Basketball: Elephants treten gegen Herten als Außenseiter an

Basketball : Elephants treten als Außenseiter an

Zum Abschluss der Hinrunde empfängt der Basketball-Regionalligist Herten.

Offiziell ist das Heimspiel der NEW’ Elephants am Samstagabend (19.30 Uhr) gegen die Hertener Löwen der Abschluss des Sportjahres und der Hinrunde in der Basketball-Regionalliga West. Doch seinen eigentlichen Reiz bezieht das Duell daraus: Der aktuelle Kader spielt um seine Chance, die Saison in dieser Zusammensetzung zu beenden, daran lässt Manager Hartmut Oehmen keinen Zweifel: „Die Jungs, die da sind, wissen, dass sie sich anstrengen müssen, um zu zeigen, dass sie es auch ohne Ami können.“

Die Lage: Nach dem Abgang von Milen Zahariev spielt Grevenbroich nun nicht nur ohne Profi aus Übersee, sondern auch ohne seinen Topscorer. Und das könnte so bleiben, wenn das Team dem überzeugenden 117:81-Erfolg am vergangenen Sonntag in Leverkusen gegen Herten eine weitere Glanzleistung anfügte. Dann würde der neue, daheim in den Staaten quasi schon auf gepackten Koffern sitzende US-Boy wohl zu Hause bleiben. Allerdings dürfte das eine Herkulesaufgabe werden, sieht Oehmen die Elephants am Samstag doch als „krasse Außenseiter“. Denn die Löwen sind herausragend besetzt: Seit vielen Jahren eine verlässliche Größe im Westen ist der in Neukirchen wohnende Amerikaner Dijon Smith. Der 2,04 Meter große und 105 Kilogramm schwere Center legt im Schnitt 18,9 Punkte und 7,7 Rebounds auf. Von ähnlich erlesener Qualität ist sein inzwischen mit einem deutschen Pass ausgestatteter Landsmann Ryon Howard. Der langjährige Akteur des Pro B-Ligisten VfL Bochum nutzt seine 1,98 Meter und 100 Kilogramm, um durchschnittlich 17,5 Punkte und 7,4 Rebounds aufs Konto zu bringen. Unterstützt werden die beiden von dem ebenfalls aus Bochum kommenden David Feldmann (9,7 Punkte), dem erfahrenen Faton Jetullahi (9,8) und dem athletischen Mathias Perl (8,7) im Aufbau. Im Gegensatz zu den personell ausgedünnten Elephants bringen die Löwen auch jede Menge Power von der Bank: Der trotz seiner 128 Kilogramm auch aus der Distanz gefährliche Felix Neumann ist pro Partie für elf Zähler gut, der zuletzt in Münster tätige Konrad Tota markierte in seinen bislang zwei Partien in Herten 8,5 Punkte im Schnitt. Das ergibt für Oehmen einen erstklassigen Kader: „Respekt! Den hätte ich auch gerne.“

Derweil schickt sich in Grevenbroich Max Boldt an, größter Profiteur vom Abschied Milen Zaharievs zu werden. Im ersten Match ohne den Bulgaren gelangen dem feingliedrigen Schützen aus Aachen gleich 24 Punkte (5/5 Dreier). Oehmen freut die Leistungsexplosion des 27-Jährigen, warnt aber vor überzogenen Erwartungen: „24-Punkte-Auftritte werden bei ihm jetzt nicht an der Tagesordnung sein.“ Um gegen die Löwen, deren Aufstiegsträume früh geplatzt waren, eine Chance zu haben, müssten seine Teamkollegen deutlich mehr Gas geben als zuletzt. Angesprochen sind da vor allem Center Lennard Jördell, Vytautas Nedzinskas und Spielmacher Farid Sadek, der von gewohnter Konstanz weit entfernt ist. Coach Simon Bennett glaubt jedoch, dass seinem Team die durch den personellen Aderlass bedingte „kleinere Rotation“ sogar helfen könnte: „Eigentlich hatten wir zu viele gute Spieler im Kader, darum haben sich die Rollen von Spiel zu Spiel geändert und das hat sich negativ auf die Tagesform ausgewirkt.“

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