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Basketball: Karo Tzokov kehrt nach Neuss zurück.

Basketball : Karo Tzokov kommt als Gast zum Heimspiel

Nur zweieinhalb Monate nach ihrem Wechsel an die Leine tritt die 18-Jährige im Pokal mit dem TK Hannover bei den TG Neuss Tigers an.

Die erste Herausforderung wartet auf Karo Tzokov schon vor der Partie. „Sich in der Gästekabine umzuziehen, das wird schon seltsam sein“, sagt sie. Nachvollziehbar, schließlich war die kleine Elmar-Frings-Sporthalle an der Bergheimerstraße bis Juni quasi ihr zweites Zuhause. Hier hatte die 18-Jährige in den vergangenen vier Jahren mit den Basketballerinnen der TG Neuss Tigers die 2. Bundesliga Nord aufgemischt, dreimal in Folge das Ticket für die Play-offs um den Aufstieg ins Oberhaus gelöst.

Dort ist die Jugend-Nationalspielerin jetzt angekommen, allerdings im Trikot des TK Hannover. Und das kam so: „Ich hatte immer vor, in die 1. Liga zu gehen, aber ich wusste nicht, wann der richtige Zeitpunkt war“, sagt sie. Nach dem mit der Note 1,6 bestandenen Abitur am Städtischen Mataré-Gymnasium in Büderich („Ganz okay, hätte aber auch besser sein können.“) traf die Offerte aus Niedersachsen den richtigen Nerv. „Natürlich ist es mir schwer gefallen, Neuss und das Team zu verlassen, aber es hat sich von Anfang an richtig angefühlt.“ Also machte sie Nägel mit Köpfen, packte im heimischen Strümp die Koffer und ging nach Hannover. Seit Ende Juli ist die mehr als 500.000 Einwohner zählende Hauptstadt Niedersachsens  nun ihr neues Zuhause. In einen Wohngemeinschaft mit der vom Erstliga-Absteiger SV Halle gekommenen Nationalspielerin Inken Henningsen (25) fiel ihr die Eingewöhnung leicht, wobei sie von Hannover noch nicht allzu viel gesehen hat. Denn recht zügig war es weiter ins Trainingslager nach Italien gegangen. Im mitten in der Toskana gelegenen Kurort Montecatini Terme bestritten die Schützlinge von Trainer Rodger Battersby eine Reihe von Testspielen gegen starke College-Mannschaften aus den USA.

Dass sie dabei „mehr gespielt hat als erwartet“, sorgte für ein mächtig gutes Gefühl. „Klar, ich vermisse Neuss. Aber ich bin super zufrieden hier. Ich hatte echt Glück mit der Mannschaft, bekomme sehr viel Unterstützung.“ Das ist deshalb ganz besonders wichtig, weil sie mit ihren knapp 19 Jahren (ihr Geburtstag ist der 26. Oktober 1999) gemeinsam mit Marleen Peek (18) das mit Abstand jüngste Mitglied des Bundesliga-Teams ist. Auch die Belastungen sind größer, außer montags – dann stehen zusätzliche Übungen zur Steigerung der Kondition auf dem Programm  – bittet der Coach seine Multi-Kulti-Truppe mit Akteurinnen aus den USA, Weißrussland, Serbien, den Niederlanden und Deutschland jeden Tag zweimal zum Training in die Halle. Die Tigers kamen gerade mal auf drei  Einheiten in der Woche. „Aber mir macht das megaviel Spaß“, beruhigt die Scharfschützin schmunzelnd. „Ich trainiere gerne.“ Darüber hinaus, fügt sie an, brauche ich auch was für den Kopf.“ Darum freut sie sich schon jetzt auf den Beginn der Vorlesungen an der Uni. Mitte Oktober beginnt ihr Jurastudium. „Das wird anstrengend, aber das klappt schon“, ist sie überzeugt.

Jetzt gilt die ganze Konzentration indes dem Match gegen die Tigers und liebgewonnene Teamkolleginnen wie Jana Heinrich und Franzi Worthmann, zu denen sie nach wie vor engen Kontakt hält. „Im Spiel auf der gegnerischen Bank zu sitzen, wird schon komisch sein, aber ich freue mich auf dieses Spiel schon lange.“ Und weil sie gerade hier ist, bleibt sie wohl noch bis Montag am Rhein und bei den Eltern im zu Meerbusch gehörenden Strümp.

Interessante Randnotiz: Im ersten Meisterschaftsspiel der Saison trifft Karo Tzokov mit Hannover am Freitag auf die Saarlouis Royals. Dort läuft seit dieser Spielzeit in Sera Asuamah-Kofoh eine weitere ehemalige Teamkollegin aus der Quirinusstadt auf. Ein bisschen Neuss ist eben überall ...