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Basketball: TG Neuss Tigers fordern die Bergischen Löwen zum Lokalderby

Basketball : Tigers fordern die Bergischen Löwen zum Derby

Die Neusserinnen müssen auf Franziska Worthmann verzichten.

Ja sicher, Trainer Antoine Braibant hat es bereits mehrfach gesagt: „Wir können in dieser Liga nicht nur gegen jede Mannschaft gewinnen, sondern auch jede Mannschaft schlagen.“ Den Beweis – im positiven Sinn – hatte der Coach des Basketball-Zweitligisten TG Neuss mit seinen Tigers am letzten Spieltag vor Weihnachten mit dem fast schon sensationellen 75:63-Sieg beim bis dahin unbezwungen durch die Saison gepflügten Spitzenreiter GiroLive Panthers Osnabrück erbracht. Ein vergleichbarer Husarenstreich müsste auch am Samstag im Heimspiel gegen den Lokalrivalen SG Bergische Löwen her.

Denn von den Voraussetzungen her spielt der Tabellenzweite, der bislang nur einmal verloren hat (56:76 gegen Osnabrück), in einer anderen Liga als die Turngemeinde: Trainer Jermain D. Barnes kann sich beim in dieser Spielzeit vom notorischen Abstiegskandidaten zum Titelaspiranten aufgestiegenen Klub aus Bergisch Gladbach inzwischen den Luxus leisten, seinen mit fünf Importspielern bestückten Kader nach Lust und Laune umzubauen.

Seine (bislang) letzte Aktion: Der Vertrag mit Centerin Laura Hughes wurde schon wieder aufgelöst, stattdessen kam der 1,80 Meter große Combo-Guard Kristina Putthoff-King, im ersten Spiel für die Löwen gegen Bender Baskets Grünberg in 36:40 Minuten auf dem Feld gleich für 26 Punkte gut. Vom neuen US-Girl, bis Dezember für den französischen Zweitligisten Basket Club Saint Reeze im Einsatz, erhofft sich der Amerikaner mehr Tempo. „Wir spielen Geschwindigkeitsbasketball und dafür war Hughes einfach zu langsam“, erklärt Harald Hau.

Für den seit dem 1. September 2017 als Technischer Leiter für die Löwen tätigen Neusser ist dieses Duell kein gewöhnliches Match. Denn in mehr als zwei Jahrzehnten bei der Turngemeinde war er an drei Aufstiegen in die 1. Bundesliga beteiligt und am Gewinn des Deutschen Meistertitels der weiblichen B-Jugend 1999. „Ist doch klar, dass das für mich ein besonderes Spiel ist“, gibt er zu. Auch ihm ist natürlich nicht verborgen geblieben, dass sich bei den Tigers seit ihrer 58:70-Niederlage im Hinspiel einiges getan hat. Mittlerweile zählt er Jana Heinrich & Co. gemeinsam mit Osnabrück und Halle sogar zu den größten Rivalen im Titelkampf. „Der Tabellenplatz der TG ist dabei gar nicht maßgebend.“ Im ersten Aufeinandertreffen fehlte den Tigers in Jana Heinrich eine ihrer besten Akteurinnen, zudem war Franzi Worthmann nach längerer Verletzungspause noch nicht bei hundert Prozent und Dara Taylor, seit Mittwoch übrigens 28 Jahre alt, erst wenige Tage zurück am Rhein.

 „Wir haben in diesem Spiel nichts zu verlieren“, sagt TG-Abteilungsleiterin Angela Krings, für die trotz des holprigen Saisonstarts von Anfang an festgestanden hatte, „dass wir mehr können. Mir war aber auch von vornherein klar, dass die Zeit nach Janina Pils, die das Team sieben Jahre trainiert hat, eine Besondere wird.“ Erschwerend kommt am Samstag allerdings der Ausfall von Franziska Worthmann hinzu. Die Leitwölfin ist beruflich verhindert.