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Basketball: NEW' Elephants machen’s jetzt mit ganz viel Tempo

Basketball : Elephants machen’s mit ganz viel Tempo

Der Basketball-Regionalligist aus Grevenbroich startet am Samstag beim SV Haspe in eine Saison, die mit vielen Fragezeichen behaftet ist. Thema in der Schlossstadt ist vor allem die fehlende Größe der Mannschaft von Trainer Ken Pfüller.

Was soll man von einer Mannschaft halten, die selbst für ihren Trainer ein Buch mit sieben Siegeln ist? Auch das letzte Match einer Vorbereitung, die noch nicht mal ansatzweise so lief, wie sich Ken Pfüller das ausgedacht hatte, fiel in die Kategorie Fragezeichen. Gegen den ebenfalls in der Regionalliga West spielenden TSV Bayer 04 Leverkusen II traten die Basketballer der NEW’ Elephants nur zu sechs an – und hielten beim 95:100 trotzdem lange mit. Die vergangenen Wochen fasst der für gewöhnlich gut organisierte Coach kurz und knapp zusammen: „Bemerkenswert! Einzigartig!“

Gegen die Bayer-Bubis mussten die Grevenbroicher kurzfristig auch noch ohne Marc Rass, der in der oft chaotisch anmutenden Testspielphase gemeinsam mit John Murry für Konstanz gestanden hatte, „die Beiden haben die Mannschaft basketballerisch auf ein anderes Niveau gehoben“ (Pfüller), und „Mister Zuverlässig“ Basti Becker auskommen. Nicht dabei waren auch Moritz Krume und Julius Wesemann. Und als sei das noch nicht genug, fällt nun auch noch Thabiso Mkwanazi aus. Der neben Dzemal Selimovic einzig verbliebene Rebounder im Team hatte sich unter der Woche endlich mal zum Arzt seines Vertrauens begeben, um seinen chronischen Fußproblemen auf den Grund zu gehen. Die Diagnose: angebrochenes Sprunggelenk. Damit ist der aggressive und schnelle Power Forward für zwei Monate raus.

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Die fehlende Größe in seinem Kader, ein Defizit, das auch die Verpflichtung des Kroaten Almedin Berberistanin (1,96 Meter) nicht beheben kann, hat Pfüller zu einer kompletten Umstellung seines Spielsystems gezwungen. Die Elephants haben den Turbo angeworfen – dazu heißt es in der Schlossstadt jetzt „Defense first!“ Eine Spielweise, die in den vergangenen Wochen viele Kontrahenten der Erftstädter vor große Probleme stellte. Eine für den Trainer freilich alternativlose Vorgehensweise, „denn ich habe dafür genau das richtige Personal. Das passt einfach.“

Festzumachen ist das an Akteuren wie Tim Elkenhans: Der vor einem Jahr aus Aachen (2. Regionalliga) gekommene Guard, definierte sich bislang über seine Aktionen im Angriff. In der coronabedingten Zwangspause hat der 21-Jährige seinen nur 1,80 Meter großen Körper aber mit Muskeln bepackt. Pfüller: „Er ist physisch unglaublich stabil geworden, sieht aus wie ein kleiner Bodybuilder – ein Mini-Hulk sozusagen ...“ Doch auf dem Basketball-Court zählt nicht die beeindruckende Verwandlung in eine Figur aus den Marvel-Comics, sondern die daraus resultierende Änderung des Auftritts. „Tim spielt jetzt eine unglaublich gute Verteidigung“, sagt sein Trainer.

Mag in der Schlossstadt aktuell auch „schnell & aggressiv“ das Gebot der Stunde sein, für komplett andere Spielertypen ist trotzdem noch Platz bei den Elephants. Für David Markert etwa: Der 27-Jährige ist ganz und gar kein Speedy Gonzales, hat sich in der Vorbereitung indes zu einer Führungsperson entwickelt. „Was ihm an Athletik und Schnelligkeit fehlt, weiß er in der Offensive durch seine Cleverness und sein Spielverständnis zu kompensieren“, sagt Pfüller.

Am Ziel, Einzug in die Play-offs, also einen Platz unter den besten Acht, hält er in einer voraussichtlich von am Aufstieg interessierten Vereine wie BBG Herford, TV Ibbenbüren und Citybasket Recklinghausen angeführten Liga unverdrossen fest. Zwar ist er weiter auf der Suche nach Spielern der Marke „brauchen eine Chance, kosten kein Geld“, doch womöglich seien weitere Verstärkungen gar nicht mehr nötig: „Wenn wir so auftreten wie in den Vorbereitungsspielen, wir fit bleiben und die Gegner mit uns auch in der Liga nicht zurechtkommen – und wenn dann noch Moritz Krume und Thabiso Mkwanazi wieder dabei sind –, mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Dann brauche ich gar keine Neuen.“