Basketball: Elephants fertigen Salzkotten 103:69 ab

Basketball: Elephants lassen es ohne „Ami“ krachen

Im ersten Saisonspiel der Basketball-Regionalliga West fertigt Grevenbroich Gastgeber TV Salzkotten nach 61 Punkten in Hälfte eins mit 103:69 ab. Vor der Partie schickt Manager Hartmut Oehmen US-Profi Justin Blanks zurück in die USA.

Für den ersten  Paukenschlag hatte Hartmut Oehmen schon vor dem Auftaktspiel der Basketball-Regionalliga West beim TV Salzkotten gesorgt: Weil er und Trainer Simon Bennett mit dem Auftreten des US-Amerikaners Justin Blanks während der Vorbereitung insgesamt unzufrieden waren, setzte der Manager der NEW’ Elephants den Profi kurzerhand in den Flieger zurück in die Vereinigten Staaten. Doch auch ohne Verstärkung aus Übersee – zudem fehlten Lennard Jördell, Gideon Schwich und  Alexander Knopf – fertigte der Vizemeister die traditionell ohne Importspieler angetretenen Hausherren überraschend deutlich mit 103:69 (Halbzeit 61:36) ab.

Die nicht ganz unerwartete Trennung von Blanks war in der für viele Favoriten schon zum Grab mutierten Hederauenhalle auch deshalb kein Thema, weil die Grevenbroicher eine berauschende erste Hälfte aufs Parkett zauberten: Vytautas Nedzinskas gelangen per Dreier die ersten Punkte der neuen Saison, und noch im ersten Viertel ließ der nicht als Überathlet bekannte Litauer sogar einen Dunk folgen. „Bis zum 14:13, unserer ersten Führung, sah das noch nach Regionalliga-Basketball aus“, sagte Oehmen. Doch schon nach zehn Minuten führten die Elephants mit 34:17. Die Gäste schossen (und trafen) aus vollen Rohren und schenkten den „Sälzern“ bis zum Seitenwechsel sagenhafte 61 Punkte ein. In der Kabine nahm sich Bennett seine Schützlinge darum besonders zur Brust, forderte: „Vollgas! Intensität! Weiter, weiter, nicht zurückstecken!“

Doch seine auf Wolke sieben schwebenden Jungs ließen sich gehen, so dass der junge Coach bereits nach 36 Sekunden per Auszeit Redebedarf anmeldete. Freilich zunächst ohne Erfolg: Salzkotten markierte acht Zähler in Folge – und es dauerte sage und schreibe bis zur 28. Minute, ehe das Team von der Erft seinen ersten Feldkorb zum 71:53 erzielte. „Trotzdem bestanden zu keinem Zeitpunkt Zweifel an unserem Sieg“, wollte Oehmen festgehalten wissen.

  • Basketball : Noch Fragezeichen bei den Elephants

Grevenbroich ging mit einer 81:57-Führung in den Schlussabschnitt, worauf sich Bennett den Luxus gönnte, die letzten fünf Minuten nicht nur ohne Spielmacher Farid Sadek, sondern auch „komplett deutsch“ bestreiten zu lassen.

Die Stimmung bei den Elephants erreichte ihren Höhepunkt, als das erst 16 Jahre alte Eigengewächs Aleksa Atic mit seinen ersten Regionalliga-Punkten die 100er-Marke durchbrach. Oehmen faszinierte außerdem die uneigennützige Spielweise des neuformierten Teams: „Jeder hat immer den besser postierten Mitspieler eingesetzt.“ Als Beleg diente ihm das Scouting, das am Ende in Milen Zahariev, Nino Janoschek (beide 18), Marko Boksic (16), Vytautas Nedzinskas (13) und David Markert (12) fünf Akteure in zweistelligen Punkteregionen auswies. Farid Sadek folgte mit neun Zählern. Das brachte Oehmen zu diesem sonnigen Fazit: „Einen besseren Einstand hätte Simon Bennett gar nicht haben können.“

Trotzdem werden die Elephants recht schnell einen Ersatz für den nie richtig in der Mannschaft angekommenen Justin Blanks präsentieren. Ob der neue Mann schon im ersten Heimspiel am Samstag (19.30 Uhr) gegen die BG Kamp-Lintfort auflaufen wird, ist allerdings fraglich. Sicher ist dagegen, dass es ein großer US-Profi für die Position vier ist. Den Namen will Oehmen aber erst dann preisgeben, wenn der Spieler tatsächlich in Deutschland gelandet ist.

Mehr von RP ONLINE