Basketball: Katerstimmung bei Elephants nach 67:74-Pleite in Dorsten

Basketball : Bei den Elephants rappelt’s im Gebälk

Nach der mehr als ärgerlichen 67:74-Pleite in Dorsten hängt beim Basketball-Regionalligisten aus Grevenbroich der Haussegen schief. Manager Hartmut Oehmen und Trainer Simon Bennett gehen mit ihrer Mannschaft hart ins Gericht.

Simon Bennett ist eigentlich ein besonnener Zeitgenosse, lautstarkes Getöse überlässt er gerne anderen. Doch nach der 67:74-Pleite (Halbzeit 31:34) bei der BG Dorsten platzte dem Trainer des Basketball-Regionalligisten NEW’ Elephants zum ersten Mal in dieser Saison der Kragen. „Bis auf fünf Minuten im vierten Viertel war die Mannschaft mit dem Kopf überhaupt nicht auf dem Platz. Zu wenig Teamspiel, dafür zu viel Ego-Zockerei. Keiner konnte dribbeln oder einen vernünftigen Pass spielen. Auf dem Spielberichtsbogen sind 15 Ballverluste aufgeführt, aber gefühlt waren es doppelt so viele.“

Als Beleg für die Regionalliga-untaugliche Leistung diente ihm und dem ebenfalls schwer angefressenen Manager Hartmut Oehmen die entscheidende Phase zu Beginn des Schlussviertels: Als Vytautas Nedzinskas mit seinem Wurf von jenseits der Drei-Punkte-Linie einen 8:0-Lauf von 50:51 (31.) auf 58:51 (33.) krönte, schien das Gastspiel in Dorsten doch noch ein gutes Ende für die fahrigen Elephants zu nehmen. Doch dann geschah das:  Lyuben Paskov verkürzte per Dreier auf 54:58 (34.) und nach einem missglückten Passversuch von Vytautas Nedzinskas (Oehmen: „Als der Ball endlich am Ziel ankam, lag Schnee drauf.“) holte sich sein Teamkollege David Markert im Kampf ums Spielgerät mit Mike Nwabuzor ein „Unsportliches Foul“ ab. Die fälligen Freiwürfe verwandelte der US-Profi – am Ende mit 24 Punkten Topscorer der Partie – zum 56:58 (34.), das zusätzlich gewährte Angriffsrecht nutzte Nderim Pelaj per Dreier zum 59:58 (34.) für Dorsten. Diese Aktion unmittelbar vor Ende der zur Verfügung stehenden 24 Sekunden ärgerte Oehmen ganz besonders, „denn obwohl alle wussten, was kommt, steht Pelaj völlig frei.“ Kurz darauf vollendete Paskov mit seinen Körben zum 63:58 (35.) die 12:0-Serie der Gastgeber. Bennett: „Unglaublich! Da fehlen mir die Worte.“

Mit der eh nur kurzen Herrlichkeit der Elephants war es danach vorbei. Und das brachte Bennett erst recht auf die Palme. Sein Fazit: Abgesehen von Nino Janoschek, für den schließlich mit 22 Punkten und elf Rebounds ein Double-Double zu notieren war, habe keiner auch nur die Note befriedigend verdient. „Dabei musst du dieses Spiel in Normalform mit 30 Punkten gewinnen.“ Gewohnt drastisch brachte Oehmen den Abend auf den Punkt: „Dorsten war schlecht, wir waren noch schlechter. Bis auf die fünf Minuten im vierten Viertel war das sogar der schlechteste Basketball seit ich in Grevenbroich bin.“ Als Entschuldigung wollte er auch die hohe Belastung der Mannschaft mit drei Pflichtspielen in fünf Tagen nicht gelten lassen: „Willst Du mich verar ..?! Jedes Training ist härter als die Spiele gegen Dortmund und die Zweite der Giants im Pokal. Mir kam das heute so vor, als ob im Fernsehen parallel Bayern gegen Dortmund läuft und alle sauer sind, weil sie das nicht gucken können.“ Als Mann der Tat stieg er schon Minuten nach der Niederlage in die Analyse ein. „Dieser Mannschaft fehlt ein Leader“, stellt er fest, darin ist er sich mit seinem Coach einig. Diese Aufgabe hatte in den vergangenen fünf Jahren Farid Sadek übernommen. Doch der mittlerweile 35-Jährige hat in dieser Saison zu sehr mit sich und seinen Problemen zu tun. Dass sich der „Ironman“, der schon mal ungerührt aufgelaufen war, obwohl er am Tag zuvor nach einem schweren Unfall aus seinem total zerstörten Auto herausgeschnitten hatte werden müssen, in Dorsten ein „Unsportliches Foul“ einhandelte, wertete Oehmen als Frustbewältigung „für seine schlechte Leistung.“

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