Basketball Tigers wachsen als Team zusammen

Neuss · Die Zeiten, als die zum personellen Umbruch gezwungenen Tigers quasi von der Hand in den Mund lebten, sind vorbei. Der Kader des Basketball-Zweitligisten TG Neuss ist jetzt deutlich breiter aufgestellt. Doch Probleme gibt es trotzdem.

Das Team der TG Neuss in Luxemburg: (h.v.l.) Priscilla Waterloh, Johanna Huppertz, Megan Swords, Luca Raschke, Larissa Felten, Coach Rufin Kendall. (v.v.l.) Jule Schillings, Leonie Oost, Ricarda Schott, Brooklynn McAlear-Fanus.

Das Team der TG Neuss in Luxemburg: (h.v.l.) Priscilla Waterloh, Johanna Huppertz, Megan Swords, Luca Raschke, Larissa Felten, Coach Rufin Kendall. (v.v.l.) Jule Schillings, Leonie Oost, Ricarda Schott, Brooklynn McAlear-Fanus.

Foto: Tigers

Auch wenn es nur die erste Runde im DBBL-Pokal ist, mit dem Heimspiel am Samstag gegen den Süd-Vertreter QOOL Sharks Würzburg beginnt für die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss Tiger der Ernstfall. Darum lohnt sich ein Blick auf den Vorbereitungsstand.

Was machen die Profis? Auf seine „Imports“ Brooklynn McAlear-Fanus (Kanada) und Megan Swords (USA) lässt Coach Rufin Kendall nichts kommen. „Mit ihnen bin sehr zufrieden“, sagt er. „Sie sind nett und aufgeschlossen – das passt.“ Dazu stimmt die Leistung. So sei Swords trotz ihrer Größe von 1,91 Meter zusätzlich zu ihrer immensen Präsenz unter den Körben genauso schnell unterwegs wie er das erwartet habe, fährt Kendall fort. „Und sie arbeitet hart.“ Derweil nutze McAlear-Fanus im Aufbau ihr großes Spielverständnis, „um das Team stärker zu machen. Sie bringt ihre Mitspielerinnen in Position und animiert sie dann auch energisch dazu, den Wurf zu nehmen.“ Bei der Beurteilung ihres Outputs ist ihm freilich eines ganz wichtig: „Die beiden sind zwar Profis und verdienen ihr Geld mit Basketball, sind aber keine Roboter. Sie brauchen Unterstützung und ein gesundes Umfeld, um ihre Leistung zu bringen.“

Wie läuft’s mit dem neuen Personal? Für die drei in Neuss ausgebildeten Rückkehrerinnen Leonie Oost, Ana Behnke-Llanos und Larissa Felten gilt dasselbe wie für Priscilla Waterloh und Luca Raschke: „Sie arbeiten gut, schlüpfen auch in neue Rollen und füllen sie aus“, sagt Kendall. Das führe immer häufiger zu „Wow-Erlebnissen“, etwa bei besonders gelungenen Spielzügen. „Und wir sind bemüht, davon noch viel mehr zu kreieren.“

Was gibt Anlass zur Sorge? So eine Situation wie in der Rückrunde der vergangenen Saison, als ihm nach den Abgängen von Maria Aftzi und Myia Starks sowie den verletzungsbedingten Ausfällen von Inga Krings, Jana Meyer und Fiona Mebelli nur noch ein Rumpfteam zur Verfügung stand, möchte der Trainer nicht noch einmal erleben. Allerdings ist Meyer nach ihrem Einstieg schon wieder seit drei Wochen mit lädiertem Fuß raus, Krings musste in der Sommerpause nun doch am Knie operiert werden. Ob sie bis Weihnachten noch mal aufs Feld zurückkehren, ist ungewiss. Die von den Capitol Bascats Düsseldorf über den Rhein gewechselte Iva Banozic hat wie vereinbart ihre Ausbildung zur Physiotherapeutin abgeschlossen und steigt erst jetzt ins Mannschaftstraining ein. Kendall nimmt’s gelassen: „Ich weiß ja, dass sie zurückkommen.“ Das gilt allerdings nicht für Nafi Diaw (Dragons Rhöndorf), die sich in nächster Zeit ausschließlich auf ihre schulische Ausbildung konzentrieren will, Fiona Mebelli (Studium) und Lyda Sy (Studium in den USA), was ihr Coach kolossal schade findet, „denn sie war die Spielerin, die in der vergangenen Saison den größten Sprung gemacht hat.“

Und der Nachwuchs? Aus dem Quartett, das mit den TG Neuss Junior Tigers parallel auch in der U18-Bundesliga (WNBL) aufläuft, haben nur Ricarda Schott und Jule Schillings die Vorbereitung voll durchgezogen. Johanna Huppertz war nahezu den ganzen Sommer über für die U16-Nationalmannschaft im Einsatz – zunächst beim European Youth Olympic Festival in der Slowakei, dann beim EM-Turnier in Portugal. Marija Ilic sammelte mit der U15-Nationalmannschaft auch internationale Erfahrung. Bei den Tigers sollen sie ganz behutsam ins Zweitliga-Team integriert werden. Kendall: „Ich habe immer ein offenes Ohr für ihre Fragen.“

Wie liefen die Testspiele? Gleich zu Beginn hatte der Coach einen Vergleich mit dem von ihm zuvor trainierten Herren-Oberligisten DJK Südwest Köln angesetzt. „Das Ergebnis spielte dabei keine Rolle, mich hat vor allem die mentale Bereitschaft interessiert, wie wir als Team auf diese physische Herausforderung reagieren. Das hat uns gut getan.“ Nach dem lockeren Sieg beim Regionalligisten Hürther BC ging es am vergangenen Wochenende zum Basketball-Camp nach Luxemburg mit Spielen gegen die Erstligisten Amicale Steinsel (Steesel) und Etzella Ettelbrück. Dass seine nur zu acht angetretenen Schützlinge (plus die noch geschonte Johanna Huppertz) beide Spiele gewannen, registrierte Kendall lediglich am Rande. Lobend erwähnte er jedoch die Bereitschaft seiner Mädels, in der Defensive zuzupacken. „Und in der Offensive habe ich einige sehr schöne Spielzüge gesehen. Aber die Mannschaft braucht natürlich noch Zeit.“

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