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Basketball: TG Neuss Tigers plagen gegen Chemnitz große Probleme

Basketball : Re-Start der Tigers mit Handicap

Der Basketball-Zweitligist aus Neuss kann zum Heimspiel gegen den Tabellenzweiten ChemCats Chemnitz noch keine neue Spielmacherin präsentieren.

Eigentlich hatte sich Rufin Kendall für den zweiten Teil der Basketball-Saison ein wenig mehr Gelassenheit verschrieben, doch die Weihnachtspause machte dem Trainer des Frauen-Zweitligisten TG Neuss vor allem eins: Arbeit. Und davon eine ganze Menge. „Ich hatte fast nur Basketball im Kopf.“

Dummerweise ist vor dem Heimspiel am Samstag (17.30 Uhr, Elmar-Frings-Halle an der Bergheimer Straße) gegen den Tabellenzweiten ChemCats Chemnitz seine wichtigste Baustelle weiter offen. Ersatz für die zum Erstligisten SNP BasCats USC Heidelberg abgewanderte Spielmacherin Maria Aftzi ist noch nicht an Bord. Ins Anforderungsprofil passende Kandidatinnen gebe es zwar, versichert der Coach, „aber so lange nichts unterschrieben ist und die Flüge gebucht sind, bin ich da vorsichtig.“ Klar ist, dass es wiederum eine Basketballerinnen aus der Europäischen Union sein wird. Die Zeit für den Gang durch die Ämter, um eine Arbeitsgenehmigung für einen Profi aus Übersee zu bekommen, haben die Tigers einfach nicht. Und weil ihr Budget eher klein ist, ist der Markt überschaubar. Kendall sucht eine Fachkraft, „die die Mannschaft trägt und führt.“ Seine Hoffnung: Nächste Woche im Match bei den Young Dolphins Marburg soll der so wichtige Spot im Aufbau besetzt sein.

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Als wäre das Vakuum in der Regiezentrale auf dem Feld nicht schon Trabbel genug, plagen die Gastgeberinnen nun auch noch gravierende Personalprobleme. Inga Krings ist nach starker Hinrunde weiter angeschlagen raus – und wenn es ganz dumm läuft, fallen am Samstag quarantäne- oder verletzungsbedingt bis zu vier Spielerinnen aus. Immerhin steht Lydia Baxter wieder zur Verfügung. Die unter den Körben unverzichtbare US-Amerikanerin hatte sich nach ihrer Rückkehr aus Texas in eine fünftägige Quarantäne begeben müssen. Eine optimale Vorbereitung sieht anders aus. Das ist deshalb problematisch, weil am Samstag in Chemnitz eine der aufregendsten Mannschaft der Liga zu Gast am Rhein ist. Die ChemCats, deren Kader zum großen Teil aus aktuellen oder ehemaligen Schülerinnen des mit dem Staus „Eliteschule des Sports“ versehenen Sportgymnasium Chemnitz im Stadtteil Bernsdorf besteht, gewannen am ersten Spieltag nicht nur das Hinspiel gegen Neuss (64:61), sondern überzeugten zum Jahresauftakt auch im Pokal. Im heimischen Sachsen unterlagen die Mädels von Trainer Thomas Seltner dem Erstliga-Spitzenreiter Rheinland Lions nur mit 47:61.

Kendall mag das von der erfahrenen Amerikanerin Courtney Strait (11,9 Punkte im Schnitt) angeführte Team, in dem die erst 17-jährige Nicole Brochlitz (16,5) sowie die 18-jährige Lilli Frölich (13,0) genauso Schlüsselpositionen besetzen wie Lucile Peroche (23 Jahre). „Wir treffen am Samstag auf eine auch in der Breite sehr, sehr gut besetzte und junge Mannschaft.“

Mit ins Duell nehmen die Tigers ihre schöne Serie von drei Siegen in Folge, die ausgerechnet auf die verheerende 27:88-Schlappe beim Primus BBZ Opladen gefolgt war. Trotz Rang fünf und den mit stolzen 16 Punkten nur zwei Zähler entfernten Play-off-Rängen geht Kendalls Blick eher nach unten. Weil über die Play-downs auch der zehn Punkte entfernte neunte Platz noch den Abstieg in die Regionalliga bringen könnte, mahnt er: „Zu glauben, wir wären schon durch, wäre ein Fehler. Dem ist definitiv nicht so.“ Als Mahnung, was bis zum letzten Spieltag der regulären Saison am 19. März noch alles passieren kann, könnte ihm die deutliche 46:66-Niederlage des damaligen Spitzenreiters Eintracht Braunschweig am letzten Spieltag vor Weihnachten gegen das Schlusslicht VfL AstroLadies Bochum mit der erst kurz zuvor verpflichteten US-Amerikanerin Sarah Olson dienen.

„Das wird noch eine lange Saison“, prophezeit Kendall. „Einige Klubs haben sich verstärkt.“ Trotzdem ist ihm weiter daran gelegen, Nachwuchsspielerinnen wie Lydia Sy, die vor allem in der Defensive überraschend schnell zu einer wertvollen Ergänzung geworden ist, Jule Schillings, Luisa Lukas, Johanna Huppertz und Fiona Mebelli zu fördern. „Davon rücke ich nicht ab, schließlich geht es auch um unsere Zukunft.“