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Basketball: TG Neuss Tigers spielen beim Topfavoriten

Basketball : Start beschert Tigers Hammerspiel

Basketball-Zweitligist aus Neuss muss beim Erstliga-Absteiger Lions SV Halle ran.

Das ist mal ein amtlicher Start in die Pflichtspiel-Saison: In der vergangenen Woche kam im TK Hannover eine Mannschaft an den Rhein, die viele Experten für stark genug halten, das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft zu erreichen. Die Partie der zweiten Pokalrunde ging trotz über weite Strecken ordentlicher Leistung erwartungsgemäß mit 38:58 verloren. Zum Auftakt der Spielzeit in der 2. Basketball-Bundesliga Nord treten die TG Neuss Tigers am Samstag (18 Uhr, ERDGAS-Sportarena an der Nietlebener Straße) beim Erstliga-Absteiger GISA Lions SV Halle an. Viel härter kann es nicht kommen.

Denn der Klub aus Sachsen-Anhalt macht aus seinen Ambitionen gar keinen Hehl. Der Deutsche Vizemeister von 2012 geht diese Saison mit dieser Mission an: „Wir kommen wieder!“ Und darum hat sich der 20-malige DDR-Meister ein entsprechend starkes Team zugelegt. Trainer Christian Steinwerth (Assistant-Coach Eintracht Braunschweig) hat die Mannschaft zwar ebenso verlassen wie die „Imports“ und Nationalspielerin Inken Henningsen (zum TK Hannover), doch auch die aktuelle personelle Ausstattung harmoniert mit dem ehrgeizigen Ziel:  Der neue Trainer José Peres Araujo hat aus Coimbra (1. Liga Portugal) gleich seine Brettspielerin Christin Mercer mitgebracht. Die 24-Jährige hatte in ihrem ersten Profijahr bei einer Feldwurfquote von 50,5 Prozent 16,2 Punkte und 8,9 Rebounds aufgelegt. Die Texanerin Jalea Bennett kommt dagegen direkt von der renommierten Universitiy of Arizona, für die sie im Abschlussjahr durchschnittlich 13,9 Punkte und 4,1 Rebounds markierte. Allerdings könnte die 23-Jährige am Samstag nicht ganz bei der Sache sein, soll sie, schreibt der Verein auf seiner Internetseite, doch vor einigen Tagen bei dem Versuch, einen in der Halleschen Innenstadt gelegenen Club zu betreten, von Sicherheitskräften körperlich attackiert worden sein.  

Außerdem neu sind bei den Lions: Die clevere und defensivstarke Barbora Kasparkova (Tschechien), die als Litauerin natürlich wurfsichere Ieva Kazlauskaite und Dimitra Kampouraki (Griechenland), die sich um den Ballvortrag kümmern, die Verteidigung stützen und als Dreier-Schützin in Erscheinung treten soll. Die deutsche Fraktion führt Kapitänin Elisa Hebecker an. Dass die Panthers aus Osnabrück die Löwen im Pokal böse abwatschten (53:70), interessiert in Neuss darum niemanden, zumal Trainer Antoine Braibant genug eigene Baustellen hat. Die größte Sorge bereitet ihm, dass er nach dem Abgang von Sera Asuamah-Kofoh (Saarlouis) im Aufbau keine Alternative für Natalie Bastian hat.

Zudem schlug sich Franzi Worthmann, in der vergangenen Saison eine der drei besten deutschen Spielerinnen der Liga, in der Vorbereitung mit einer Schulterverletzung herum. Ohne die 31-Jährige verpassten die Tigers im Pokal eine durchaus mögliche Überraschung. Auch wenn die Defensive höheren Ansprüchen genügte, mit 38 Punkten ist in keiner Liga der Welt ein Spiel zu gewinnen. Darum ist es gut, dass die für ihre unkonventionellen und kaum zu verteidigenden Würfe bekannte Schützin wieder dabei ist.