Basketball: TG Neuss Tigers müssen bei den ChemCats Chemnitz ran

Basketball : Tigers vor 550 Kilometer langer Fahrt ins Ungewisse

Während die TG Neuss in der 2. Basketball-Bundesliga schon dreimal ran musste, geben die ChemCats ihr Saisondebüt.

Eine gute Vorbereitung ist der halbe Sieg. Schöner Spruch, doch für die TG Neuss Tigers nur zur Hälfte wahr. Denn wenn sie sich am Samstagmorgen um 7 Uhr auf die rund 550 Kilometer nach Chemnitz begeben, wo in der Sporthalle am Schloßteich um 16 Uhr das Spiel der 2. Basketball-Bundesliga Nord bei den ChemCats beginnen soll, wissen sie nicht, was sie erwartet.

Und das zum dritten Mal in Folge: Schon in den beiden Auftaktpartien vor heimischem Publikum gegen Krofdorf (75:63) und Grünberg (65:66) lag Trainer John F. Bruhnke kaum verwertbares Videomaterial vor, und da Chemnitz in der Liga bislang nicht aktiv war, wird für die Tigers auch dieser Kontrahent zur Wundertüte. Immerhin das weiß der Coach: Nach dem freiwilligen Rückzug seiner Basketballerinnen aus dem deutschen Oberhaus hat der Klub aus dem  Freistaat Sachsen den kompletten Umbruch gewagt. Um die auch erst 21-jährige Lucile Peroche, die mit einer Doppellizenz zudem für den in die Erste Liga aufgerückten Kooperationspartner Lions SV Halle aufläuft, sowie Jessica Kluge (21) und Anabel Neuber Valdez (18) soll Trainer Thomas Seltner eine extrem junge Mannschaft formieren. Zur Verfügung stehen ihm dabei vorwiegend die Mädels aus seiner alten Regionalliga-Truppe und der U18-Bundesliga, Deutscher Meister der WNBL.

Allerdings ist Bruhnke zu Ohren gekommen, dass das im Moment noch „sehr, sehr, sehr, sehr junge Team mittelfristig mit zwei Ausländerinnen verstärkt werden soll.“ Auf der neu gestalteten Homepage der 2. DBBL findet sich dazu noch nichts, allerdings richteten sich der Coach mit seinen Tigers darauf ein, dass am Samstag plötzlich „zwei 1,90 Meter große Amerikanerinnen in der Halle stehen.“

Sich darüber den Kopf zu zerbrechen, dafür bleibt auf der knapp siebenstündigen Fahrt, die die Delegation aus Neuss immerhin mit einem großen und damit für die Spielerinnen komfortableren Reisebus bestreitet, sicher genug Zeit. Das während der drei bisherigen Pflichtspiele zu beobachtende Problem kam schon unter der Woche zur Sprache. Sowohl im Pokal gegen Rotenburg (48:44) als auch in der Liga gegen Krofdorf (51:37) und Grünberg (54:46) gingen die Neusserinnen mit einem Vorsprung ins letzte Viertel. Zu einem Sieg reichte es trotzdem nur gegen Krofdorf, doch auch gegen die Knights stand es drei Minuten vor Schluss 58:58.

Helfen könnte an alter Wirkungsstätte Jana Heinrich, die 2005 am Sportgymnasium Chemnitz ihr Abitur gemacht hatte. Gesundheitlich angeschlagen war sie in der Offensive bislang kein Faktor  – null Punkte gegen Rotenburg und Grünberg, nur vier Zähler gegen Krofdorf -, doch Bruhnke nimmt auch die Kreativzentrale um Briana Williams in die Pflicht: „Es kann nicht sein, dass Jana gegen Grünberg nur dreimal im Spiel auf den Korb wirft.“ Britta Worms ist erkältet, hat nicht trainiert, soll aber unbedingt mitfahren, denn Ronja, Lisa und Lana Spießbach (sind mit der Familie auf einer Hochzeitsfeier) fallen ebenso aus wie Lea und Jana Schnelle (mit der Schule auf Kursfahrt).

Mehr von RP ONLINE