Basketball-Regionalliga West Elephants Grevenbroich

Basketball : Elephants starten noch ohne Neuzugang

Basketball-Regionalligist erwartet heute Abend gegen den Abstieg kämpfende Salzkottener.

Wer am Mittwochabend die Nase in die Gustorfer Großsporthalle steckte, der konnte dort zehn Basketballer der Elephants Grevenbroich beim Training sehen. Unter ihnen ein neues Gesicht: Chris Hortman, 30 Jahre alter US-Profi mit bewegter Vergangenheit in Ibbenbüren, Schwelm, dem kroatischen Pula und Schalke 04.

Der ist zwar zum Jahreswechsel in das Appartement gezogen, das nach dem Wechsel von Milen Zahariev zu den in der Pro B spielenden Itzehoe Eagles frei wurde, doch ein Grevenbroicher wird Hortman nicht: „Es wäre leicht gewesen, ihn zu verpflichten, aber das werden wir definitiv nicht tun,“ sagt Elephants-Manager Hartmut Oehmen zu diesem Thema. Die Begründung klingt einerseits paradox, auf der anderen Seite aber auch plausibel: „Er hätte in jedem Spiel 20 Punkte gemacht, wäre aber auch zu dominant gewesen,“ sagt Oehmen.

Was er hingegen für die am heutigen Samstagabend (19.30 Uhr, Sporthalle Gustorf) mit dem Match mit dem Match gegen die Accent Baskets aus Salzkotten startende Rückrunde der Regionalliga West sucht, ist ein „Teamplayer, der Jungs wie Max Boldt und David Markert, die einen guten Job machen, weiterhilft“, sagt Oehmen – und keinen, der sie vom Parkett verdrängt. Weil so eine Suche dauert, werden die Elephants gegen Salzkotten in der Formation auflaufen, in der sie nach dem Abgang von Zahariev in Leverkusen, gegen Herten und im WBV-Pokal bei der TG Stürzelberg gewannen. „Wir hätten eh so schnell keine Spielberechtigung bekommen, weil die Passstellen über die Feiertage nicht besetzt sind,“ sagt Oehmen und fordert: „Jetzt müssen es halt die anderen richten.“

Mit mangelndem Respekt vor dem Gegner hat das nichts zu tun, versichert der Manager, auch wenn die Elephants das Hinspiel in der einstmals gefürchteten Hederauenhalle klar mit 104:69 für sich entschieden. Dort haben die „Sälzer“ in der Hinrunde nur zwei Spiele gewonnen, gegen die Kellerkinder aus Kamp-Lintfort (96:70) und Leverkusen (94:76), hinzu kommt ein 75:63-Sieg beim ebenfalls gegen den Abstieg kämpfenden SVD Dortmund. Das andere Kellerduell zum Abschluss der Hinrunde in Deutz verloren sie mit 88:90, weshalb die Schützlinge des traditionell auf Importspieler verzichtenden Trainers Stefan Schettke auf dem vorletzten Tabellenplatz überwinterten.

Vor der Saison waren die Ziele noch ganz anders gesteckt worden: „Es gibt in jedem Jahr ein Team, das unerwartet oben mitspielt, warum also nicht wir?“ hatte Schettke da noch gesagt. Eine prekäre Situation, kann es doch mit Blick auf die Tabelle der Pro B am Ende der Saison durchaus drei, möglicherweise sogar vier Absteiger aus der Regionalliga West geben. „Die stehen mit dem Rücken zur Wand und werden entsprechend kämpfen,“ sagt Oehmen.

Der das freilich auch von den Elephants erwartet: „Wir können nicht mehr absteigen, wir können nicht mehr Meister werden. Aber wer glaubt, wir spielen bis April um die goldene Ananas, irrt gewaltig.“ Das hat der Manager den Schützlingen von Trainer Simon Bennett am Mittwoch zum Trainingsauftakt auch in gewohnt deutlichen Worten gesagt: „Wir haben noch zwei ambitionierte Ziele – Platz zwei und das Finale im WBV-Pokal.“ Da wartet im Viertelfinale Zweit-Regionalligist SG Südwest-Baskets Wuppertal auf die Grevenbroicher.

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