Basketball-Regionalliga Geballte Power aus London für die NEW‘ Elephants

Grevenbroich · Der 2,06 Meter große und gut 110 Kilogramm schwere Center Oluwashore „Shore“ Adenekan sorgt für gute Laune in der Grevenbroicher Schlossstadt.

Eine Macht unter den Körben: Die Elephants können in der anstehenden Saison auf die Dienste des 2,06 Meter großen und 110 Kilogramm schweren Briten Oluwashore „Shore“ Adenekan bauen.

Eine Macht unter den Körben: Die Elephants können in der anstehenden Saison auf die Dienste des 2,06 Meter großen und 110 Kilogramm schweren Briten Oluwashore „Shore“ Adenekan bauen.

Foto: Michael Ritters

Das ist mal ’ne Ansage: „Ohne Shore spielen wir gegen den Abstieg, mit ihm um einen Platz in den Play-offs.“ Seit Oluwashore „Shore“ Adenekan nach Rücksprache mit seiner im Rhein-Sieg-Kreis als Chemie- und Biologielehrerin tätigen Frau den ihm von den NEW‘ Elephants vorgelegten Vertrag unterschrieben hat, bekommt deren Coach Ken Pfüller das Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht. Verständlich. Einen 2,06 Meter großen und rund 110 Kilogramm schweren Brocken, „der alles wegblockt, was in die Zone kommt“, hätte wohl jeder Regionalligist gerne in seinem Kader.

Dass der bald 32-Jährige von den RheinStars Köln (Pro B) den Weg nach Grevenbroich gefunden hat, ist zum einen den nach wie vor guten Verbindungen Pfüllers in die Domstadt zu verdanken, zum anderen aber auch ein Schulbeispiel für perfektes Timing. Nach seinen Trips als Baskeball-Profi durch ganz Europa ist der in West-London geborene Brite und eingefleischte Fan des englischen Fußballklubs Arsenal London aus der englischen Premier League seit kurzem Vater und in Köln sesshaft geworden. Hier liegt zukünftig also sein Lebensmittelpunkt – auch beruflich. „Er hat seinen Fokus verändert, tingelt nicht mehr durch die Welt“, bestätigt Pfüller, der mit den Elephants in der glücklichen Lage ist, ein für diesen Abschnitt maßgeschneidertes Paket anzubieten.

Aber natürlich ist auch ihm klar, dass er nun nicht alle Verantwortung auf die – zugegeben – breiten Schultern seines noch bis 2026 mit dem EU-Status ausgestatteten Schützlings packen kann. Zumal Adenekan in der vergangenen Spielzeit bei den RheinStars nicht wirklich viel Spielpraxis sammeln durfte: Bei zwölf Einsätzen stand er im Schnitt nur 7,5 Minuten auf dem Feld und legte dabei 1,1 Punkte und 1,8 Rebounds auf. Im Trikot der ebenfalls in der Pro B spielenden SBB Baskets Wolmirstedt kam er in der Saison 2021/22 in 16 Partien auf 15,3 Minuten, 4,4 Punkte und 4,1 Rebounds. In den sieben Play-off-Matches stiegen seine Werte immerhin auf 27,6 Minuten, 8,9 Punkte und 8,4 Rebounds.

Obwohl er im Training und dem am Samstag überraschend deutlich gewonnenen Vorbereitungsspiel gegen den Ligarivalen Telekom Baskets Bonn II schon „ein paar krasse Sachen gemacht hat“, mahnt Pfüller zur Geduld. „Klar, Shore gibt uns Stabilität und wenn er auf dem richtigen Spot den Ball bekommt, vollstreckt er, aber weil er in seiner bisherigen Karriere immer ein Rollenspieler war, hat er keine Scorer-Mentalität entwickelt. Er hat zwar auf höherem Niveau gespielt, aber es wird eine Herausforderung sein, ihm diese zu verschaffen.“ Außerdem sind die Elephants extrem schnell auf den Beinen. Mit ihrer „Run and gun“-Taktik („rennen und schießen“) tue er sich noch schwer, räumt der Trainer ein. „Er ist selbstverständlich kein Tim Elkenhans oder ein Rassim Diallo – die sind wie Tasmanische Teufel, richtige Pitbulls!“

Wie das aussieht, wenn sie von Pfüller von der Leine gelassen werden, mussten gerade erst die Telekom-Jungs leidvoll erfahren. Obwohl mit ihren „Imports“ Eke Rüütel (Estland) und Beau Santistevan (USA) angetreten, lag die von Marko Zarkovic betreute Truppe in Grevenbroich nach dem ersten Viertel mit 13:41 (!) zurück. Daraus voreilige Schlüsse für die anstehende Saison und den Start am 2. September vor heimischem Publikum gegen die TuS 59 HammStars zu ziehen, kommt Pfüller, der bei seiner Arbeit nun von Co-Trainer Mahmoud Al-Abed (kam vom Oberligisten SC Bayer 05 Uerdingen) unterstützt wird, allerdings nicht in den Sinn.

Weitaus bessere Aufschlüsse über die Leistungsstärke seiner nach dem Aufstieg neuformierten Mannschaft erhofft sich der Solinger vom letzten Testspiel am Samstag (18 Uhr, Sporthalle Miesgesweg in Linz am Rhein) bei den Dragons Rhöndorf (Pro B).

Eine weitere Gelegenheit für „Shore“ Adenekan, sich zu zeigen und einzuspielen. Sich an seine neuen Teamkollegen zu gewöhnen, dürfte ihm indes keine Probleme bereiten, kennt er die meisten Elephants doch von den gemeinsamen 3x3-Trainingscamps in Köln. Was von ihm in der Schlossstadt erwartet wird, bringt sein Coach kurz und knackig auf den Punkt: „Er hat unterschrieben – jetzt muss er liefern!“

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