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Basketball: Pechsträhne der TG Neuss Tigers reißt einfach nicht ab

Basketball : Pechsträhne der TG Neuss Tigers reißt nicht ab

TG Neuss Tigers verlieren US-Girl Briana Williams für die Saison und nach der Niederlage in Grünberg zusätzlich einen Punkt am „Grünen Tisch“.

Langsam wird es unheimlich: Seit dem 82:78-Heimsieg vor zwei Wochen über den Tabellenführer MSP Bergische Löwen läuft so ziemlich alles gegen die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss:

Just in dieser Partie verletzte sich US-Profi Briana Williams. Die inzwischen vorgenommene arthroskopische Knieoperation verlief zwar erfolgreich, doch der dabei behobene Schaden am Meniskus zieht ein viermonatiges Sportverbot nach sich. Das Aus für diese Spielzeit.

Im Moment darf sich die 28-Jährige gar nicht bewegen. Dabei haben sich für die Partie der Tigers am Samstag (17.30 Uhr) in heimischer Elmar-Frings-Sporthalle gegen Alba Berlin ihre aus den USA anreisenden Eltern angesagt. Ein trauriges Wiedersehen. Fehlen wird auch Centerin Lotti Ellenrieder, die sich beim 96:79-Erfolg am vergangenen Freitag in Krofdorf einen Bänderriss am Sprunggelenk zugezogen hatte. Trainer John F. Brunhke hofft, dass er sie im letzten Spiel vor den Play-offs am 15. März in Rotenburg wieder einsetzen kann.

Keine guten Nachrichten kamen am Mittwoch auch von der Spielleitung der 2. DBBL: Weil die Tigers bei der ohnehin ärgerlichen 68:73-Niederlage am Samstag in Grünberg die nicht auf dem Spielberichtsbogen eingetragene Hannah Wischnitzki einsetzten, wurde das Match als mit 0:20 verloren gewertet. Viel schlimmer ist allerdings der Abzug von einem Punkt, „denn damit sind wir raus aus allen direkten Vergleichen“, sagt Bruhnke, der die Verantwortung für diesen Fauxpas übernahm. „Ich hätte das kontrollieren müssen.“ Dass das lizenzierte Kampfgericht den Namen seiner Spielerin nicht vom Mannschaftsmelde- auf den Spielberichtsbogen übertragen habe, hat für ihn freilich ebenso ein Geschmäckle wie die unterbliebene Präsentation der beiden Mannschaften vor der Partie. „Dabei wäre nämlich sofort aufgefallen, dass Hannah Wischnitzki auf dem Bogen fehlt.“ Daraus zieht er für sich den Schluss: „Wenn man das nächste Mal nach Grünberg fährt, muss man gucken, wie man damit umgeht.“ Damit hakt er diese misslichen Situation fürs Erste ab, denn noch ist seine Mannschaft in der Lage, Platz drei aus eigener Kraft abzusichern. „Wir müssen halt unsere beiden letzten Spiele gewinnen.“

Das ist allerdings leichter gesagt als getan, denn schon Alba Berlin könnte sich als Stolperstein erweisen. Seit dem 65:60-Sieg der Neusserinnen im Hinspiel hat der Gegner nämlich seinen Kader weiter veredelt: Zur US-Amerikanerin Erika Livermore (17,9 Punkte im Schnitt), Ex-Nationalspielerin Ireti Amojo (14,4) und Lena Gohlisch (12,4) hat sich in  Ewelina Jackowska noch eine weitere Topspielerin gesellt. Die 1,87 Meter große Polin kommt in ihren bislang drei Spielen in durchschnittlich nur 12,35 Minuten auf dem Feld auf 8,0 Punkte. „Daraus folgert Bruhnke: „Alba ist definitiv stärker besetzt als im Hinspiel.“ Nicht zu verachten  ist außerdem das junge deutsche Personal mit Lucy Reuß (22 Jahre), Henriette Höfermann (20), Victoria Poros und Leyla Öztürk (18). Für die nötige Erfahrung sorgen Akteurinnen wie die 31-jährige Johanna Hirmke und Alexandra Kujat (25).

Immerhin können die Tigers wieder auf Marja Wucherer und ihren WNBL-Nachwuchs, der am vergangenen Wochenende mit dem Sieg über die Junior Hurricanes den Klassenverbleib in der U18-Bundesliga vorzeitig unter Dach und Fach gebracht hatte, bauen. Lea und Jana Schnelle sind auf jeden Fall mit dabei. Darüber hinaus setzte Bruhnke auf den psychologischen Faktor: „Gerade in den Spielen gegen die Topmannschaften der Liga oder Spiele, in die wir wie jetzt gegen Alba Berlin mit einem Klotz am Bein gehen, hatten wir oft unsere besten Momente.“