Basketball: Elephants mit 85:59-Sieg beim Schlusslicht Kamp-Lintfort

Basketball : Kamp-Lintfort tut Elephants leid

Der Sieg übers Schlusslicht macht dem Basketball-Regionalligisten keinen Spaß.

Weil eine Etage höher in der Pro B in Rhöndorf, Essen und Köln gleich drei Klubs aus Nordrhein-Westfalen der Super-GAU droht, könnte es im Abstiegskampf der Basketball-Regionalliga West in dieser Saison vier Teams erwischen. Hartmut Oehmen, streitbarer Manager der NEW’ Elephants, wäre das sogar ganz recht, denn dann blieben ihm, seiner Truppe und dem zahlenden Publikum Spiele wie das beim Schlusslicht BG Kamp-Lintfort wohl erspart. Sein vernichtendes Urteil nach dem freudlosen 85:59-Sieg (Halbzeit 39:23): „Respekt vor den Zuschauern in Kamp-Lintfort, die sich so was antun. Das hatte nichts mit Regionalliga-Basketball zu tun und war eine Zumutung für alle Beteiligten.“

Dabei mag er die ohne Importspieler angetretenen Korbjäger aus der früheren Bergbaustadt eigentlich, erinnert sich gerne „an die krassen Duelle um den Aufstieg in der 2. Regionalliga, als ich noch in Wülfrath war.“ Die Gegenwart sieht trübe aus: Am Samstag dauerte es 4:47 Minuten, ehe den Gastgebern durch Lennard Schild der erste Korb zum 2:18 (!) gelang. „Und damit haben wir uns dann aus der Partie verabschiedet“, merkte Oehmen kritisch an. Sein Ding war der ab da vollkommen uninspirierte Auftritt der komplett unterforderten Elephants, die mit dem Sieg auf Platz zwei der Tabelle sprangen, nicht. „Du hast in so einem Spiel zwei Möglichkeiten: Entweder du spulst dein Programm mit vielleicht noch 65 Prozent deines Leistungsvermögens irgendwie ab oder aber du hältst die Spannung hoch, versuchst selber mehr als hundert Punkte zu erzielen und den Gegner unter 50 Punkten zu halten – das wäre meine Ansage an die Mannschaft gewesen.“

  Coach Simon Bennett und sein Team entschieden sich allerdings für die erste Variante, was zu diesen unerfreulichen Ergebnissen führte: Grevenbroich setzte von jenseits der Drei-Punkte-Linie bis zur Halbzeitpause keinen seiner 16 Versuche in den Korb und kam am Ende auf eine unterirdische Quote von elf Prozent (3/26). Oehmen: „Dabei waren wir bis zu diesem Spiel das Team mit der besten Dreierquote der Liga.“ Bezeichnend für die laxe Einstellung der Gäste, die das zweite Viertel mit 11:14 verloren: In 40 Minuten begingen sie nur elf Fouls (Kamp-Lintfort 21). „Und da waren bestimmt noch fünf Mitleidspfiffe der Schiedsrichter dabei“, stellte der Manager fest.

Aus seiner Sicht bot die Partie nur zwei Höhepunkte: Edelreservist Alexander Knopf stopfte den Ball in der zweiten Hälfte gleich zweimal per Dunk in den Korb, zudem fand Jonathan Parker einen relativ entspannten Einstieg in sein erstes Deutschland-Abenteuer. Oehmen: „Jetzt weiß er, wie die Schiedsrichter hier pfeifen, und wir haben gesehen, dass er bereit ist, selbst in so einem Spiel Defense zu spielen.“ Der 28-Jährige hatte vor seinem Debüt auf seiner Facebook-Seite fast schon pathetisch geschrieben: „Ich bin gesegnet mit der Chance, meine Fähigkeiten und Talente in Deutschland zu zeigen.“

Info BG Kamp-Lintfort: Ebiballari (7/1), Illbruck (2), Th. Achtermeier (6), Krüger (11), Schmak (2), Töps (4), Wittich, Schild (9), Füllbrunn (2), Mellmann (7/1), Ti. Achtermeier (9/1) 
NEW’ Elephants: Parker (17), Atic, Nedzinskas (2), Boldt (17/2), Jördell /12), Sadek (4), Janoschek (9), Becker (9), Markert (3/1), Knopf (6), Boksic (6)
Viertel: 9:28, 14:11, 22:24, 14:22

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