Basketball Jetzt gibt es die Tigers im Doppelpack

Neuss · Innerhalb von drei Tagen laufen die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss gleich zweimal vor heimischer Kulisse auf: Am Samstag geht es gegen die Hurricanes aus Rotenburg und am Montag kommt der starke Neuling Herner TC II.

 Auszeit: Coach Rufin Kendall mit den Neusser Tigers beim ersten Ligaspiel vor einer Woche in Göttingen.

Auszeit: Coach Rufin Kendall mit den Neusser Tigers beim ersten Ligaspiel vor einer Woche in Göttingen.

Foto: Carsten Junge/TG

Rufin Kendall ist kein Fan von Doppelspieltagen. Mit Blick auf die beiden Heimpartien am Samstag gegen die BG 89 AVIDES Hurricanes und am Montag gegen den Herner TC II (die Spiele in der Elmar-Frings-Sporthalle an der Bergheimer Straße beginnen jeweils um 17.30 Uhr) sagt der Trainer des Basketball-Zweitligisten TG Neuss Tigers mit einem leicht gequälten Lächeln: „Das sind diese Art von Wochenenden, an denen du dir als Trainer 15 Spielerinnen wünschst.“

Hat er aber nicht in seinem Kader. Und weil sein Team unter der Woche auch noch eine Erkältungswelle erfasst hat, „musste ich im Training ein bisschen improvisieren.“ Dabei hatte der Coach bei der allemal vermeidbaren 45:56-Niederlage zum Saisonstart in Göttingen einige besser umgehend abzustellende Defizite entdeckt: „In der zweiten Hälfte haben wir bei der Rebounds zu oft zugeschaut und uns schwer gegen die Zone getan.“ Allerdings gefielen ihm auch viele Dinge. „Insbesondere in der ersten Hälfte gab es schöne und gut ausgespielte Abschlüsse. Auch in der Defense haben wir im Ganzen besser agiert als eine Woche zuvor im Pokal.“ Daraus schließt er: „Da war tatsächlich mehr drin.“ Vor allem in der spielentscheidenden Phase, als Göttingen mit einem 14:0-Lauf auf 49:37 davonzog, „haben wir viele wichtige und gute Würfe nicht getroffen – und dies nicht, weil uns Göttingen unter Druck gesetzt hätte. Gegen die Zone brauchst du neben den Fastbreaks halt auch die Dreier. Mit einer Quote von 17 Prozent konnten wir nicht gewinnen.“

Gleiches gilt für die beiden anstehenden Duelle: Die Hurricanes, die Chemnitz zum Start trotz einer Zehn-Punkte-Führung vor dem letzten Viertel (45:35) noch mit 59:67 unterlagen, sind unter den Körben in den US-Girls Shannon Ryan (1,93 Meter), für die gegen Chemnitz am Ende mit 21 Punkten und 18 Rebounds ein Double-Double zu notieren war, und Ay´Anna Bey (1,88) herausragend besetzt. Das passt gut zu den Qualitäten von Pia Mankertz und Leonie Rosemeyer, die in der Liga für ihr ausgesprochen feines Wurfhändchen bekannt sind. „Das ist einfach eine wahnsinnig erfahrene Mannschaft“, weiß Kendall. Die Gäste haben mit den Tigers zudem noch ein Hühnchen zu rupfen, unterlagen sie in der vergangenen Saison doch in Neuss damals vollkommen überraschend mit 67:71. Und das nur eine Woche nach dem 61-Punkte-Debakel der TG in Opladen.

Ein Wiedersehen mit den vor allem unter Trainerin Janina Pils in Neuss geförderten, jetzt aber in Herne tätigen Schwestern Ronja und Lisa Spießbach gibt es am „Tag der Deutschen Einheit“. Auch Kendall weiß um die Vorzüge der beiden Energizer. „Ronja ist eine aggressive Verteidigerin, die auf dem Weg zurück zu alter Stärke ist.“ Bei der 66:70-Niederlage des Aufsteigers gegen die Young Dolphins Marburg sah der Neusser Coach indes in US-Profi Lianna Tillmann (14 Punkte), Sarah-Luise Polleros (15 Punkte/13 Rebounds) und Laura Zolper (9 Punkte) auch drei Spielerinnen aus dem Kader der Erstliga-Truppe. Weil das deutsche Oberhaus erst am 14. Oktober den Spielbetrieb aufnimmt, rechnet er damit, dass dieses Trio auch in der Elmar-Frings-Sporthalle auflaufen wird. „Wir kennen das ja schon aus dem letzten Jahr mit Marburg. Wir haben eben immer das Glück ...“ Er warnt seine Schützlinge jedoch ausdrücklich davor, sich ausschließlich auf diese drei zu fokussieren. „Alle sind in der Lage zu scoren.“ Das traf gegen die Dolphins besonders auf das mit 23:11 gewonnene letzten Viertel zu, in dem der HTC das Match nach einem 43:59-Rückstand (30.) fast noch gedreht hätte.

Die Tigers, die sich im Training vorwiegend mit Rotenburg beschäftigt haben, freuen sich auf die Ligapremiere vor heimischem Publikum und wollen zeigen, dass sie mehr zu bieten haben als vor zwei Wochen bei der trüben 47:82-Pokalschlappe gegen Würzburg.

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