Basketball: Krofdorf Knights verlieren gegen coole Tigers die Nerven

Basketball : Knights verlieren gegen coole Tigers die Nerven

Auch ein klarer 25-Punkte-Rückstand zur Pause wirft die Zweitliga-Basketballerinnen aus Neuss beim Sieg in Krofdorf nicht aus der Bahn. 

George Bastian, der im heimischen Branford im US-Bundesstaat Connecticut die sportliche Karriere seiner Tochter Natalie in Europa per Facebook intensiv begleitet, benötigte nach dem Husarenstreich der Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss am Sonntag in Krofdorf nur drei Worte, um seine Hochachtung vor der Leistung der Tigers zum Ausdruck zu bringen: „Great game ladies!“ Klassespiel, Ladys.

In der Tat. Beeindruckend, wie sich die Schützlinge von Interimstrainerin Angela Krings nach der mit 19:44 verlorenen ersten Hälfte am eigenen Schopf aus dem Sumpf zogen, um das Match in der Verlängerung schließlich noch mit 79:70 zu gewinnen. Denn auf einen Sieg der Gäste hatte in der Halbzeitpause rein gar nichts hingedeutet.  Während Krofdorfs Teammanagerin Tumika Rinderknecht nach den mit 24:12 gewonnenen ersten zehn Minuten von einem „bombastischen ersten Viertel“ schwärmte, schienen die ohne Franziska Worthmann und Britta Worms angetretenen Tigers von allen guten Geistern verlassen.  Die Knights, die Mitte des zweiten Durchgangs mit 33:15 (14.) vorne lagen,  mussten noch nicht mal ans Limit gehen. Bis zur 18. Minute hatte das Team von Trainer Uwe Scheidemann lediglich vier Fouls begangen. Die Arbeitsnachweise der Neusserinnen in der Offensive muteten an wie ein Horrorfilm: Jana Heinrich (0/4 Würfe), Dara Taylor (2/9), Ronja Spießbach (0/5), Leonie Prudent (0/3), Inga Krings (0/3), Carlotta Ellenrieder (1/4). Zudem bereitete ihnen Chelsea Small, die 16 ihrer am Ende 23 Punkte vor dem Seitenwechsel erzielte, unerwartete Probleme. „Sie hatten wir nicht auf der Rechnung“, räumte TG-Abteilungsleiterin Angela Krings, die nach der Trennung von Coach Antoine Braibant die Trainingsarbeit übernommen hat, ein.

Von Frust sei in der Kabine freilich nichts zu spüren gewesen, versicherte die ehemalige Bundesliga-Akteurin. „Wir wussten, dass wir noch eine Chance haben, denn so gut hatte der Gegner jetzt auch nicht gespielt.“ Der Schlüssel zur Wende lag – wie so häufig im Mannschaftssport – in der Defensive. Die Tigers umkreisten Krofdorfs Topscorerin Leslie Robinson, die im Hinspiel, das die Neusserinnen nach zwischenzeitlicher 17-Punkte-Führung mit 62:66 abgegeben hatten, noch 29 Zähler und 17 Rebounds aufgelegt hatte, wie zornige Hornissen, gestatteten der Nichte von Michelle und Barack Obama in der zweiten Hälfte nur noch drei Punkte. „Wir haben die Nerven verloren“, stellte Rinderknecht nach dem mit 13:25 verlorenen dritten Viertel, in denen sich die Knights neunmal den Ball stibitzen ließen, fassungslos fest.

Auch der vierte Abschnitt ging klar an die Tigers (22:9), die sich in der Verteidigung das nötige Selbstvertrauen für erfolgreiche Abschlüsse im Angriff holten. Krings bestätigte: „Mit den Ballgewinnen hinten triffst du dann auch vorne die richtigen Entscheidungen.“ Bereits vor dem Ende der regulären Spielzeit hätten die Gäste die Partie entscheiden können, doch weder Natalie Bastian (23 Punkte, 5/11 Dreier), die als einzige TG-Spielerin in beiden Hälften offensiv präsent war,  noch Jana Heinrich, die alle ihre 17 Punkte nach der Halbzeitpause erzielte, und Dara Taylor nutzen in den letzten 30 Sekunden ihre Abschlusschancen. Die Verlängerung wurde indes zu einer klaren Angelegenheit für die Tigers (13:4).

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