Basketball: Neuss Tigers empfangen Krofdorf Knights

Basketball : Coach lässt Tigers keine Wahl: „Sieg dahoam“

Nach der Niederlage zum Auftakt in Halle nimmt Trainer Antoine Braibant Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss in die Pflicht.

Antoine Braibant  wählt seine Worte mit Bedacht. „Am Mittwoch“, sagt der Trainer des Basketball-Zweitligisten TG Neuss Tigers, „müssen wir gewinnen – wir haben gar keine andere Wahl!“ Und der Belgier sagt auch gleich, warum: „Wir spielen zu Hause! Krofdorf hat das erste Spiel deutlich verloren! Das ist eine Mannschaft, die wir schlagen können!“ Punkt.

Nun ist dem 29-Jährigen bei der Liga-Premiere seiner neuen Truppe am „Tag der Deutschen Einheit“ (16 Uhr, Elmar-Frings-Sporthalle an der Bergheimer Straße) nicht daran gelegen, künstlich Druck aufzubauen. „Den haben wir definitiv nicht. Natürlich willst du zum Start ungern zweimal in Folge verlieren. Sorgen müssen wir uns indes erst machen, wenn wir nach fünf Partien immer noch ohne Sieg sind.“ Aber im Gegensatz zu den Knights wussten seine Schützlinge am ersten Spieltag trotz der 67:73-Niederlage beim Erstliga-Absteiger Lions SV Halle zu gefallen. Die Gäste aus Mittelhessen bezogen von den GiroLive Panthers Osnabrück, gemeinsam mit Halle der Topkandidat auf den Aufstieg ins Oberhaus, mächtig Prügel. Nach der 55:93-Heimpleite stellte Teammanagerin Tumika Rinderknecht ziemlich bedient fest: „Das war eine peinliche Vorstellung.“  Von der Kritik ausgenommen war nur Leslie Robinson, die mit 22 Punkte und zehn Rebounds ein Double-Double auflegte. Kein Wunder, dass Braibant die Nichte des ehemaligen US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama („Mein Vater ist der ältere Bruder von Michelle Obama.“) auf seinem Block ganz dick unterstrichen hat. „Sie ist eine sehr gute Spielerin.“ Die 22-Jährige könnte darum in den Genuss einer Sonderbewachung kommen. Eine Kandidaten dafür ist Leonie Prudent, die als „Verteidigungsministerin“ der Tigers daran gewöhnt ist, sich um die beste Spielerin des Gegners  zu kümmern. Probleme könnte Robinson auch mit Ronja Spießbach bekommen. Die ist  mit ihrer Größe von 1,70 Meter zwar mehr als zehn Zentimeter kleiner als die Amerikanerin, weiß diesen Nachteil aber durch ungeheure Intensität zu kompensieren. Der Job könnte freilich auch an Henrietta Wells gehen. „Braibant: „Ihr großes Plus ist, dass sie sowohl kleine als auch große Spielerinnen verteidigen kann.“ Dass die Spielweise des schlaksig wirkenden US-Girl nicht unbedingt sexy ist, könnte, so ihr Coach, auch daran liegen, „dass sie erst seit fünf Jahren Basketball spielt. Aber sie ist eine Kämpferin und wird im Laufe dieser Saison besser. Sie braucht halt noch ein bisschen Zeit.“ Gleiches gilt für Carlotta Ellenrieder (19), die zum Auftakt sogar in der ersten Fünf gestanden hatte.

Kaum zu ersetzen ist für dieses Team, das zeigte das Match in Halle deutlich, Franzi Worthmann mit ihrer Qualität in der Offensive. Das weiß natürlich auch Braibant. Trotzdem gibt er der  31-Jährigen Zeit, um sich von ihrem erst eine Woche zurückliegenden Rippenbruch zu erholen. Für sie als lupenreine Amateursportlerin gelte nämlich: „Zuerst kommt die Gesundheit, dann der Job und schließlich Basketball. Darum lasse ich sie draußen. Ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist, aber es ist meiner.“ Doch auch ohne seine beste Schützin steht für ihn fest: Ein „Sieg dahoam“ ist Pflicht.