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Basketball: Spiel der TG Neuss Tigers gegen Osnabrück erst am Sonntag.

Basketball : Tigers sind weiter im „Rache-Modus“

Die Partie der Zweiten Basketball-Bundesliga Nord gegen Osnabrück ist auf Sonntag verlegt. Das Hinspiel verloren die Neusserinnen mit 74:81.

Sie müssen zwar weiterhin auf Zuschauer verzichten, aber immerhin spielen sie: Diesmal am Sonntag (15 Uhr, Elmar-Frings-Sporthalle an der Bergheiner Straße) treten die TG Neuss Tigers in der 2. Basketball-Bundesliga Nord gegen die Panthers Academy Osnabrück an. Und das ist an sich schon ein Sieg, denn so mancher Konkurrent guckt seit Monaten in die Röhre. So stand der Neuling Young Dolphins Marburg in dieser Saison noch gar nicht auf dem Platz. Das letzte und einzige Match der mit so großer Euphorie gestarteten Mädels von Alba Berlin liegt mittlerweile vier Monate zurück: Am 24. Oktober schlug das ambitionierte Team von der Spree die Bender Baskets Grünberg mit 58:51.

Danach war Schicht. Und TG-Trainer John F. Bruhnke weiß auch, warum: In einer der vielen Video-Konferenzen teilten Albas Vertreter nämlich mit, dass der Senat den Zweitliga-Damen nur dann den Status als Profi-Mannschaft zubilligte, wenn die Spielerinnen mindestens 51 Prozent ihres Lebensunterhaltes mit Basketball bestreiten würden. „Und das ist natürlich nicht umzusetzen“, weiß Bruhnke. Weil der Amateursport weiterhin im Lockdown steckt, ist fraglich, ob Alba in dieser Saison überhaupt noch mal ins Spielgeschehen eingreifen kann.

Die Tigers durften dagegen seit dem überraschenden Restart am 23. Januar bislang an jedem Wochenende ran. Weil das während der Corona-Pandemie ein echter Luxus ist, sind sie auch bereit, Kompromisse einzugehen. So stimmten sie der Anfrage aus Osnabrück auf Spielverlegung zu. Das Problem der Niedersachsen: Als Teil der Ausbildungsakademie kommen bis zu neun Nachwuchskräfte aus dem von Mika Scheidemann gecoachten Team auch für Einsätze im Erstliga-Kader der GiroLive-Panthers infrage. Im Oberhaus muss Osnabrück am Samstagabend in Freiburg ran. Und da Teile der Mannschaft verletzungsbedingt ausfallen und sich einige Spielerinnen coronabedingt selbst isoliert haben, wäre der Samstag-Termin in Neuss kaum zu halten gewesen. „In einer normalen Saison ohne Corona hätten wir darüber sicher noch mal sehr intensiv diskutiert“, sagt Bruhnke. „Aber in der jetzigen Situation sind wir froh, wenn wir spielen können. Darum haben wir der Verlegung auf Sonntag zugestimmt.“

Dabei befindet er sich mit seinen Schützlingen im „Revenge-Modus“. Teil eins des selbstverständlich nicht ernst gemeinten Rachefeldzuges hakten die Tigers am vergangenen Samstag ab, als sie gegen Opladen der 68:89-Niederlage im Hinspiel einen 80:73-Heimsieg nach Verlängerung folgen ließen. Als Gast der Panthers Academy hatte Neuss schon im November mit 74:81 verloren. Es ist anzunehmen, dass die damals überragende Victoria Poros (28 Zähler/5 Dreier) auch am Sonntag auf dem Court steht. „Star“ der Mannschaft ist jedoch unbestritten Frieda Bühner. Obwohl gerade mal 16, legt das 1,86 Meter große Supertalent mit durchschnittlich 22,1 Punkten und 11,9 Rebounds pro Partie ein „Double-Double“ auf. Darum wundert es Bruhnke auch nicht, „dass sie in der 1. Liga massive Spielanteile erhält. Für ihr Alter ist sie ein absoluter Kracher.“ Zum erstklassigen Stammpersonal der Gäste zählen neben der Ex-Berlinerin Victoria Poros (13,1 Punkte im Schnitt) noch Emma Eichmeyer (12,4), Michelle Müller (7,8), Tessa Stompen (7,5) und Maira Banko (4,1). Mit dem ebenfalls möglichen Einsatz von Tonia Dölle (13,5) rechnet der Neusser Trainer dagegen eher nicht.

Schon etwas genervt blickt Bruhnke auf die abgelaufene Trainingswoche zurück. „Die war nicht so berauschend“, gibt er zu. Aus beruflichen und Krankheitsgründen oder wegen anderer Wehwehchen standen ihm zumeist nur acht Spielerinnen zur Verfügung, so dass dem Wettkampf angepasste Trainingsformen mangels Masse ausfallen mussten. Trotzdem spricht am Sonntag einiges für einen Sieg der Gastgeberinnen, dürfte den Panthers doch auf jeden Fall das Spiel im Breisgau und die anschließende knapp 600 Kilometer lange Rückfahrt nach Osnabrück in den Knochen stecken.