellte fest: „Nach so einem klaren Vorsprung kannst du eigentlich nicht mehr verlieren. Krofdorf hat das Spiel nicht gewonnen, wir haben es verloren.“

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Seinem Kollegen Uwe Scheidemann war das freilich herzlich egal: „Meiner Mannschaft, mit ihren vielen jungen deutschen Spielerinnen, tut dieser Sieg nach der klaren Niederlage gegen Osnabrück unglaublich gut. Und er ist verdient, denn wir haben besser gespielt als Neuss.“ Und damit hatte er vollkommen recht.

NEUSS – KROFDORF 62:66 (37:36)

TG Neuss: Bastian (23/5), Wells (2), R. Spießbach (3/1), Ellenrieder (4), Krings, L. Spießbach, Prudent (3/1), Heinrich (16/2), Worms (11)

Krofdorf Knights: Lückenotte (10/2), Shaxon (2), Deneke (4/1), Quapil (7/1), Small (7), Seel (5/1), Gries (2), Robinson (29)

Zuschauer: 250

Viertel: 25:16, 12:20, 9:16, 16:14

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