Basketball: TG Neuss Tigers schlagen Schlusslicht ASC Mainz mit 98:59.

Basketball : Tigers schlagen Mainz im Kellerduell klar

Der erstmals in Bestbesetzung angetretene Basketball-Zweitligist feiert 98:59-Sieg über das Schlusslicht.

Ja, ganz offiziell war es das amtliche Kellerduell der 2. Basketball-Bundesliga Nord, trat doch das punktlose Schlusslicht beim Tabellenvorletzten an. Doch auf Augenhöhe begegneten sich die gastgebenden TG Neuss Tigers und der Aufsteiger ASC Theresianum Mainz während der 40 Spielminuten erwartungsgemäß nie. Ohne wirklich an ihre Grenzen gehen zu müssen, setzten sich die erstmals mit ihrer Topbesetzung angetretenen Schützlinge von Coach Antoine Braibant mit 98:59 (Halbzeit 50:34) durch.

Dass die wackeren Gäste nicht über das Niveau einer Regionalliga-Mannschaft hinauskamen – geschenkt. Die so problembeladen in die Spielzeit gestarteten Tigers waren glücklich über die Chance, den aufgebauten Frust in positive Energie umzusetzen. Und darum hielt sich Braibant auch gar nicht lange mit an diesem Abend deplatziert wirkender Kritik auf. Natürlich war auch ihm die allzu laxe Haltung seiner Mädels in der Defensive vor der Halbzeitpause nicht entgangen. 34 zugelassene Zähler (davon 14 im ersten Viertel durch Antonia Filipova) und 16 Rebounds sind zu viel gegen einen Kontrahenten, der in dieser Saison große Mühe hat, die 50-Punkte-Marke zu knacken. Darum erinnerte der Belgier seine ohne die angeschlagene Lisa Spießbach aufgelaufene Mannschaft in der Kabine an den aufgestellten Anforderungskatalog: „Zuallererst sollte mal ein Sieg her, und zwar ein überzeugender. Und dann wollte ich nach der Wiederbeginn in der Verteidigung eine deutliche Reaktion sehen.“

Das gelang: Von Jana Heinrich, die mit 14 Punkten und 13 Rebounds ein Double-Double auflegte (zudem blockte sie fünf Würfe), per Dreier zum 53:34 (21.) initiiert, starteten die Tigers mit einer 11:0-Serie auf 61:34 (24.) ins dritte Viertel. Braibant schickte dabei in der trotz dicker Erkältung nur mäßig geforderten Dara Taylor (am Ende 16 Punkte, neun Assists und sechs Ballgewinne), Franzi Worthmann, die in ihrem erst zweiten Einsatz in dieser Saison mit 22 Punkten gleich zur Topscorerin aufstieg, Natalie Bastian (13), Jana Heinrich und „Verteidigungsministerin“ Leonie Prudent zum ersten Mal in dieser Runde seine vielleicht beste Formation aufs Feld. Dass die Gäste trotzdem nie aufsteckten, nötigte dem Neusser Trainer großen Respekt ab. „Die haben einen sehr guten Geist im Team.“ Weil jedoch am Ausgang der Partie kein Zweifel bestand, nutzte er die Gunst der Stunde, um seinem kompletten Personal Spielpraxis zu verschaffen. Und das beste daran: Am Ende hatten alle elf Tigers getroffen – in Lea (4) und Jana Schnelle (2) sogar die erst 16 Jahre alten Talente der TG Neuss Junior Tigers aus der U18-Bundesliga (WNBL). „Das macht  mich glücklich“, sagte Braibant.

 Trotz der vielen Wechsel hielten die Gastgeberinnen die Intensität hoch, machten die Partie quasi zu einer wertvollen Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen. Darum hätte es der Coach gerne gesehen, wenn seine Mädels die magische Grenze von 100 Punkten durchbrochen hätten. Sein Team verzichtete am Schluss allerdings darauf, den letzten Angriff des mutigen Aufsteigers per Foul zu stoppen, um nach den folgenden Freiwürfen noch einmal in Ballbesitz zu kommen. Aber „weil man so etwas im Basketball aus Respekt vor dem bereits geschlagenen Gegner ja eigentlich nicht macht“, war er schließlich doch ganz froh, dass seine Tigers die letzten Sekunden ohne Aktion heruntertropfen ließen.

Da die Liga nur mit elf Vereinen bestückt ist, sind die Neusserinnen am kommenden Wochenende nicht im Einsatz. Für Braibant eine willkommene Gelegenheit, seine nun endlich vollständige Truppe zu einer Einheit zusammenzuschweißen. Am 10. November stellen sich dann die Bender Baskets Grünberg in der Elmar-Frings-Sporthalle vor.

NEUSS - MAINZ 98:59 (50:34)
TG Neuss Tigers: Taylor (16), Bastian (13/1), l. Schnelle (4), Worthmann (22/3), R. Spießbach (5/1), J. Schnelle (2), Ellenrieder (6), Krings (6), Prudent (6), Heinrich (14/1), Worms (4)
ASC Thresianum Mainz: Steines, Mortier (9/3), Dötsch (3/1), Filipova (18/2), Sagerer, Kostadinova (2), Schnitzler (6), Finke (11). Datz, Henriquez (10/1)
Zuschauer: 120
Viertel: 26:15, 24:19, 22:15, 26:10

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