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Basketball: Maria Aftzi soll das neue Team der TG Neuss Tigers führen

Basketball : Maria Aftzi soll das neue Team der TG Neuss Tigers führen

Die 31 Jahre alte Griechin gibt am Samstag in Chemnitz ihre Debüt in der 2. Basketball-Bundesliga. Sie spielte für Piräus schon in der Euroleague.

Eines muss man den Tigers lassen. Sie sind einfach nicht kleinzukriegen: Da verlieren sie im Frühjahr auf einen Schlag fast ihre komplette Mannschaft, dann ihren Trainer und schließlich kurz vor Saisonbeginn auch noch ihre aus den USA geholte Spielmacherin. Ach ja! Die als Spiel- und Trainingsstätte genutzte und gerade mit einem neuen Boden ausgestattete Elmar-Frings-Sporthalle an der Bergheimer Straße steht wegen eines erst spät entdeckten Wasserschadens frühestens ab dem 23. Oktober wieder zur Verfügung. Damit muss der Liga-Dauerbrenner die für den weiteren Saisonverlauf so wichtigen Partien gegen Chemnitz sowie die Neulinge Jena (2. Oktober) und Bochum (10. Oktober) allesamt auswärts bestreiten.

Und doch kommt vor dem ersten Match der TG Neuss in der 2. Basketball-Bundesliga Nord am Samstag (Anpfiff 16 Uhr in der Sporthalle am Schlossteich) bei den ChemCats Chemnitz das fiese Wort Abstieg nicht über die Lippen des neuen Trainers Rufin Kendall. Selbst die herbe 54:88-Niederlage am vergangenen Wochenende in der zweiten Runde des DBBL-Pokals beim Liga-Rivalen BG 89 AVIDES Hurricanes vermochte seinem Optimismus nichts anzuhaben. Denn inzwischen kann er eine Baustelle als geschlossen betrachten: Für die verletzt nach Hause geschickte US-Amerikanerin Jaylonn Walker hat die Turngemeinde die ebenfalls von der Agentur „Flash Agency“ vertretene Griechin Maria Aftzi unter Vertrag genommen. Zwar erstmal nur bis Weihnachten, doch Kendall könnte sich schon vorstellen, die 31-Jährige bis zum Saisonende im Team zu haben.

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Schließlich bringt der 1,68 Meter große Guard, der sowohl im Aufbau als auch im Scoring Department einzusetzen ist, jede Menge Erfahrung mit, spielte mit Olympiakos Piräus schon in der Euroleague (7 Partien) und im Eurocup (4). Ab Dezember war sie im Iran für den Erstligisten Mahram BC im Einsatz, legte im Schnitt 11,0 Punkte, 4,1 Rebounds und 4,8 Assists auf. Die auch in der Verteidigung zu gebrauchende Griechin ist erst seit anderthalb Wochen bei der Mannschaft und hat ihren Trainer bereits überzeugt: „Sie ist wahnsinnig diszipliniert und beschäftigt sich auch mit ihren Mitspielerinnen. Wenn ich sie mit einem Wort beschreiben sollte, dann ist das smart.“ Aus Gesprächen mit ihren ehemaligen Trainern weiß er, „dass sie sehr gut zu coachen ist. Da habe ich durchweg ein positives Feedback bekommen.“

Das Anforderungsprofil ist klar: „Sie soll unserem Spiel Struktur geben, das hat im Pokal gegen die Hurricanes nämlich so ein bisschen gefehlt. Zu punkten ist nicht ihr erster Job, sie soll das Team zunächst führen. Ich erwartet von ihr, dass sie da die richtige Balance findet.“ In der Verantwortung sieht er indes auch ihre auf diesem Niveau schon erprobten Teamkolleginnen. Für Spielerinnen wie Centa Bockhorst (ehemals Herrmann), Lisa Arz, Jana Meyer und Inga Krings, aber auch für die zuletzt in der Oberliga tätige Nicole Egert, bietet sich in dieser Spielzeit die große Chance, eine Hauptrolle in Deutschlands zweithöchster Spielklasse zu übernehmen. Dazu sollen sie ihre jungen Mitspielerinnen an die Hand nehmen. Denen sei nämlich die coronabedingte Wettkampfpause deutlich anzumerken, findet der Coach: „Sie sind in den vergangenen anderthalb Jahren nur durch den Wald gejoggt, haben am Computer trainiert. Ihnen fehlt einfach die Competition.“

Die ChemCats, obwohl ebenfalls noch blutjung, sind da mit Akteurinnen wie Lucile Peroche (23), Jessica Kluge (23), Lilli Frölich (18) und US-Girl Courtney Strait schon mindestens zwei Schritte weiter. Im Pokal setzten sich die Mädels von Trainer Thomas Seltner am vergangenen Wochenende mit 66:64 beim Aufsteiger Rist Wedel durch. Doch Bangemachen gilt nicht, betont Kendall. Sein Wahlspruch lautet: „nicht lamentieren, sondern arbeiten.“