1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Basketball: Elephants Grevenbroich werden von der Liga ausgebremst

Basketball : Elephants werden von der Liga ausgebremst

Um Punkte gespielt wird in der Basketball-Regionalliga frühestens wieder ab dem 15. Januar. Gut finden die Grevenbroicher das nicht.

Mit dem Ergebnis der Zoom-Konferenz, in der sich die Vertreter der 13 Regionalliga-Klubs am Donnerstag darauf verständigt hatten, den Restart nach dem von der Politik beschlossenen Lockdown auf Mitte Januar zu verschieben, muss Ken Pfüller, Trainer der NEW’ Elephants, nun leben. Dabei hatte er etwas anderes in Sinn: „Mein Vorschlag war, falls die Corona-Zahlen bis Ende November tatsächlich runtergehen, schnell wieder anzufangen. Uns hätte eine Woche Vorbereitung gereicht.“

Die Freigabe durch die Behörden vorausgesetzt, wären die Korbjäger aus Grevenbroich für den Wiedereinstieg am 6. Dezember mit dem Heimspiel gegen Deutz bereit gewesen. Mehr noch. In Absprache mit seinen Schützlingen hätte sich Pfüller sogar vorstellen können, auch in den Weihnachtsferien am Ball zu bleiben. „Wer weiß denn, was in den schlimmen Wintermonaten, was im Januar und Februar noch so passiert. So hätten wir vorher schon wieder einige Spiele gemacht.“ Doch die Konkurrenz folgte dieser Argumentation nicht, mochte sich mit der Idee eines Kaltstarts in den Spielbetrieb nicht anfreunden, einige Klubs präferierten gar eine Pause gleich bis März.

Dabei stellt die erzwungene Tatenlosigkeit viele Teams schon jetzt vor ganz erhebliche Probleme. Zwar geht die Regionalliga nicht als Profibetrieb durch, beschäftigt aber eine ganze Reihe von Akteuren aus dem In- und Ausland, die mit dem Basketball ihren Lebensunterhalt bestreiten. Pfüller: „Mannschaften wie der Deutzer TV, die keine richtigen Profis haben, tun sich da vielleicht leichter, aber andere müssen jetzt gucken, wie sie das, möglicherweise über Kurzarbeit, managen.“ Bei den Elephants sind vier Spieler betroffen: Der als 15-Jähriger aus Serbien nach Deutschland gekommene Montenegriner Dzemal Selimovic lebt ebenso mehr oder weniger von seinem Sport wie drei seiner Kollegen: Der mit einem norwegischen Pass ausgestattete Kroate Andrija Blatancic ist bereits nach Skandinavien abgedüst. Der dank seiner Mutter auch mit deutschen Ausweispapieren versorgte US-Boy Jonathan Coles fliegt am Freitag zurück in die Staaten. John Murry wartet noch bis Ende des Monats ab, da ihm während der Corona-Pandemie als Amerikaner Probleme bei der Wiedereinreise drohen könnten.

Sich von ihnen zu trennen, um das Budget zu schonen, kommt für die Elephants nicht infrage, selbst wenn die Liga beschließen würde, auf Absteiger zu verzichten. Pfüller: „Natürlich musst du auch wirtschaftlich denken, aber wir sind ihnen gegenüber ja auch eine Verpflichtung eingegangen. Sie einfach nach Hause zu schicken, wäre hochgradig fragwürdig, zumal wir mit der Übernahme der Flugtickets bislang kostenneutral aus der Nummer rausgehen.“ Sehr viel lieber hätte er seine „Imports“ in der Schlossstadt gehalten. „Aber obwohl Profisport in Deutschland ja nach wie vor erlaubt ist, dürften sie als Profispieler nicht alleine trainieren. Wir hatten vergeblich versucht, für sie bei der Behörde eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen, dabei wohnen sie in Grevenbroich in einem Haushalt. Schade.“ Nur schwer nachvollziehbar ist für ihn außerdem, dass der Verband die Wechselfrist nicht verlängert. Somit besteht keine Möglichkeit, Ersatz zu beschaffen, für Spieler, die coronabedingt nach dem 30. Januar von Bord gehen.    

Den mit vier Siegen in die Saison gestarteten Elephants bleibt jetzt nur noch eins übrig: beten und hoffen, dass es im Januar weitergeht.