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Basketball: NEW' Elephants lassen auch Vytautas Nedzinskas ziehen

Basketball : Elephants lassen auch Nedzinskas ziehen

Der 31 Jahre alte Litauer möchte sich in seiner Heimatstadt Hagen beruflich etablieren und bekommt darum vom Basketball-Regionalligisten aus Grevenbroich die sofortige Freigabe. Aufsteiger Deutzer TV stellt sich in Gustorf vor.

Quizfrage: Was haben Justin Blanks, Milen Zahariev und Chris Carter gemeinsam? Sie trugen in dieser Saison mehr oder weniger häufig das Trikot des Basketball-Regionalligisten NRW’ Elephants, sind mittlerweile aber nicht mehr an  der Erft tätig.

Seit dieser Woche ziert diese Liste ein weiterer Name: Vor dem Heimspiel am Samstagabend (19.30 Uhr, Sporthalle am Torfstecherweg in Gustorf) gegen den Neuling Deutzer TV verabschiedete sich Vytautas Nedzinskas – wie im Fall von Milen Zahariev mit ausdrücklicher Billigung von Manager Hartmut Oehmen: Dem Litauer habe sich in seiner Heimatstadt Hagen die Möglichkeit geboten, „einem ordentlichen Job außerhalb vom Basketball nachzugehen. Ihm diese Chance zu nehmen, verbietet sich im Amateursport.“ Und weil der Transfer noch vor dem 31. Januar über die Bühne ging, läuft der 31-Jährige ab sofort für den Ligarivalen SV Hagen-Haspe auf. In Grevenbroich hinterlässt der Edeltechniker, der erst im Herbst von der BG Hagen gekommen war, eine große Lücke: Nach Farid Sadek (27:26 Minuten) und Marko Boksic (26:22) stand er im Schnitt am längsten auf dem Feld (24:19) und mit durchschnittlich 10,4 Zählern war er nach Marko Boksic (16,3) der drittbeste Punktesammler der Elephants.

Und darum weint Oehmen dem Balten mehr als nur eine Träne nach: „Er ist ein cooler Typ und sein Abgang ist für uns schon eine Schwächung – besonders in der Offensive.“ Allerdings sieht der 53-Jährige in der Personalie auch eine Chance für andere – allen voran Jonathan Parker. In seinen bislang drei Partien für die Elephants (9,0 Punkte im Schnitt) blieb der US-Profi eher unauffällig, vermochte noch nicht das Vertrauen seines Coaches Simon Bennett zu gewinnen. Oehmen ist jedoch fest davon überzeugt, „dass er mehr kann, als das, was er bisher gezeigt hat.“ Vielleicht fängt er damit ja schon gegen Deutz an, denn obwohl der Neuling nach 17 Partien erst vier Siege auf seinem Konto hat, warnt Oehmen vor den Kölnern: „Die spielen wirklich um alles, jeder Sieg kann für die der entscheidende sein.“ Selbst Spitzenteams hatten schon Probleme mit dem Kellerkind. So die BG Hagen, die am vergangenen Wochenende nur mit größter Mühe einen 76:72-Erfolg ins Ziel brachte. Noch fünf Minuten vor Schluss hatte Deutz mit 62:61 vorne gelegen, dabei fehlte in Philipp Peifer (12,1) der Topscorer. Dieses Ergebnis zusammen mit dem deutlichen 93:56-Erfolg der Elephants gegen chancenlose Kölner im Hinspiel bestätigen Oehmen nur in seiner Ansicht: „Das ist alles Einstellungssache. Wenn die nicht stimmt, werden Mannschaften wie Deutz zu gefährlichen Nobodys.“

Nur ganz schwer auszurechnen sind freilich auch die Schlossstädter: Nach dem Ausstieg von Vytautas Nedzinskas befindet sich im Kader neben Marko Boksic in Center Lennard Jördell (10,9) nur noch ein Akteur, der im Schnitt zweistellig punktet. Der Blick auf den Statistikbogen zeigt indes: In Farid Sadek (9,1), Jonathan Parker (9,0), Max Boldt (7,1), Nino Janoschek (7,0), David Markert (6,6) und Basti Becker (6,5) stehen jede Menge Spieler zur Verfügung, die an einem guten Tag in diese Regionen vorstoßen können. Nicht umsonst ist Grevenbroich mit 1493 Punkten nach Tabellenführer ART Giants Düsseldorf (1505) das zweitbeste Offensivteam der Liga. Ob sich daran nach dem Wechsel von Vytautas Nedzinskas etwas ändert, hängt nicht nur von Jonathan Parker, sondern auch von Farid Sadek ab. Findet der in den vergangenen fünf Jahren wahrscheinlich beste deutsche Spielmacher der Liga mit seinen 35 Jahren noch mal zurück zu alter Form, sind die Elephants für jeden Kontrahenten ein kaum zu verdauender Brocken. Dann ist eine ähnlich gute Platzierung drin wie im Vorjahr, als hinter Münster die Vizemeisterschaft herausgesprungen war.