Lokalsport: Basketball: Neuss Tigers gehen auf dem Zahnfleisch

Lokalsport: Basketball: Neuss Tigers gehen auf dem Zahnfleisch

Mit 60:52 (Halbzeit 39:26) bei der Braunschweiger Eintracht gewonnen, doch die Freude von Trainerin Janina Pils über den fünften Sieg des Basketball-Zweitligisten TG Neuss Tigers in Folge hielt sich in Grenzen: "Es war halt ein typisches Spiel, in dem der Gegner sowieso unterlegen ist und dann auch noch auf seine beste Spielerin verzichten muss."

Bei den um den Klassenverbleib spielenden Gästen fehlte in Topscorerin Ariel Hearn das Herz der Mannschaft. Eine kolossale Schwächung. Doch auch die Neusserinnen hatten ihr Päckchen zu tragen: Karo Tzokov (Mandelentzündung) war gleich zu Hause geblieben, die für sie in die Startformation beförderte Sera Asuamah-Kofoh litt unter einer schmerzhaften Hüftprellung und Franzi Worthmann plagt sich seit der Partie gegen die Osnabrück Titans mit einem geschwollenem Knöchel herum.

Die Partie litt zudem unter der etwas gewöhnungsbedürftigen Spielleitung der beiden Schiedsrichterinnen Stefanie Saßning und Azadeh Zamirirad, deren Auftritt Janina Pils dipomatisch so zusammenfasste: "Die Spielerinnen auf dem Feld wussten gar nicht, was sie machen sollten." Bis zum Seitenwechsel hatten Franziska Worthmann und die beim Comeback nach anderthalbjähriger Verletzungspause übernervöse Ronja Spießbach bereits vier Fouls auf ihrem Konto.

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Trotzdem war der Sieg der Tigers nie wirklich in Gefahr. Schon in der sechsten Minuten lagen sie mit 14:2 vorne, im zweiten Viertel konnte sich die Trainerin angesichts der 33:18-Führung (15.) sogar den Luxus erlauben, neben Anke Ollig die noch ganz junge Larissa Felten aus der WNBL-Truppe der Tigers zu bringen. Auch im dritten Abschnitt versuchte der Tabellenzweite alles, um die Spannung hochzuhalten, allein, gelingen wollte ihm das nicht mehr so recht. Im Schlussviertel verkürzte die erst 17-Jährige Melody Haertle den Rückstand der Eintracht mit zwei gelungenen Würfen von jenseits der Drei-Punkte-Linie auf nur noch sechs Punkte (52:58), doch mit noch 41 Sekunden auf der Spieluhr machte US-Girl Briana Williams, mit 22 Punkten Topscorerin der Partie, alles klar.

"Ich will der Mannschaft keine Vorwürfe machen", sagte Janina Pils. "Die Mädels sind durch, alle gehen ein bisschen auf dem Zahnfleisch." Darum lässt sie auch das heutige Training ausfallen: "Alle sollen mal ein bisschen runterfahren."

(NGZ)
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