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Basketball: Elephants Grevenbroich hoffen noch auf Spiele im Juni

Basketball : Elephants hoffen noch auf Spiele im Juni

Seit November befindet sich die Basketball-Regionalliga im Lockdown. Für die angedachte Aufstiegsrunde stünden die Grevenbroicher nicht zur Verfügung, aber aufs Spielfeld würden sie in dieser Saison gerne noch mal zurückkehren.

So lange her, schon gar nicht mehr wahr: Am 17. Oktober setzten sich die NEW’ Elephants mit 91:81 bei den Telekom Baskets Bonn II durch. Die beiden nächsten Spiele gegen Rhöndorf und Hamm fraß Corona, dann legte der zweite von inzwischen werweißwievielen Lockdowns den Spielbetrieb der Basketball-Regionalliga West lahm. Heute, fast fünf Monate später, steht immer noch in den Sternen, ob und wenn ja, wann es weitergehen könnte. Alles unterhalb seiner höchsten Spielklasse hat der Westdeutsche Basketball-Verband (WBV) schon gecancelt, gut möglich, dass es mit Blick auf die aktuellen Beschlüsse der Politik nun auch der Regionalliga endgültig an den Kragen geht.

Allerdings gibt es da ein Problem: Die Pro B ist als nächsthöhere Spielklasse nur dann vertraglich verpflichtet, Teams aufzunehmen, wenn sie in einem sportlichen Wettstreit ermittelt wurden. Am Aufstieg interessierten Klubs wie den Dragons Rhöndorf, der BBG Herford und dem TV Ibbenbüren, ja selbst den selbsternannten Kellerkindern des Deutzer TV werden inzwischen zarte Ambitionen nachgesagt, wäre es darum gar nicht recht, wenn die Saison 2020/2021 ohne Wertung zu den Akten gelegt würde. Fakt ist: Bis Ende Juni hätte der WBV seine Aufsteiger zu melden, die Lizenzanträge müssten sogar schon bis Mitte April vorliegen. Machbar wäre das vielleicht, selbst bei einem gerade erst bis zum 18. April verlängerten Lockdown. „Man müsste im Mai wieder trainieren können, um im Juni zu spielen“, sagt Elephants-Coach Ken Pfüller.

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Bleibt die Frage: Würde Grevenbroich an einer wie auch immer gearteten Aufstiegsrunde überhaupt teilnehmen? „Nein“, macht Pfüller unmissverständlich klar. Das habe zum einen sportliche Gründe: „Ja, wir haben unsere ersten vier Spiele in dieser Saison gewonnen, sind Tabellenzweiter. Aber das ist kein Zeichen, dass wir in die Pro B hochsollten. Man darf das nicht überbewerten, gegen die Topteams haben wir noch gar nicht gespielt.“

Zum anderen sieht sich der Verein gar nicht in der Lage, die sportliche Rückkehr auf die Bundesebene zu stemmen. Nach der chaotischen Spielzeit 2019/20, die mit ihren Dramen und Beziehungsgeschichten einer Seifenoper glich, sei der Aufstieg nie das Ziel gewesen, sagt Pfüller: „So etwas bedarf einer sorgfältigeren Planung. Und wenn wir das machen, dann machen wir das richtig. Dazu müsste der Verein in allen Bereichen schon ein bisschen mehr arbeiten und finanziell besser aufgestellt sein.“ Andererseits ist den Elephants auch daran gelegen, sich nach der langen Zwangspause ihrem treuen Publikum zu präsentieren. Und da alle Vereine auch gegenüber ihren Sponsoren in der Pflicht stehen, unterstützen die Basketballer aus der Schlossstadt die Idee des Verbandes, im Juni einen Spielbetrieb für die nicht am Aufstieg interessierten Regionalligisten zu organisieren. Die Akteure der Elephants sind davon tatsächlich so begeistert, dass sie am liebsten sofort loslegen würden. „Der ein oder andere unserer Imports hat sogar schon gesagt, er würde ohne Geld für uns spielen“, verrät der Coach mit Blick auf John Murry, Jonathan Coles (beide USA) und Andrija Blatancic (Norwegen). Das Niveau dieser Runde könnte außergewöhnlich ein, wären pro Team doch auch zwei motivierte Jungs aus der Pro B, deren Saison dann schon beendet ist, spielberechtigt. Pfüller: „Alle haben Bock zu zocken!“

Das gilt auch für die hoffentlich problemlosere Spielzeit 2020/2021, die im September starten soll. „Bis jetzt haben 95 Prozent der Spieler des aktuellen Kaders signalisiert, dass sie bei uns bleiben wollen“, hat Pfüller registriert. „Das sagt mir, dass sich die Jungs wohlgefühlt haben.“