Basketball: Simon Bennett gelingt starkes Comeback für NEW' Elephants

Basketball : Nicht ganz fit, aber mit einem feinen Händchen

Simon Bennett feiert bei den Regionalliga-Basketballern der Elephants mit fast 34 Jahren ein starkes Comeback als spielender Co-Trainer.

Nach getaner Arbeit genehmigte sich Simon Bennett erst mal ein Bier. Das hatte sich der 33-Jährige nach seinem gelungenen Comeback im Trikot des Basketball-Regionalligisten NEW’ Elephants beim 95:72-Heimsieg über Citybasket Recklinghausen einfach verdient. Eine Quote von 50 Prozent bei Würfen von jenseits der Drei-Punkte-Linie (2/4), dazu schlaue Aktionen im Angriff (vier Assists) und in der Verteidigung (den Kontrahenten zu zwei Offensivfouls verleitet)  – das war für den Anfang schon ausgesprochen schick.

Dabei hatte der vor der Saison vom spielenden Co- zum Cheftrainer beförderte Banker „im Grunde seit April des vergangenen Jahres nicht mehr wirklich mit dem Ball trainiert. Höchstens mal ab und zu, wenn Not am Mann war.“ Den überraschenden Jobwechsel hatte er sich freilich selber eingebrockt. Als vor acht Tagen im Dialog mit Manager Hartmut Oehmen die durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Farid Sadek und David Markert weiter verschärften Personalprobleme zum Thema wurden,  „habe ich teils im Spaß, teil im Ernst gesagt, dass ich jetzt ja wohl noch mal als Spieler ran muss.“ Ein Angebot, das Oehmen gerne annahm: Er ist nun bis zum Saisonende in Personalunion Manager und Coach, Bennett in seiner alten Rolle als spielender Co-Trainer wieder sein direkter Draht zum Team. Einfach so, ohne ein weiteres Gespräch. Nach zwölf Jahren als kongeniales Gespann geht das. „Wir ergänzen uns eben ziemlich gut“, bestätigt Bennett.

Also stand er am Montag nach der Niederlage in Ibbenbüren kommentarlos in der Halle – und war auf Anhieb wieder Teil der Mannschaft. „Natürlich“, räumt er schmunzelnd ein, „habe ich schon ein paar Kilos zu viel  auf den Rippen. Und auch konditionell gibt es da durchaus noch das ein oder andere Defizit.“ Aber gegen Recklinghausen reichte es trotzdem für insgesamt 17 äußerst produktive Minuten auf dem Feld. Damit überraschten er und seine Teamkollegen selbst den Gegner. So stellte Citybasket-Coach Johannes Hülsmann fest: „Diese Leistung war so nicht zu erwarten. Grevenbroich war auf jeden Fall richtig heiß.“ Vollkommen aus dem Nichts kommt die gute Leistung indes nicht, immerhin stand Bennett als Stammkraft der NVV Lions Mönchengladbach mal kurz vor dem Aufstieg ins Erstliga-Unterhaus (Pro A). Seine Spielintelligenz und sein sicheres Händchen aus der Distanz machen ihn auch mit fast 34 Jahren zu einem gefürchteten Gegner. Nach der Saison ist jedoch definitiv Schluss in Grevenbroich. Seine berufliche und private Zukunft sieht er in Dortmund, wo seine Freundin Handball spielt. Für den Basketball-Regionalligisten SVD 49 Dortmund wird er aber nicht auflaufen.

Keine Probleme gab es übrigens mit seinem neuen Trikot. Die Nummer elf trug bis zu seinem Wechsel nach Itzehoe zwar Milen Zahariev, der ganz ohne Zweifel eine andere Gewichtsklasse ist als Bennett, doch hatte der Bulgare sein Shirt noch kurz vor seinem Abgang in einem Wutanfall zerrissen. „Und das als Ersatz gelieferte Trikot hat die Größe XL“, verrät Oehmen grinsend. „Das passt auch Simon ...“

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