Basketball: Elephants Grevenbroich ärgert Sechs-Punkte-Abzug

Basketball : Elephants ärgert Sechs-Punkte-Abzug

Verband bestraft Verstoß gegen die DBB-Spielordnung. Basketball-Regionalligist aus Grevenbroich bleibt den Nachweis von zwei Grundschul-Arbeitsgemeinschaften schuldig, fühlt sich jedoch nicht fair behandelt. Widerspruch abgelehnt.

Wenn die Saison am 14. April nach dem Rückspiel im Finale des WBV-Pokals endlich vorbei ist, dürften die Regionalliga-Basketballer der NEW’ Elephants drei Kreuze machen. Denn zuletzt verging fast keine Woche ohne Trabbel. Auch jetzt gab es wieder eine schlechte Nachricht: Der Westdeutsche Basketball-Verband (WBV) wird den Grevenbroichern in der Liga sechs Punkte abziehen. Grund ist der Verstoß gegen Paragraf 31c der DBB-Spielordnung. Der verpflichtet die Vereine der Regionalliga West unter anderem, Arbeitsgemeinschaften an mindestens zwei Grundschulen nachzuweisen.

Genau das haben die Elephants versäumt – allerdings wähnten sie sich dabei auf der sicheren Seite. Ihr Weg, sich nur an einer Grundschule, dafür aber an fünf weiterführenden Schulen zu engagieren, sei von Lothar Drewniok, im WBV als Vizepräsident für die Bereiche Spielbetrieb und Sportorganisation zuständig, zunächst auch akzeptiert worden, versichert Vereinsvorsitzender Friedrich W. Korsten. Ihn irritiert zudem die Reaktion von Spielleiterin Sabine Nowara auf den Widerspruch der Elephants gegen den angekündigten Punktabzug. „Das Einschreiben wurde fristgerecht abgeschickt, konnte vom Postboten jedoch nicht zugestellt werden, da er vor Ort niemanden antraf. Dass die zuständige Spielleiterin das Einschreiben dann erst drei Tage später abholt und den Widerspruch daraufhin wegen Fristüberschreitung ablehnt, ohne sich mit unseren Argumenten zu befassen, ist schon seltsam.“

Gegen dieses „nicht sehr ehrenamtsfreundliche“ Gebaren würde er ganz sicher juristisch vorgehen, stellt Korsten, der auf der Jahreshauptversammlung am 5. April in der Vereinsgaststätte Jägerhof (19 Uhr) den Vorsitz nach zwei Jahrzehnten abgeben wird, klar, „wenn es es uns Sportlich was brächte. Das tut es aber nicht. Darum beabsichtige ich nicht, zu den bereits entstandenen Kosten in Höhe von 72 Euro noch einmal 104 Euro für eine Berufung auszugeben.“

Auch Manager Hartmut Oehmen, der die Strafmaßnahme unter Retourkutsche auf die von ihm und den Elephants angeführte Initiative gegen die vom Deutschen Basketball-Bund (DBB) schon beschlossene, dann aber durch wehrhafte Vereine entschlossen abgeschmetterte Local Player Regelung verbucht, ballt die Faust in der Tasche. Ihn bewegen andere Dinge. Etwa sein Abschied vom Traineramt. „In der vergangenen Saison ging mein letztes Heimspiel auf der Bank ja gegen Hagen verloren. Jetzt bekomme ich quasi eine zweite Chance.“ Der 53-Jährige, der in der kommenden Spielzeit von Jason Price abgelöst wird, will am Samstag (19.30 Uhr, Sporthalle Gustorf) allerdings noch aus einem anderen Grund unbedingt gegen den Neuling SC Fast-Break Leverkusen gewinnen. „Uns soll keiner vorwerfen, wir würden auf die Abstiegsfrage Einfluss nehmen.“ Denn Personalprobleme hin, Personalprobleme her – in den Duellen mit in der Tabelle schlechter postierten Kontrahenten hatten die Elephants in dieser Saison fast immer die Hosen an. Oehmen hat ermittelt: „13 dieser 15 Spiele haben wir deutlich gewonnen – einzige Ausnahmen waren die Partien in Haspe und Ibbenbüren. Eine Heimspielniederlage gegen Leverkusen passt einfach nicht.“

Auch in Leverkusen siegte Grevenbroich ungefährdet mit 117:81, allerdings personell noch weitaus besser aufgestellt als im Moment. Gut möglich, dass in der Schlossstadt schon am Samstag Schützenfest ist, sind beide Teams doch voll auf Attacke aus: Die Gäste kommen im Schnitt auf rund 80 Punkte, „sind damit in der Offensive ganz und gar kein Abstiegskandidat“, stellt Oehmen klar. In Christian Fröhlingsdorf (17,0), dem bundesligaerprobten „Streetball-König“ Marc Raß (15,7), Adrian Brückmann (13,0) und dem Ex-Grevenbroicher Andreas Fabian (11,8) stehen vier Spieler im Kader, die durchschnittlich auf zweistellige Punktewerte kommen. Ihr Problem: Wer regelmäßig fast 90 Punkte kassiert, tut sich in dieser Liga schwer, Spiele zu gewinnen. Da auch die Elephants gerne auf die Jagd gehen (Schnitt von 84 Punkten) könnte sich am Samstag eine sehr ansehnliche Auseinandersetzung entwickeln.

In die gehen die recht ausgelaugten Hausherren bester Stimmung. „Am Mittwoch konnten wir zum ersten Mal seit Monaten mit zehn Leuten trainieren“, sagt der Coach und fügt schmunzelnd an: „Fast hätte ich zur Feier des Tages eine Kerze angezündet.“

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