Basketball: TG Neuss Tigers bringen Bergische Löwen arg ins Schwitzen

Basketball : Tigers bringen Löwen arg ins Schwitzen

Trotz der 55:62-Heimniederlage gegen Topteam schiebt der Basketball-Zweitligist aus Neuss keinen Frust.

Okay, ein Coup wie kurz vor Weihnachten in Osnabrück (75:63) blieb den Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss im Heimspiel gegen die in dieser Saison zum Titelkandidaten aufgestiegenen Bergischen Löwen verwehrt. Doch nach der 55:62-Niederlage (Halbzeit 31:39) der Tigers sah Trainer Antoine Braibant keinen Grund, sauer auf seine Girls zu sein. „Na klar, wir sind ein bisschen enttäuscht, dass wir nicht gewonnen haben – und ich habe ganz sicher schon bessere Basketballspiele gesehen, aber das war schon in Ordnung.“

Die Ursachen für die Niederlage gegen die mit vier Importspielerinnen in der Startformation agierenden Gäste um ihren impulsiven Coach Jermain D. Barnes lagen klar auf der Hand: Da war zum einen die schlechte Trefferquote der Tigers aus der Nahdistanz. Direkt am Korb ließen die Gastgeberinnen zu viel liegen, nutzten nur 15 ihrer 37 Versuche. So lassen sich im Bundesliga-Unterhaus keine Spiele gewinnen. Geradezu unmöglich wird das, kommt dazu noch eine unausgewogene Schiedsrichterleistung. Obwohl das Spiel der Löwen auf eine aggressive Verteidigung aufgebaut ist, standen die Tigers in 40 Minuten nur neun Mal an der Freiwurflinie – die Löwen 22 Mal (!). Das kam selbst dem zurückhaltenden Braibant ein wenig seltsam vor. „Diese große Differenz ist schon ungewöhnlich ...“ Der Freibrief für die Löwen in der Verteidigung war auch deshalb spielentscheidend, weil sich die Gäste vor allem auf zwei Akteurinnen verlassen: In ihrem zweiten Spiel für die Löwen markierte Kristina Puthoff-King 33 Punkte (davon 24 in Hälfte eins) und holte zehn Rebounds. Die zweite Kraft aus Übersee, Marquisha Harris, folgte mit 15 Punkten (zwölf Rebounds) – und kassierte als Centerin in harten Duellen mit Britta Worms ihr erstes und einziges Foul in der 37. Minute (!). Das US-Duo erzielte so 48 von 62 Punkten und nahm die Hälfte aller Würfe seiner Mannschaft (31/61).

Umso härter traf die Tigers der Ausfall von Franzi Worthmann. Ohne sie fehlten der TG nicht nur rund zehn Punkte (die 32-Jährige kommt im Schnitt auf 13,8 Zähler), sondern auch eine wirkungsvolle Verteidigerin für Puthoff-King. Jana Heinrich hielt die Freundin des Löwen-Trainers nach dem Seitenwechsel zwar auf neun Punkten, ließ dabei aber wertvolle, da im Angriff dringend benötigte Körner. Dass die Gastgeberinnen trotzdem „eine kleine Chance hatten, dieses Spiel zu gewinnen“ (Braibant), spricht für den Kampfgeist der Truppe.

Der zwischenzeitlich mit bis zu 13 Punkten Differenz vorne liegende Favorit (35:22/17.) spürte in seinem Nacken ständig den heißen Atem der nimmermüden Tigers, für die Natalie Bastian (14 Punkte, 2/5 Dreier, 9 Rebounds), Jana Heinrich (12, 2/9, 8) und die wie Puthoff-King für die vollen 40 Minuten gebuchte Dara Taylor (11, 0/4, 8) am besten trafen. Noch 1:45 Minute vor Schluss waren die abwehrstarken Neusserinnen mit dem Korb von Inga Krings zum 53:59 dran. Britta Worms, der deutlich mehr als drei Freiwürfe hätten zugesprochen werden müssen, bot sich vor Natalie Bastians Zählern zum 55:59 die Chance, die Tigers noch näher heran zu bringen, ja selbst nach Puthoff-Kings Punkten zum 61:55 29 Sekunden vor dem Ende hätte Jana Heinrich die Sache mit einem Dreier noch mal richtig spannend machen können.

Doch diesmal sollte es nicht sein. Und darum blickte der Coach bereits auf Samstag, wenn seine Mädels im Heimspiel gegen die BG 89 AVIDES Hurricanes in der Pflicht stehen. „Das ist ein Gegner, den wir schlagen können und müssen“, sagt er selbstbewusst.

Neuss - Bergische Löwen 55:62 (31:39)

TG Neuss Tigers: Taylor (11), Bastian (14/2), R. Spießbach, Ellenrieder (6), Krings (2), Prudent (5/1), Heinrich (12/2), Worms (5)

SG Bergische Löwen Kley, Puthoff-King (33/2), Gawronska (3/1), Jäger (7), Middeler, Ghariani (2), Marré (2), Harris (15), Tenorio

Viertel: 12:16, 19:23, 9:10, 15:13

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