1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Basketball: Basketball: TG Neuss behält in Hannover die Nerven

Basketball : Basketball: TG Neuss behält in Hannover die Nerven

Nicht ganz unerwartet mussten die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss beim Schlusslicht TK Hannover ans Limit gehen, um den im Kampf gegen den Abstieg extrem wichtigen 55:54-Erfolg (Halbzeit 31:29) unter Dach und Fach zu bringen.

Vor heimischem Publikum trat der Aufsteiger deutlich aggressiver auf als bei der deutlichen 57:77-Niederlage am ersten Spieltag in Neuss. "In ihrer kleinen und engen Halle spielen die sehr unorthodox", sagte TG-Trainerin Janina Pils, die den harten Körpereinsatz der Gastgeberinnen vorsichtig als grenzwertig bezeichnete. Aber so ganz wollte sie auch ihre Schützlinge nicht aus der Verantwortung lassen. "Einige hatten sich das wohl etwas zu leicht vorgestellt." Beim Debüt der 1,90 Meter großen Bensbergerin Annika Klein (20), in der Hinrunde noch für den Süd-Zweitligisten TV Saarlouis im Einsatz, baute Pils in der ersten Hälfte auf eine große Rotation. "Alle Zwölf haben gespielt, dadurch ist uns leider der Faden in der Offensive abhandengekommen."

Andererseits waren auf diese Weise in der hektischen Schlussphase die spielbestimmenden Akteure bei den mit einer Serie von fünf Niederlagen in Folge angereisten Gästen noch relativ frisch und im Gegensatz zu Hannover Leistungsträgerinnen nicht foulbelastet. Trotzdem hätte das Match auch ein anderes Ende nehmen können. Mit noch acht Sekunden auf der Uhr leistete sich die mit 55:54 vorne liegende TG einen Ballverlust, holte sich das Angriffsrecht prompt zurück und trat mit Connie James an die Freiwurflinie. Die US-Amerikanerin patzte bei beiden Versuchen, hatte indes Glück, dass Hannover keine erfolgreiche Attacke mehr zustande brachte.

Dass ihre Mädels in der Offensive nicht unbedingt ihren besten Tag erwischt hatten, beurteilte die Neusser Trainerin milde. "Dieses Spiel war super wichtig. Auch ich war ziemlich angespannt. Da ist es doch normal, dass man ein bisschen verkrampft." Obwohl Annika Klein, die Pils schon im Sommer gerne nach Neuss gelotst hätte, nach gerade mal drei Trainingseinheiten mit ihrem neuen Team in knapp 19 Minuten auf dem Parkett nur auf einen Punkt kam, steht für ihren Coach schon jetzt fest: "Sie macht uns definitiv stärker. Im Moment ist sie in der Offensive eben noch nicht besonders integriert." Auf Anhieb voll da war dagegen erwartungsgemäß Kathrin Wischnitzki. Nach einem halben Jahr zurück aus den USA legte der Basketball-Derwisch ebenso wie Connie James und Julia Kleen zwölf Punkte auf und würzte das gelungene Comeback mit elf Rebounds. "Mit ihr im Team haben wir eine ganz andere körperliche Präsenz", ist Pils überzeugt.

Im Abstiegskampf noch nicht abgeschrieben hat sie trotz der Niederlage auch Hannover. "Die haben doch jetzt nichts mehr zu verlieren. Die könnten darum noch sehr gefährlich werden."

(sit)